Damit war vor Saisonbeginn nicht zu rechnen: Das Topspiel der Freitagspartien (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker) des 9. Spieltags der 2. Bundesliga findet bei einem Aufsteiger statt.

In der westfälischen Provinz empfängt Rot Weiss Ahlen als Tabellenfünfter den SC Freiburg (Platz 3). Mit 14 Punkten hat das Team von Christian Wück den Klassen-Sprung offenbar bestens verkraftet.

Döring rechnet mit Einsatz

Allerdings mussten die Ahlener nach dem 1:4 bei Kaiserslautern einen herben Rückschlag personeller Art hinnehmen: Kapitän Daniel Thioune hat sich einen Mittelfußbruch zugezogen und wird erst zur Rückrunde zurückkehren.

Außerdem muss Wück zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit seine Viererkette umbauen, weil Marinko Miletic eine Gelbsperre absitzt. So hofft Nils Döring stark auf einen Einsatz: "Der Trainer hat mir zwar noch nicht gesagt, dass sich spiele, aber ich gehe doch davon aus."

Dutt verlangt Wiedergutmachung

Der Freiburger Coach Robin Dutt erwartet "ein schweres Spiel gegen einen schweren Gegner" und vermutet, "dass der Weg zum Erfolg in Ahlen nicht nur über die spielerischen Mittel führen kann".

Dennoch gibt Dutt eine eindeutige Marschroute aus: "Die drei Punkte müssen mit zurück in den Breisgau, egal wie!" Damit spielte der Coach auf die 0:2-Niederlage beim 1. FC Nürnberg an: "Drei Riesenchancen hatten wir, in Nürnberg mit 1:0 in Führung zu gehen. Es sollte uns auswärts kein zweites Mal passieren, so fahrlässig mit solchen Chancen umzugehen." Mit einem "Dreier" können die Breisgauer zumindest bis Sonntag sogar die Tabellenführung übernehmen.

Beim Unternehmen Auswärtssieg müssen lediglich Ali Günes (Oberschenkelzerrung) und Felix Roth (Aufbautraining) passen. Nach der jüngsten Pleite beim "Club" will Dutt dennoch die Mannschaft verändern. "Auf drei Positionen steht die Entscheidung noch aus. Und die drei Positionen verteilen sich auf alle Mannschaftsteile", so Dutt der mit einem Lächeln hinzufügte: "Außer auf die Torwartposition."


Greuther Fürth - Alemannia Aachen

Ein Verfolgerduell liefern sich die SpVgg Greuther Fürth (6.) und Alemannia Aachen (7.). Gleichzeitig treffen im Playmobil-Stadion zwei Toptorjäger der Liga aufeinander: Der Führende Sami Allagui (acht Treffer) gegen Benjamin Auer (sechs).

Alemannia-Coach Jürgen Seeberger nimmt aber vorsichtshalber die gesamte Mannschaft in die Pflicht: "Wenn wir ein bisschen Schlachtenglück erzwingen, dann können wir auch gewinnen. So hat es gegen Mainz geklappt. Da haben wir gut, phasenweise sogar richtig gut gespielt."

Mit Schwung zum ersten Auswärtssieg

Aachen hofft nach dem Ausbau der Heimserie durch das 2:0 am Montag (vier Siege) endlich auf den ersten Erfolg in der Fremde. "Bei den Mainzern war es so, dass der Tag, wo sie das erste Mal verlieren würden, immer näher rückte. Und im positiven Sinne wird es bei uns dann so sein, dass wir jetzt mal auswärts einen 'Dreier' einfahren werden", so Seebergers Theorie.

Der Trainer ärgerte sich allerdings darüber, dass die "richtig gute Leistung" des Teams durch die Entlassung von Sportdirektor Jörg Schmadtke in den Hintergrund gerückt sei. In Fürth muss Seeberger wie gehabt auf den Rot-gesperrten Lukasz Szukala und die Langzeitverletzten Mirko Casper und Faton Popova verzichten. Cristian Fiel und Hrvoje Vukovic fehlten am Mittwoch noch krankheitsbedingt, ihr Einsatz in Fürth ist fraglich.

Fürth "mit erhöhter Konzentration"

Benno Möhlmann und seine Fürther sind gewarnt: "Wir haben am Montagabend gesehen, wie gut Aachen spielen kann. Sie sind in der Lage gegen sehr gute Gegner nicht nur zu bestehen, sondern diese zu schlagen."

Der 54-Jährige setzt zuversichtlich auf die bisherige Heimstärke (drei Siege) seiner Mannschaft. "Meine Spieler werden mit erhöhter Konzentration zu den Kräften und spielerischen Möglichkeiten finden, wie in den bisherigen Heimspielen", so Möhlmann.

Nicht dabei sein wird Stefan Reisinger. Der Stürmer laboriert noch an einer Muskelverletzung. Ebenfalls wegen einer Oberschenkelzerrung steht Philipp Langen nicht zur Verfügung, aufgrund von Problemen am linken großen Zeh fällt auch Martin Meichelbeck aus.


