Lautern arbeitet schon wieder, St. Pauli feiert munter weiter: Während Zweitliga-Meister 1. FC Kaiserslautern nach der Aufstiegsfeier mit zehntausenden Fans am Sonntag die Ärmel hochkrempelt, nimmt die Party beim FC St. Pauli nach der Rückkehr in die Bundesliga kein Ende.

Am Montag stand um 17 Uhr der Empfang bei Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust im Rathaus an. Dort konnten die Spieler allerdings nicht so auftreten, wie sie es am Vorabend laut grölend mit ihren Fans getan hatten: "Wir sind Zecken, schlafen unter Brücken oder in der Bahnhofsmission!" Ob sie nach der Aufstiegsfeier am Sonntag vor rund 50.000 Fans mitten auf der Reeperbahn überhaupt geschlafen haben, ist nicht überliefert.

"Kiezkicker" planen keine großen Veränderungen

Die "Hells Bells" erdröhnten pünktlich um 20:15 Uhr, als das Team den Balkon von Schmidts Tivoli betrat, dem Thater von Präsident Corny Littmann fast direkt neben der berühmten Davidswache. Vorher hatte die Mannschaft nach der nebensächlichen 1:2-Niederlage im abschließenden Saisonspiel gegen den FC Paderborn in einem offenen Bus die rund 500 Meter Luftlinie zwischen Stadion und dem Kiez zurückgelegt.

"Das ist doch unglaublich, vor drei Jahren haben wir hier zusammen den Aufstieg aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga gefeiert", rief Kapitän Fabio Moreno den Fans zu, "und nun gehen wir gemeinsam hoch in die Bundesliga!" Immerhin 13 aktuelle Profis standen damals schon im Kader - genau wie Trainer Holger Stanislawski.

Der Baumeister des Erfolges wird weiterhin kontinuierlich mit seinem Team arbeiten. Nur vier Neue sollen verpflichtet werden. Die mannschaftliche Geschlossenheit soll das Erfolgsgeheimnis des Clubs bleiben. "Wir wollen den Charakter der Mannschaft nicht verändern", sagte Stanislawaski, dessen Team am Dienstag zur Abschlussfahrt nach Mallorca aufbrechen wird. Danach steht am kommenden Dienstag das Spiel zum 100. Vereinsjubiläum gegen Celtic Glasgow an.

Kuntz auf Spielersuche

In Feierlaune sind die FCK-Verantwortlichen zwar auch noch, Clubchef Stefan Kuntz arbeitet aber bereits daran, die Klasse zu halten. "Jetzt ist wieder Pioniergeist gefragt. Es gilt nun, den ein oder anderen zu finden, den andere vielleicht übersehen", sagte Kuntz und beschrieb seine Hauptaufgabe in den kommenden Wochen.

Drei Profis hat der Kuntz bereits gefunden. Chadli Amri, Christian Tiffert und Oliver Kirch verstärken den viermaligen Deutschen Meister. Dagegen wird Torjäger Erik Jendrisek die Pfälzer in Richtung Schalke 04 verlassen. Die Zukunft von U-21-Nationalspieler Sidney Sam ist noch nicht geklärt.

Kuntz muss zudem noch andere Baustellen bearbeiten. Schließlich ist der Verbleib der ausgeliehenen Profis Georges Mandjeck, Markus Steinhöfer, Ivo Ilicevic und Daniel Pavlovic fraglich.