Köln - Drei Spieltage vor Saisonschluss ist der Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga völlig offen. Fortuna Düsseldorf, der FSV Frankfurt, 1860 München, der SC Paderborn und der MSV Duisburg liegen nur vier Punkte auseinander auf den Plätzen 14 bis 18. Schlägt der MSV am Freitagabend die Fortuna rückt das Feld noch enger zusammen. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zum Abstiegskampf in der 2. Bundesliga zusammengestellt.

Duisburgs Mini-Siegesserie (erstmals in dieser Saison gewann der MSV zwei Spiele in Folge in Runde 29 und 30) und auch Paderborns Erfolg in Frankfurt (am 30. Spieltag) haben die Dramatik im Tabellenkeller weiter verschärft. So viel steht fest: Die letzten fünf machen die Sache unter sich aus.

So eng war es seit 20 Jahren nicht mehr

Seit der Saison 1995/96 (Einführung der Drei-Punkte-Regel) war der Abstand zwischen dem Tabellenletzten und dem rettenden Ufer (Platz 15) nur in einer Saison geringer, als in dieser. Aktuell liegt der MSV Duisburg vier Punkte hinter Platz 15, letzte Saison hatte Aalen als 18. sogar nur drei Punkte Rückstand auf Rang 15.

Zwischen Platz 14 (Düsseldorf 29 Punkte) und Platz 17 (Paderborn 28 Punkte) liegt nur ein Punkt. So eng war es auf diesen Plätzen in den vergangen 20 Jahren nie. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/1996 hatte der Tabellenletzte der 2. Bundesliga nur in sechs der letzten 20 Spielzeiten mehr Punkte als Duisburg aktuell (25).

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Historische Premiere? Totgesagte leben länger

Vor den Zebras gab es in Zeiten der drei-Punkte-Regel (seit 1995/96) 18 Teams mit so einer schlechten Bilanz nach 31 Spieltagen (maximal 25 Punkte). Kein einziges davon schaffte auf sportlichem Wege den Klassenerhalt (Sandhausen blieb 2012/13 nur durch den Lizenzentzug von Duisburg drin)!

Nach 25 Spieltagen hatte der MSV, der an allen Spieltagen dieser Saison Platz 17 oder 18 belegte, satte neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und Rang 15. Jetzt fehlen Duisburg nur noch drei Zähler zu Rang 16! Selbst die direkte Rettung ist wieder greifbar, es sind nur vier Zähler zum Fünfzehnten Düsseldorf – und gegen den spielt Duisburg nächste Woche!

Alle wechselten mindesten ein Mal den Trainer

Duisburgs Ilia Gruev ist seit Anfang November 2015 im Amt. Die anderen vier Clubs wechselten seit Anfang März den Trainer (teilweise bereits zum wiederholten Mal in der aktuellen Saison).

Friedhelm Funkel ist bereits der vierte Trainer der Fortuna in der laufenden Saison, Daniel Bierofka (1860) und Rene Müller (Paderborn) sind jeweils der der dritte Trainer bei ihren Clubs. Frankfurt und Duisburg wechselten "nur" je einmal den Coach.

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Duisburg und Paderborn steigerten sich mit neuem Trainer

Der Trainerwechsel bei den Zebras ist am längsten her und hatte den größten Effekt. Duisburg holte mehr als doppelt so viele Punkte pro Spiel wie zuvor. Auch Paderborn hat sich unter dem neuen Trainer gesteigert.

Das Experiment mit dem Novizen Bierofka nach dem Rekordcoach Benno Möhlmann startete erfolgreich mit einem verdienten Last-Minute-Sieg gegen Braunschweig, kann aber noch nicht wirklich beurteilt werden.

Für Frankfurt hingegen gab es auch unter Falko Götz eine weitere Niederlage, die vierte Pleite in Folge (seit neun Spielen sieglos). Es wird immer enger für den FSV. Die Hessen sind das schlechteste Rückrundenteam, haben in den letzten 14 Spielen nur sieben Punkte geholt.

Drei Clubs haben es in der eigenen Hand

An den letzten drei Spieltagen gibt es noch vier direkte Duelle der Teams, die aktuell auf den letzten fünf Plätzen stehen. Jeder hat noch mindestens ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten. Am 32. Spieltag spielt Duisburg gegen Düsseldorf, am 33. Spieltag empfängt 1860 den SC Paderborn und Düsseldorf den FSV Frankfurt, am 34. Spieltag tritt Frankfurt gegen 1860 an.

Düsseldorf, 1860 und Frankfurt haben es jeweils komplett in der eigenen Hand. Mit zwei Siegen in den direkten Duellen wären alle jeweils gerettet, da Frankfurt und 1860 am letzten Spieltag jedoch gegeneinander spielen, kann nur einer von beiden Clubs zwei Siege aus den direkten Duellen einfahren.