FSV Frankfurt - Hansa Rostock

Hansa Rostock reist mit der Empfehlung des 9:0-Sieges gegen die TuS Koblenz zum Tabellenletzten FSV Frankfurt. Frank Pagelsdorf warnt nach dem Torrausch aber vor Überheblichkeit. "Wir haben ja das warnende Beispiel noch unmittelbar vor Augen. Die Koblenzer hatten schließlich auch gerade Spitzenreiter Kaiserslautern hoch mit 5:0 bezwungen, bevor sie zu uns kamen", so der Trainer:

"Der Tabellenplatz täuscht auf jeden Fall, da gehören die Frankfurter nach ihren bisher gezeigten Leistungen nicht hin. Wir haben großen Respekt vor dieser Mannschaft, es gibt keinen Anlass, sie zu unterschätzen."

Personell will er sein Team verständlicherweise nicht verändern: "Es gibt natürlich keinen Anlass, die Mannschaft umzubauen." Die Reise an den Main macht die Hansa-Kogge mit guten Erinnerungen: Im DFB-Pokal konnten konnte das Team bekanntlich den Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit einem 2:1-Auswärtssieg nach Verlängerung ausschalten.

Respekt vor "geballter Offensive"

Vor der Form der Rostocker Mannschaft zeigt FSV-Manager Bernd Reisig gehörigen Respekt: "Die haben nicht nur Rückenwind, die schweben geradezu, mehr Selbstbewusstsein kann man nicht haben."

Auch Teamchef Tomas Oral zieht den Hut vor der "geballten Offensive, die wir im Zaum halten müssen. Das Hauptaugenmerk müssen wir darauf richten, stabil zu stehen und keine dummen Tore zu kassieren". Oral ist von der Qualität seiner Mannschaft zum Klassenerhalt überzeugt: "Nach acht, neun Spieltagen fällt im Abstiegskampf noch keine Entscheidung."

Er will aber nach dem 1:3 gegen Wehen Wiesbaden etwas verändern. Radek Spilacek steht nach einer Innenbanddehnung wieder zur Verfügung. Für weiteren Schwung in der Offensive soll das neu verpflichtete Brüderpaar Youssef und Oualid Mokhtari sorgen.


FC St. Pauli - SV Wehen Wiesbaden

Beim FC St. Pauli kehrt Filip Trojan nach Adduktorenproblemen und einem grippalen Infekt wieder in die Startelf zurück. Sein Ersatzmann David Hoilett muss aber dennoch nicht weichen.

"Der Junge ist ein Ausnahmetalent. Wenn ich seine Ballbehandlung, seine Schnelligkeit und Geschmeidigkeit sehe, geht mir das Herz auf", lobt Trainer Holger Stanislawski den 18-Jährigen.

SVWW will mutig aufspielen

Die Wehener reisen mit dem Selbstvertrauen des ersten Saisonsieges (3:1 gegen Frankfurt) ans Millerntor. Dort könnte Erwin Koen sein Comeback geben, der in bislang drei Spielen gegen St. Pauli auf eine Bilanz von fünf Toren kommt.

Weiterhin fehlen werden dem SVWW Kristjan Glibo wegen seiner Einblutung im Knöchel und der im Aufbautraining befindliche Torge Hollmann. Sandro Schwarz, der gegen den FSV mit einer Hüftprellung ausgewechselt wurde, hat das Training wieder aufgenommen und steht voraussichtlich zur Verfügung.

Co-Trainer Hans Werner Moser kündigt einen mutigen Auftritt an: "Wir dürfen und werden uns nicht verstecken. Es bringt wenig, wenn wir nur verteidigen wollen, wir müssen den Weg nach vorne suchen."


FC Ingolstadt - FC Augsburg

"Das waren einfach zu viele krasse individuelle Fehler", sagte Ingolstadts Trainer Thorsten Fink im Rückblick auf das 1:6 in Duisburg. Mit seinen Akteuren ging er unter der Woche dennoch nicht zu hart ins Gericht: "Es bringt jetzt nichts, auch noch auf die Jungs draufzuhauen."

Fehlen wird dem FCI Heiko Gerber, der sich in der Partie beim MSV eine klaffende Wunde zuzog. Für ihn wird Christopher Reinhardt die Position des Linksverteidigers übernehmen.

Fach hofft auf Fans und Thurk

Der FCA setzt im bayerischen Derby auf seine Fans. "Es wird sicher ein interessantes und vielleicht hektisches Spiel, in dem wir hoffentlich genauso vorbildlich von unseren Fans unterstützt werden, wie beim letzten Heimspiel gegen St. Pauli", glaubt Holger Fach.

Der Trainer hofft auf den Einsatz des Siegtorschützen gegen St. Pauli, Michael Thurk: "Michael wird vor der Abfahrt noch einen Trainingsversuch starten. Er hat aber signalisiert, dass er wohl dabei sein kann", berichtete Fach. Gleiches gilt auch für Benjamin Kern.

Das Team solle sich laut Fach aber nicht auf dem zweiten Saisonsieg ausruhen: "Jetzt in Ingolstadt wollen wir nachlegen, mit einer guten Leistung und einem erfolgreichen Spiel. Ich denke, dass die große Nervenbelastung, die gegen St. Pauli spürbar war, jetzt etwas abgefallen ist und die Mannschaft befreiter auftreten kann."

Zusammengestellt von Tim Tonner