Japanischer Meister in Diensten des 1. FC Nürnberg: Subaru Sagano, genannt "SubaruMikey" - © DFL
Japanischer Meister in Diensten des 1. FC Nürnberg: Subaru Sagano, genannt "SubaruMikey" - © DFL
2. Bundesliga

Nürnbergs Subaru „SubaruMikey“ Sagano im Interview: „In Deutschland ist das Niveau bei FIFA am höchsten“

Mit der Verpflichtung von Subaru „SubaruMikey“ Sagano holte der 1. FC Nürnberg im Sommer den ersten nicht-europäischen Spieler in die Virtual Bundesliga. Der Japaner war in der Vergangenheit bereits dreifacher japanischer Meister und Gewinner der Asienmeisterschaft 2018. Im Interview spricht er über seine Zeit in Deutschland, wie er aus Zufall einen Vertrag beim Club bekam und über seinen Helden Naohiro Takahara.

Sagano Subaru, sie sind der erste nicht-europäische Spieler in der Virtual Bundesliga. Wie sind Sie als japanischer Meister in Deutschland gelandet?

Subaru: Das Problem in Japan war, dass dort die Playstation zu beliebt ist. Ich spiele aber lieber Xbox und deshalb ist es schwer, Gegner zu finden. Also wollte ich Japan verlassen. Meine Wahl fiel auf Deutschland, weil hier das Niveau bei FIFA einfach am höchsten ist und ich auch den Bundesliga-Fußball liebe. Also bin ich kurz vor dem Start von FIFA20 nach Deutschland gekommen, mit dem Ziel, mich hier ein Jahr lang zu versuchen. Ich hatte gehofft: Wenn ich gute Ergebnisse einfahren würde, dann könnte ich vielleicht ein Angebot bekommen.

Das Angebot kam tatsächlich - vom 1. FC Nürnberg...

Subaru: Das war reines Schicksal. Ich habe kurz nach dem Release von FIFA20 gegen "Kurt“ gespielt. Was ich nicht wusste: "Kurt“ hatte damals auf FIFA20 47 Mal in Folge gewonnen. Seine erste Niederlage war gegen mich. Da er auf "Twitch“ ein sehr beliebter Spieler ist, hatte neben meinem Agenten auch ein Vertreter des 1. FC Nürnberg das Spiel live verfolgt. So fügte sich ein Rädchen in das Andere und relativ schnell hatte ich einen Vertrag vorliegen.

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Wie liefen die ersten Monate in Deutschland?

Subaru: Am Anfang war es ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Ich wohnte in der Nähe von Hamburg, habe von zu Hause aus gespielt und kannte meine Teamkollegen Kevin und Serhat nicht. Deshalb konnte ich zunächst nur im Eins-gegen-eins antreten. Dann bin ich aber näher zu ihnen gezogen und wir haben viel zusammen trainiert. Wir sprechen englisch, aber ich bin auch sehr bemüht, Deutsch zu lernen. Inzwischen kann ich auch im Doppel an den Start gehen.

Und wie ist ihr Eindruck von der VBL?

Subaru: Als ich das erste Mal die Live-Sendung erlebt habe, war mir klar: die VBL und der deutsche eSport sind einfach verdammt heiß. Für mich war mein erster Sieg gegen Mainz sehr wichtig. Ich war zwar japansicher Meister, musste aber hier erst einmal das Vertrauen meiner Mitspieler gewinnen und meinen Wert zum Team beitragen.

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Sie sind mit 31 Jahren einer der ältesten Spieler in der aktuellen Club Championship. Ist das ein Problem?

In der professionellen Gamingwelt gibt es tatsächlich nicht viele Spieler, die älter als 25 Jahre alt sind. Möglicherweise ist es für Spieler über 30 Jahre etwas schwieriger, einen Verein zu finden. Trotzdem ist das hier aktuell meine beste Zeit. Obwohl ich auch viel Stress habe, überwiegen klar die positiven Eindrücke. Ich möchte so lange wie möglich in Deutschland bleiben.

Haben Sie eine Lieblingsmannschaft in der Bundesliga?

Subaru: Borussia Dortmund. Irgendwann will ich unbedingt mal in den Signal Iduna Park gehen. Und ich mag den ehemaligen Bundesliga-Spieler Naohiro Takahara. Unvergesslich, als er damals das Tor gegen Oliver Kahn erzielte (1:1, im Februar 2003, Anm. d. Red.).