Köln - 52 Tage sind seit dem letzten Relegationsspiel vergangen, in drei Wochen hat das Warten ein Ende: Dann beginnt die 43. Zweitliga-Saison. Mit großen Arenen, Traditionsvereinen, Deutschen Meistern, Rekord-Trainern, aktuellen Nationalspielern, EM-Teilnehmern von 2016 und sogar einem aktuellen Weltmeister kann die 2. Liga aufwarten. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Die Saison 2016/17 startet am Freitag-Abend des 5. August 2016 mit einem Knaller: der 1. FC Kaiserslautern empfängt Absteiger Hannover 96. Die Pfälzer waren zuletzt 1998 Deutscher Meister, Hannover war 1992 Pokalsieger und spielte noch vor drei Jahren in der Europa League.

Am längsten durchgängig in der 2. Liga spielt der TSV 1860 München, der seit 2004 in der 2. Liga sportlich zu Hause ist. Die Münchner Löwen, die in den vergangenen beiden Jahren zweimal fast absteigen mussten, sind eine absolute Ausnahme im "Durchlauferhitzer“ 2. Liga.

Die Stars sind die Trainer

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Gleich acht Vereine gehen mit einem neuen Trainer in die Saison. Zwei weitere sind erst seit Frühjahr 2016 im Amt. Auch auf den Trainerbänken der 2. Liga ist die Durchlässigkeit groß. Es gibt nur zwei Chef-Trainer, die länger als zwei Spielzeiten bei ihren aktuellen Vereinen tätig sind: Thorsten Lieberknecht ist seit 2008 in Braunschweig, Frank Schmidt sogar seit 2007 in Heidenheim unter Vertrag.

Geballte Bundesliga-Erfahrung: acht von 18 Zweitliga-Trainern haben schon als Chef-Trainer in der Bundesliga gearbeitet. Allein die beiden 62-jährigen Friedhelm Funkel (459) und Ewald Lienen (227) bringen es auf die Trainererfahrung von 686 Bundesliga-Spielen an der Seitenlinie. Funkel und Lienen sind die ältesten Trainer der 2. Liga, Kenan Kocak ist mit 35 Jahren der jüngste. Erst im März 2016 absolvierte Kocak erfolgreich den 62. Fußball-Lehrer Lehrgang des DFB – zusammen mit Julian Nagelsmann. Sollte Kocak ähnlich erfolgreich wie der Hoffenheim-Trainer arbeiten, kann man sich in Sandhausen freuen.

Funkel, der als Spieler und Trainer mehr Spiele in 1. und 2. Bundesliga absolviert hat als jeder andere Mensch auf Erden (1164 Spiele), ist auch schon fünfmal in die Bundesliga aufgestiegen: zweimal mit Uerdingen und je einmal mit Duisburg, Köln und Frankfurt. Kein Trainer stieg häufiger auf. Einen Aufstiegsspezialisten hat sich auch der VfB Stuttgart mit Jos Luhukay geangelt. Der Niederländer stieg schon dreimal auf. Bei den Zielen des VfB Stuttgart könnte man von einer Ideal-Besetzung des Trainerpostens sprechen.

Sechs-Millionen-Marke könnte fallen

Seit 2005 spielt der TSV 1860 München in der Allianz Arena, auch in der kommenden Saison das Zweitligastadion mit der größten Zuschauer-Kapazität. Die Stadien in Stuttgart und Hannover stehen der Arena in München in Sachen Fassungsvermögen kaum nach. Letzte Saison kamen fast sechs Millionen Zuschauer zu den 306 Spielen der 2. Liga, im Schnitt mehr als 19.000 zu jeder Partie!

Video: Heimat des VfB

Die Neugierde dürfte in Stuttgart und Hannover nach 39 beziehungsweise 14 Jahren Zweitliga-Abstinenz groß sein. Und auch Aufsteiger Dresden hat einen zuverlässigen Zuschauerschnitt im hohen 20.000er-Bereich – die Saison 2016/17 bietet alle Zutaten, um den Rekord-Besuch der Saison 2015/16 zu überbieten.

