In der 2. Bundesliga bleibt es spannend bis zum Schluss: Während der 1. FC Kaiserslautern bereits als erster Aufsteiger feststeht, kämpfen am 33. Spieltag der FC St. Pauli (in Fürth) und der FC Augsburg (gegen 1860 München) um den zweiten direkten Aufstiegsplatz. Fortuna Düsseldorf, das bei Rot-Weiß Oberhausen antritt, will noch ein Wörtchen um den Relegationsplatz mitreden (alle Partien Sonntag ab 17:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

SpVgg Greuther Fürth - FC St. Pauli

Auf dem acht Jahre langen Weg zurück in die Bundesliga soll beim FC St. Pauli gleich der erste "Matchball" sitzen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Trainer Holger Stanislawski vor dem Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth. Mit einem Sieg bei den Franken wären die Hanseaten nur noch theoretisch Tabellenplatz 2 zu verdrängen. Die Hanseaten trennen derzeit drei Punkte vom Konkurrenten aus Augsburg, außerdem haben sie das klar bessere Torverhältnis.

Rund 7.000 Fans werden die Norddeutschen nach Fürth begleiten. Dort wird es aber nur eine Feier geben, wenn am Aufstieg auch rechnerisch nicht mehr zu rütteln sein sollte. Sportchef Helmut Schulte: "Das gebietet eindeutig der Respekt."

"Viel Luft nach oben"

Dennoch: Die Planungen für die neue Saison in der Bundesliga laufen seit Wochen auf Hochtouren. Der Bau der neuen Haupttribüne wird vorangetrieben, das Trainingsgelände soll erweitert und modernisiert werden. Was aber nicht bedeutet, dass diese Arbeiten gestoppt werden, wenn es mit der Bundesliga-Rückkehr doch nicht klappen sollte. "Wir möchten und wollen gern aufsteigen, aber wir müssen es nicht", behauptet Schulte.

Zunächst aber müssen die noch fehlenden Punkte eingefahren werden, aber Zweifel daran wollen die Profis gar nicht erst aufkommen lassen. "Wir haben die Klasse zum Aufstieg, bei uns ist sogar noch viel Luft nach oben", sagte Mittelfeldspieler Charles Takyi.

Fürth will Partyschreck sein

Die Gastgeber aus Fürth werden jedoch auch auf Sieg spielen. Vor der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Hamburg stellte "Kleeblatt"-Trainer Mike Büskens klar, dass "St. Pauli von uns keine Hilfe zu erwarten hat". Zwar sieht der Fürther Coach die Mannschaft als Aufsteiger, doch nicht mit einem Sieg in Fürth: "Ich gönne St. Pauli den Aufstieg, ich habe unter Helmut Schulte in Schalke gearbeitet und mit Charles Takyi als Spieler-Trainer zusammengespielt."

Den Gegner sieht Büskens als perfekt funktionierende Mannschaft, die mit ihrer Torgefährlichkeit die Entscheidung suchen wird. "Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass sie hier schon alles klar machen können", erklärt der 42-Jährige, der nach aktuellem Stand auf Marco Caligiuri (Zerrung) und Bastian Ghasemi-Nobakht (Rückenprobleme) verzichten muss. Bei St. Pauli fehlen Davidson Drobo-Ampem, Ralph Gunesch, Dennis Daube, Marc Gouiffe a Goufan und Thomas Meggle.

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FC Augsburg - TSV München von 1860

Der FC Augsburg hat nur noch Chancen auf den direkten Aufstieg, wenn St. Pauli im Saisonendspurt patzen. "Das lässt sich St. Pauli nicht mehr nehmen", befürchtet Manager Andreas Rettig nach dem 1:1-Remis seines Teams am 32. Spieltag beim FSV Frankfurt. Deshalb ist die vorrangige Aufgabe des FCA, Platz 3 mit einem Erfolg im Derby gegen 1860 München zu sichern. Fünf Punkte hinter Augsburg lauert Fortuna Düsseldorf, das mit zwei Siegen noch am FCA vorbeiziehen könnte.

"Wir haben eine hervorragende Ausgangspostion, um den dritten Tabellenplatz zu sichern", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay aber und sieht gute Chancen, den noch fehlenden "Dreier" einzufahren: "Mit der tollen Unterstützung unserer Fans wollen wir diesen Sieg erzwingen."


Obwohl es für die Gäste aus München nicht um annähernd so viel geht wie für den FCA, will "Löwen"-Coach Ewald Lienen von einer entspannten Reise nichts wissen. "Wir haben auch genug Druck", betont Lienen, nicht nur der Derbycharakter mache die Partie zu etwas ganz besonderem: "Jedes Spiel ist für uns wichtig, denn wir wollen so weit wie möglich nach oben klettern. Auch wenn wir nicht mehr aufsteigen können, so wollen wir doch Hoffnungen bei unseren Fans wecken."

Ein Sieg in Augsburg könnte beim "Löwen"-Anhang so manche Enttäuschung aus der laufenden Saison tilgen. Wer letztlich für 1860 in Augsburg auflaufen wird, ist noch offen, da mit Aleksandar Ignjovski, Emanuel Biancucchi und Charilaos Pappas drei Spieler zu Wochenbeginn nicht mittrainieren konnten. Augsburg muss neben den Langzeitverletzten auf Linksverteidiger Youssef El Akchaoui (Knöchelverletzung) verzichten. Der wird von Axel Bellinghausen ersetzt.

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Rot-Weiß Oberhausen - Fortuna Düsseldorf

Auch wenn sie klein ist, die Chance auf den direkten Durchmarsch in die Bundesliga besteht für Fortuna Düsseldorf noch. Der Aufsteiger muss zwingend seine beiden verbleibenden Spiele in Oberhausen und gegen Rostock gewinnen, gleichzeitig muss Augsburg (gegen 1860 und in Kaiserslautern) mindestens ein Mal verlieren und ein Mal Unentschieden spielen.

"Klar haben wir keine gute Ausgangsposition. Aber wir werden alles tun, die letzten beiden Spiele zu gewinnen. Und dann sehen wir mal ob es reicht. Ich will aufsteigen", betonte ein Trainer Norbert Meier während der Woche. Verzichten muss Meier bei RWO allerdings auf den gelbgesperrten Jens Langeneke und Torsten Oehrl (Bänderanriss).

Oberhausen kann als Tabellen-14. nur noch theoretisch auf den Relegationsplatz abrutschen, würde mit einem Punktgewinn aber nur zu gerne auch die letzten Zweifel beseitigen. Trainer Hans-Günter Bruns kann auf den kurzzeitig angeschlagenen Torhüter Christoph Semmler zurückgreifen. Für Esad Razic (Muskelfaserriss) käme ein Einsatz allerdings noch zu früh.

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