Die "Eisernen" sind wieder zurück in der 2. Bundesliga. Auf souveräne Art und Weise gewann der 1. FC Union Berlin die erste Meisterschaft in der zur Saison 2008/09 neu gegründeten 3. Liga und feierte bereits drei Spieltage vor Schluss die Rückkehr in die Zweitklassigkeit.

Mit Uwe Neuhaus auf der Trainerbank hatten die Berliner am Ende neun Zähler Vorsprung auf die Konkurrenz. In fast allen Belangen war Union Spitze: die meisten Siege (22), die wenigsten Niederlagen (vier), die wenigsten Gegentore (23).

Auch hinter den Kulissen hat der Berliner Kultverein zu neuer Stabilität und Stärke gefunden - auch dank der Arbeit von Christian Beeck. Zunächst im September 2005 als Teammanager zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, ist der Ex-Cottbuser seit mehr als zwei Jahren Sportdirektor der "Eisernen".

Im Gespräch mit bundesliga.de lässt Beeck die aufregende Saison in der 3. Liga Revue passieren. Er nennt die Gründe für den Aufstieg, zieht seinen Hut vor den Unioner Fans und freut sich auf die Wiedersehen mit einigen seiner ehemaligen Arbeitgeber in der 2. Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Beeck, nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg. War es denn so leicht, wie es ein Blick auf die Tabelle der 3. Liga vermuten lässt?

Christian Beeck: Nein, überhaupt nicht. Die Saison war schwer und anstrengend, aber Mannschaft und Trainer haben sehr gut gearbeitet.

bundesliga.de: Sie selbst haben einst beim 1. FC Union das Fußball spielen erlernt. Wie sehr hat Sie der Aufstieg ganz persönlich berührt?

Beeck: Für mich war es ein sehr schöner und emotionaler Moment, zu sehen, wie mein Heimatverein sich diesen Erfolg erarbeitet und dann auch gebührend gefeiert hat.

bundesliga.de: Die 3. Liga brachte sicherlich viele Herausforderungen mit sich. Schließlich war das die Premieren-Saison. Worauf hat Ihr Club vor Saisonstart besonderen Wert gelegt und wie wurden die Ideen und Planungen umgesetzt?

Beeck: Wichtig war uns, eine geschlossene Einheit zu bleiben und uns punktuell zu verstärken. Das ist uns sehr gut gelungen.

bundesliga.de: Am Ende hatte Union neun Punkte Vorsprung auf Platz 2. Nur vier Mal haben die Berliner verloren. Was waren die besonderen Stärken der Mannschaft?

Beeck: Hervorzuheben sind der Zusammenhalt und die Geschlossenheit der Mannschaft, gepaart mit fußballerischer Qualität und guter Fitness. All diese Komponenten waren am Ende ausschlaggebend für den Erfolg.

bundesliga.de: Was zeichnet die Arbeit von Trainer Uwe Neuhaus aus?

Beeck: Er ist besonnener und sehr akribischer Arbeiter, der immer gewinnen will!

bundesliga.de: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga 2004 ging es bergab bis in die Oberliga. Was hat sich seither bei Union getan und warum ist der Verein heute stabiler als je zuvor aufgebaut?

Beeck: Vor allen Dingen sind Ruhe und Kontinuität eingekehrt. Das ermöglicht allen eine gute Arbeit und die zahlt sich irgendwann aus.

bundesliga.de: Das Verhältnis zwischen Union und seinen Fans ist wohl bekannt. Dennoch erreichte die Liebe zum Club im Zuge der Erneuerung des Stadions An der Alten Försterei eine neue Dimension. Schließlich bauen die Fans kräftig mit. Wie kam es dazu und was sagen Sie zu Ihren Anhängern?

Beeck: Unsere Fans sind sensationell, woanders habe ich das in dieser Intensität nie erlebt. Ohne sie und ihre Bereitschaft, das Stadion selber zu modernisieren, hätten wir dauerhaft umziehen müssen. Ich glaube kaum, dass Union das verkraftet hätte.

bundesliga.de: Wird sich Union in den kommenden Wochen für die 2. Bundesliga weiter verstärken?

Beeck: Das werden wir natürlich versuchen.

bundesliga.de: Wie wichtig ist es auch für die Stadt Berlin, dass der Kultclub Union wieder in 2. Bundesliga spielt?

Beeck: Die Stadt und der Berliner Fußball brauchen das unbedingt. Fußball lebt auch von Rivalität und Abgrenzung. Dazu kommt es aber nur, wenn man nicht zu weit auseinander ist. Union wird Berlin auch in der nächsten Saison begeistern!

bundesliga.de: In der kommenden Saison trifft Union auf jeden Fall auf zwei Ihrer ehemaligen Arbeitgeber: Rostock und die ebenfalls aufgestiegenen Düsseldorfer. Sind das zwei Gegner, auf die Sie sich besonders freuen?

Beeck: Na sicher freut mich das. Beide Vereine haben mir sehr viel gegeben und da schaue ich auch gerne mal wieder vorbei.

bundesliga.de: Die längste Zeit spielten Sie aber in Cottbus. Sicher fiebern Sie bei den Relegationsspielen Energies gegen Nürnberg kräftig mit. Denken Sie denn, dass Cottbus ein Team ist, gegen das Union in der kommenden Saison nicht spielen wird?

Beeck: Ich würde sehr gerne gegen Cottbus spielen, auch wenn ich ihnen den Klassenerhalt gönne. Auch Nürnberg ist ein sehr attraktiver Gegner. Wir nehmen es, wie es kommt - am liebsten hätten wir natürlich beide gehabt.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz