Fürth - Goran Sukalo ist nach Thomas Kleine der älteste Spieler im Kader der SpVgg Greuther Fürth. Der aus Duisburg gekommenen 31-jährige defensive Mittelfeldspieler absolvierte bereits 247 Partien in der 2. Bundesliga, in denen ihm 39 Tore gelangen. Für den 34-fachen slowenischen Nationalspieler ist Fürth die inzwischen sechste Station in Deutschland, seit er vor über elf Jahren bei der SpVgg Unterhaching debütierte.

bundesliga.de: Herr Sukalo, Sie sind aus Duisburg nach Fürth gekommen. Wie sind Ihre ersten Eindrücke vom neuen Verein?

Goran Sukalo: Ich habe positive Eindrücke von Fürth gewinnen können. Wir haben eine ambitionierte Mannschaft, der Verein ist sehr gesund. Alle Leute sind sehr nett. Hier sind viele junge Leute in verantwortlichen Positionen. Wir wollen Erfolg haben und trainieren sehr ehrgeizig dafür. Jetzt freuen wir uns alle auf den Saisonstart.

bundesliga.de: Was waren die Gründe für den Wechsel? Warum haben Sie sich für Greuther Fürth entschieden?

Sukalo: Ich hatte eigentlich in Duisburg noch drei Jahre Vertrag. Aber nachdem der Verein keine Lizenz für die 2. Bundesliga bekommen hat, war klar, dass die Spieler gehen mussten. Die SpVgg Greuther Fürth hat sich dann sehr um mich bemüht. Ich habe gute Gespräche mit dem Sportlichen Leiter Rouven Schröder, dem Trainer Frank Kramer und auch mit dem Präsidenten Helmut Hack geführt und mich schnell entschieden und zugesagt. Ich glaube, dass dies der richtige Schritt war.

bundesliga.de: Man kann ja durchaus von einem Neuanfang für beide Seiten sprechen. Der Verein muss sich nach dem Abstieg erst wieder finden, Sie spielen in einem neuen Verein. Was haben Sie sich vorgenommen für die neue Saison?

Sukalo: Wir haben eine junge, gute Mannschaft und ein junges und hungriges Trainerteam. Und wir haben große Ambitionen. Warum sollten wir uns verstecken? Ich glaube schon, dass wir das Potenzial haben, um eine gute Rolle zu spielen. Nächste Woche beginnt die Saison mit unserem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. Das wollen wir erst einmal gewinnen und dann Schritt für Schritt gehen. Am Ende wird man dann sehen, wo wir landen.

bundesliga.de: Sie spielen schon sehr lange in Deutschland, haben in der 2. Bundesliga schon knapp 250 Spiele absolviert. Was gefällt Ihnen an Deutschland besonders gut?

Sukalo: Ich bin in jungen Jahren nach Deutschland gekommen. Es läuft alles sauber in Deutschland. Das Niveau in der Bundesliga und der 2. Bundesliga ist hoch. Es gehört zu den besten in der Welt. Die Stadien sind voll. Es gibt keinen Grund wegzugehen, wenn man schon einmal da ist.

bundesliga.de: Wie nehmen Sie die Erwartungshaltung bei den Fans wahr? Herrscht schon so etwas wie eine Aufbruchstimmung in Fürth?

Sukalo: Der Verein hat bereits knapp 6.000 Dauerkarten verkauft. Das ist schon ein Zeichen dafür, dass hier trotz des Abstiegs eine gewisse Euphorie herrscht. Die Leute sind uns treu geblieben. Wir Spieler bekommen das mit und sind froh, dass in jedem Heimspiel so viele Zuschauer kommen werden. Das macht vieles leichter. Jetzt wollen wir auch unsere Leistung bringen. Wir wissen aber auch, dass es nicht einfach und von alleine laufen wird. Wir fangen bei Null an.

bundesliga.de: Sie sind einer der erfahrenen Spieler und vom Trainer vermutlich fürs defensive Mittelfeld eingeplant?

Sukalo: Davon gehe ich aus, das ist meine Position, auf der ich schon immer gespielt habe. Von einem neuen Stürmer erwartet dann ja auch keiner, dass er auf einmal im Tor steht. (lacht)

bundesliga.de: Sie haben den Saisonstart gegen Bielefeld bereits angesprochen. Wie schwer wird das Duell Bundesliga-Absteiger gegen Zweitliga-Aufsteiger?

Sukalo: Das wird ein erstes, sehr gefährliches Spiel. Jeder im Stadion erwartet beim Spiel Absteiger gegen Aufsteiger einen lockeren Sieg von uns. Aber das wird mit Sicherheit kein einfaches Spiel, weil Bielefeld mit der Aufstiegseuphorie und einer geschlossenen Mannschaft kommt. Wenn wir nicht 100 Prozent Leistung bringen, hochkonzentriert sind und von Anfang an Gas geben, wird es schwer. Als Favorit kann man sich dann schnell die Finger verbrennen. Das darf uns nicht passieren. Wenn wir mit einem Sieg in die Saison starten, würde vieles einfacher werden.

bundesliga.de: Welche anderen Clubs haben Sie im Aufstiegsrennen noch auf der Rechnung?

Sukalo: Es gibt viele Mannschaften, die oben mitspielen können. Ich schätze Fortuna als Absteiger stark ein. Dazu kommen Vereine wie St. Pauli, Köln und Kaiserslautern. Und dann gibt es in jedem Jahr immer auch Mannschaften, die überraschen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski