Als die Aufstiegsträume des Zweitligisten MSV Duisburg geplatzt waren, rechnete Trainer Milan Sasic mit seinen Spielern ab.

"Ich habe die Laufbereitschaft und den Einsatz vermisst. Einige Spieler haben nicht die Verantwortung übernommen. Wir haben uns nicht gestellt. Das ist nicht das erste Mal der Fall", sagte Sasic nach der bitteren 0:1 (0:0)-Heimniederlage der "Zebras" gegen den TSV 1860 München.

"Katastrophale" Heimbilanz

Seit dem Amtsantritt des Trainers Anfang November hat der MSV von acht Heimspielen lediglich eins (5:0 gegen FSV Frankfurt) gewonnen.

"Das ist eine Katastrophe", sagte Torhüter Tom Starke angesichts dieser deprimierenden Bilanz vor eigenem Publikum. Die Fans bewiesen im niveauarmen Spiel gegen 1860 immerhin noch relativ lange Zeit Geduld.

Starke peilt jetzt 4. Platz an

Sasic knöpfte sich unterdessen seine Schützlinge vor. "Wenn man aufsteigen will, kann der Gegner nicht mehr Zweikämpfe gewinnen. Mit dieser Einstellung hat man vorne nichts zu suchen", sagte der MSV-Coach, der seiner Mannschaft gegen die "Löwen" die defensive Auswärtstaktik verordnet hatte. Zwar standen die Duisburger dadurch meist sicher in der Defensive, doch im Spiel nach vorne entwickelten sie kaum Torgefahr.

Angesichts eines Rückstandes von sieben Punkten auf den drittplatzierten FC St. Pauli glaubt beim MSV niemand mehr an die Rückkehr in die Bundesliga.

"Der Frust sitz natürlich sehr tief. Wir hatten noch mal eine Chance oben an zu klopfen. Unser Ziel ist jetzt der 4. Platz, der ist realistisch", sagte Starke, der mit einem kapitalen Fehler den Siegtreffer der Gäste durch Djordje Rakic (84.) ermöglicht hatte. "Ich hatte den Ball bereits sicher. Dann rutschte er mir wieder raus. Das passt zur Situation", sagte Starke.