München - "Millerntor, Flutlicht, 20:30 Uhr und ein guter Gegner!" Mehr kann sich auch FC St. Pauli Trainer Michael Frontzeck zum Zweitliga-Auftakt nicht wünschen. Die Hamburger bekommen es zu Beginn der neuen Spielzeit gleich mit einem Aufstiegsaspiranten zu tun. Der TSV 1860 München gastiert bei den Norddeutschen und will mit einem Sieg die Weichen von Beginn an Richtung Tabellenspitze stellen. Aber auch die Hanseaten wollen die schwierige vergangene Saison vergessen machen (Freitag, ab 20:15 Uhr im Live-Ticker)

Der FC St. Pauli geht mit gemischten Gefühlen in die neue Saison und hat mit den Münchener Löwen gleich einmal einen selbsternannten Aufstiegskandidaten vor der Brust. "Die Löwen sind eine große Herausforderung, die wir aber annehmen werden", zeigt sich St. Pauli Coach Frontzeck kämpferisch. Die letzte Spielzeit der Hamburger verlief wenig nach Plan - zwischenzeitlich grüßte man sogar aus dem Tabellenkeller. "Wir wollen uns in der dieser Saison verbessern. Wir hatten mit Platz 17 eine schwierige Situation, haben uns letztendlich von unten gelöst und Platz 10 erreicht", blickt der 49 Jahre alte Trainer zurück.

Der absolute Angstgegner



Dennoch wissen die "Kiezkicker" um die Bedeutung eines Auftaktsieges: "Ein guter Start ist wichtig, dann fällt vieles leichter", ist sich Frontzeck sicher. Und die Vergangenheit zeigt, ein Pauli-Sieg wäre nichts Ungewöhnliches. Der FC ist der absolute Angstgegner des TSV 1860. Der letzte Löwen-Sieg datiert vom 7. März 2010, als in München ein 2:1-Erfolg gelang. Besonders zwischen den Pfosten haben die Hamburger fast schon eine eingebaute Sieggarantie stehen. Philipp Tschauner gewann mit St. Pauli alle drei Zweitligaspiele gegen seinen Ex-Verein, für den er von 2006 bis 2011 49 Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz kam.

Auch der Verlust von Stürmer Daniel Ginczek soll an den Sieg-Chancen der Norddeutschen nichts ändern. "Wir haben gute Spieler abgeben, aber auch gute Spieler dazu bekommen", sagt Frontzeck, der zum Auftakt auf gleich vier Spieler verzichten muss: "Florian Mohr, Sebastian Schachten, Kevin Schindler und Dennis Daube fehlen uns verletzungsbedingt. Jan-Philipp Kalla ist am Mittwoch wieder voll in das Mannschaftstraining eingestiegen. Er wird wohl im Kader sein."

1860 mit Aufstiegsambitionen



Der TSV 1860 München verpasste den Aufstieg vergangene Saison nur knapp und setzt sich in der neuen Spielzeit selbigen als Ziel. Trainer Alexander Schmidt geht mit der Erwartungshaltung allerdings ganz selbstverständlich um. "Natürlich ist der Druck dadurch hoch, aber wir nehmen das an und machen uns keinen großen Kopf, sondern konzentrieren uns jetzt erst mal auf das Spiel am Millerntor." Für ihn ist das Spiel ohnehin ein "Highlight", dennoch nimmt Schmidt die Hamburger nicht auf die leichte Schulter: "Eine gute Mannschaft, sehr kompakt mit einem schnellen Umschaltspiel, dazu sehr kopfballstark. Das wird ein harter Brocken!"

Der Kader der "Sechziger" war vom ersten Vorbereitungstag an vollständig, was Schmidt als "Riesenvorteil" bezeichnet. Er will den "St. Pauli-Fluch" auch mit Blick auf die kommende Woche brechen: "Was jetzt zählt, ist ein guter Saisonstart, damit wir im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt eine gute Kulisse haben," gibt der 44 Jahre alte "Löwen"-Coach die Marschroute vor.

Highlight am Millerntor



Bei dem Unterfangen definitiv fehlen werden Daniel Bierofka, Vitus Eicher und Kodjovi Koussou. Auch Verteidiger Grzegorz Wojtkowiak befindet sich noch im Aufbautraining.

Ein Highlight wird das erste Abendspiel der neuen Zweitliga Spielzeit in jedem Fall. Oder um es mit Schmidts Worten zu sagen: "Volles Stadion, die Einlaufmusik von ACDC - wen das nicht mitreißt, wer da keine Gänsehaut bekommt, der ist kein Fußballer."




Schiedsrichteransetzung


News-Ticker zum Zweitligastart