Stuttgart als seltener Gast

Absteiger aus der Bundesliga gehören in ihrem ersten Jahr in der 2. Liga naturgemäß zu den Aufstiegsfavoriten, aber einen Favoriten wie den VfB Stuttgart hat es in der 2. Liga selten gegeben. Nie zuvor ist eine Mannschaft abgestiegen, die zuvor 39 Jahre ununterbrochen in der Bundesliga gespielt hat! Stuttgart übertraf den alten "Rekordhalter" 1. FC Köln, den es beim ersten Abstieg nach 35 Jahren Bundesligazugehörigkeit traf!

Als der VfB Stuttgart 1975 das erste Mal aus der Bundesliga absteigen musste, dauerte es zwei Jahre bis zur Rückkehr in die Bundesliga – in der Zweitligasaison 75/76 hatte es für die Schwaben nur zu einem 11. Platz gereicht. Das ist von dem aktuellen Stuttgarter Kader nicht zu erwarten.

Neun Zweitligisten waren schon Deutscher Meister

Neun Zweitligisten waren schon mal Deutscher Meister: Nürnberg (Neun Mal), Stuttgart (fünf Mal), Kaiserslautern (vier Mal), Fürth (drei Mal), Hannover (zwei Mal), Braunschweig, Karlsruhe, 1860, Düsseldorf (je ein Mal).

Weitere zwei Zweitligisten wurden DDR-Meister: Dynamo Dresden (acht Mal) und Aue (drei Mal). 27 Deutsche Meistertitel und 11 DDR-Meisterschaften summieren sich zu 38.

Nationalspieler gab es in der 2. Liga schon viele, aber mit Kevin Großkreutz spielt in der kommenden Saison ein amtierender Weltmeister in der 2. Liga. Auch etliche EM-Teilnehmer der EM 2016 kicken in der 2. Liga: z.B. Maxim, Klein, Aliji, oder Bödvarsson.

Rekorde und Serien

Die meisten Spiele: Willi Landgraf (508)

Die meisten Tore: Dieter Schatzschneider (154)

Der höchste Heimsieg: Arminia Bielefeld gegen Arminia Hannover 11:0 (am 23. Mai 1980)

Der höchste Auswärtssieg: FK Pirmasens gegen VfR Bürstadt 0:9 (am 22. April 1978)

Die meisten Tore: Hertha (123) in 1980/81

Die wenigsten Tore: LR Ahlen (19) in 2009/10

Die wenigsten Gegentore: 1. FC Köln (20) in 2013/14

Die meisten Gegentore: Pirmasens (120) in 1977/78

Siege in Folge: Leverkusen (14) in 1978

Heimsiege in Folge: Homburg (19) von 1976 bis 1977

Spiele in Folge ohne Niederlage: Bielefeld (28) von 1979 bis 1980

Auswärtsspiele in Folge ungeschlagen: Ingolstadt (19) von 2013 bis 2014

Remis in Folge: Unterhaching (7) in 1996

Heimremis in Folge: Leverkusen (8) in 1976

Auswärtsremis in Folge: St. Pauli (8) von 1976 bis 1977

Spiele in Folge sieglos: Pirmasens (33) von 1977 bis 1978

Niederlagen in Folge: Duisburg (14) von 1985 bis 1986 und Spandau (14) in 1975

Heimniederlagen in Folge: Babelsberg (9) von 2001 bis 2002

Auswärtsniederlagen in Folge: Pirmasens (15) von 1977 bis 1978

Spiele in Folge ohne Tor: Mainz (8) in 1995 und Oberhausen (8) in 1988

Heimspiele in Folge ohne Tor: Uerdingen (7) von 1997 bis 1998 und Fürth (7) von 2014 bis 2015

Auswärtsspiele in Folge ohne Tor: Schwenningen (10) von 1976 bis 1977