Dresden - Drittligist Dynamo Dresden lässt den VfL Osnabrück weiter um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zittern. Nach dem 1:1 (0:0) im Relegations-Hinspiel zwischen dem sächsischen Drittliga-Dritten und dem Zweitliga-Drittletzten aus Niedersachsen fällt die Entscheidung erst am Dienstag im Rückspiel in der osnatel Arena in Osnabrück.

Robert Koch hielt den achtmaligen DDR-Meister Dresden durch seinen Ausgleich (75.) nach der Gästeführung durch ein Eigentor von Lars Jungnickel (65.) im Rennen um die Rückkehr ins Unterhaus.

"Schmeichelhaft für Osnabrück"

"Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir waren die Mannschaft, die 90 Minuten nach vorne gespielt hat, wir waren taktisch und spielerisch überlegen, und haben nach dem Rückstand große Moral bewiesen. Das Unentschieden ist für Osnabrück schmeichelhaft, lässt uns aber für Dienstag noch eine kleine Chance", resümierte Dynamo-Trainer Ralf Loose nach dem Schluss etwas frustriert.

Sein VfL-Kollege Heiko Flottmann stellte den für Osnabrück wichtigsten Aspekt des Resultates in den Vordergrund: "Wir wollten ein Tor machen, und das haben wir geschafft", sagte der Coach und monierte die Leistung seiner Elf in den meisten Phasen des Spiels: "Wir haben oft nicht so gespielt, wie wir es uns vorgestellt haben, denn wir können besser Fußball spielen."

Wenig Großchancen für Osnabrück

Die Gastgeber unterstrichen fünf Jahre nach ihrem Abstieg aus der 2. Bundesliga im ersten Durchgang mit enormem Engagement ihren Aufstiegswillen. Allerdings konnte Dresden aus seinen größeren Spielanteilen kein Kapital schlagen. Die beste Chance der spürbar auf die Führung drängenden Platzherren vor der Pause vergab Dani Schahin zwei Minuten vor der Pause, als der 21-Jährige mit einem Schuss aus zwölf Metern an Osnabrücks Schlussmann Tino Berbig scheitert. Zuvor schon hatten zwei Mal Timo Röttger (11. und 34.) sowie Thomas Hübener (21.) nach einem Fehler von Berbig gute Gelegenheiten für die Dresdner ausgelassen.

Osnabrück, das 2009 in der ersten Zweitliga-Relegation gegen den damaligen Drittligisten SC Paderborn den Kürzeren gezogen und erst am vergangenen Wochenende durch einen 1:0-Sieg beim FC Ingolstadt den direkten Wiederabstieg in die 3. Liga verhindert hatte, bemühte sich nach anfänglicher Absicherung seines Strafraumes erst Mitte der ersten Spielhälfte um offensive Akzente. Allerdings entsprang die einzige nennenswerte Möglichkeit der Gäste einer Einzelleistung von Konstantin Engel, der mit einem Schuss aus gut 20 Metern an Dynamo-Torhüter Benjamin Kirsten scheiterte (19.).

Kirsten pariert glänzend

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine offenere Begegnung, weil die Gäste besser mitspielten und ihrerseits prompt zu guten Chancen kamen. Doch Alexander Schnetzler (54.) fand ebenso in Kirsten seinen Meister wie Flamur Kastrati (55.).

Lohn für die Leistungssteigerung des VfL war die glücklich zustande gekommene Führung: Nach einer Ecke misslang zunächst ein Kopfball-Versuch von Kevin Mauersberger, doch der Ball prallte Dresdens irritiertem Abwehrspieler Lars Jungnickel auf die Füße und von dort ins Dynamo Tor. Der Treffer war das erste Tor eines Zweitligisten seit Einführung der Relegation in der Saison 2008/09. In der Schlussphase drängte Dynamo auf den Siegtreffer, hatte aber Pech im Abschluss. So verfehlte ein Schahin-Freistoß in der 90. Minute das Ziel nur um Zentimeter.

Dresden antwortete wütend und kämpfte wenigstens um ein Remis. Einen Fehler in Osnabrücks Abwehr nutzte Koch denn auch zum verdienten Ausgleich.

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