München - Die Spitzengruppe kann wieder ganz eng zusammenrücken am Sonntag. Mit dem SC Paderborn und Eintracht Frankfurt stehen sich nämlich zwei Konkurrenten im direkten Duell gegenüber, außerdem will der FC St. Pauli gegen Eintracht Braunschweig wichtige Zählern im Aufstiegsrennen holen.

In Frankfurt geht es bei der Partie FSV gegen den Karlsruher SC einzig und allein um den Klassenerhalt (alle Spiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio)

SCP-Trainer Roger Schmidt bezeichnet die Hessen als "die mit Abstand am besten besetzte Mannschaft der 2. Bundesliga" und hat Respekt: "Ich bin sehr gespannt, ob wir gegen dieses absolute Spitzenteam mithalten können." Aber die Ostwestfalen haben seit neun Spielen zuhause nicht mehr verloren, und Zuversicht gibt Schmidt auch die jüngste Leistung beim 2:2-Unentschieden gegen Dynamo Dresden: "Da haben wir zu unserer alten Stärke zurückgefunden. Wir müssen wieder als Mannschaft extrem gut funktionieren."

Neben den schon länger verletzten Jens Wissing, Sven Krause, Sören Gonther und Markus Palionis muss der SCP allerdings auf weitere Akteure verzichten. Thomas Bertels fehlt wegen einer Knochenhautreizung am Schienbein, Youngster Niclas Erlbeck krank abgemeldet. Ebenfalls sehr eng wird es für die Einsätze von Mannschaftskapitän Markus Krösche (Oberschenkelverletzung) und Routinier Rolf-Christel Guie-Mien (Rückenprobleme). "Ich werde mir in Ruhe überlegen, wie das Gesamtkonstrukt aussehen kann. Aber natürlich müssen wir einige Spieler umfunktionieren", sagte Schmidt.

"Es gibt keine Verschnaufpause. Es wird immer enger und du darfst dir keine Ausrutscher leisten", weiß Gäste-Coach Armin Veh um die Brisanz an der Spitze. Beim Gegner beeindrucken ihn besonders Top-Torjäger Nick Proschwitz (14 Treffer), die Gefährlichkeit bei Standards und der enorme Teamgeist. Mit Pirmin Schwegler steht bei der Eintracht wieder eine Alternative im Mittelfeld bereit und mit Mo Idrissou eine im Angriff. "Pirmin ist fit und hat gut und viel trainiert. Ich hätte keine Bedenken ihn zu bringen", sagt Veh, der angesprochen auf Idrissou auch eine Systemänderung auf zwei Spitzen in Erwägung zieht.



Schiedsrichteransetzungen

Die "Kiezkicker" (45 Punkte) stehen zwar deutlich vor dem Aufsteiger (31 Zähler), einen Spaziergang erwarten die Gastgeber aber keineswegs. "Die Eintracht hat ein sehr gutes Umkehrspiel und verteidigt aggressiv. Besonders nach Ballgewinn haben die Braunschweiger ein gutes Konterspiel. Hinzu kommt, dass sie bei Standards sehr gefährlich sind", warnt Andre Schubert, der sich der Favoritenrolle seiner Mannschaft aber bewusst ist: "Wir wollen unser Spiel durchziehen." Nicht nur aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse am Millerntor erwartet er keinen Leckerbissen: "Es geht in die entscheidende Saisonphase. Es wird jetzt in allen Partien um jeden Zentimeter gekämpft, da muss sich jede Mannschaft anpassen." Fehlen werden definitiv Philipp Tschauner (Schulterverletzung), Lasse Sobiech (Entzündung im Sprunggelenk) und Marius Ebbers (muskuläre Probleme im Oberschenkel), Carlos Zambrano ist nach einer Grippe aber wieder fit.

Die Gäste fühlen sich in der Rolle des Underdogs wohl und erinnern sich gerne an ihren 1:0-Coup im Hinspiel. Nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg (3 Unentschieden, 2 Niederlagen) wäre ein erneuter Zähler ein Erfolg. "Man sieht den Jungs den Willen an, den Bock umzustoßen. Aber wenn wir mit einem Zähler aus Hamburg zurückkehren sollten, dann machen wir es halt weiter wie ein Eichhörnchen", sagt Torsten Lieberknecht. Der Trainer kann auch auf Pascal Gos (grippaler Infekt) und Dennis Kruppke (Wadenbeschwerden) zählen, die unter der Woche kürzer treten mussten.



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Der FSV hat mit dem KSC einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg zu Gast. Für FSV-Cheftrainer Benno Möhlmann gibt's deshalb auch nur ein Ziel: "Es geht in allererster Linie darum, gegen den KSC zu gewinnen. Das ist eine Aufgabe gegen einen Mitkonkurrenten in unserem Frankfurter Volksbank Stadion und da zählen in allererster Linie die Punkte. Wir müssen natürlich dabei sehen, dass wir auch die fußballerischen Dinge beachten: Wir müssen defensiv stabil stehen, aber auch die Offensive suchen, mutig und entschlossen nach vorne spielen und Tore schießen. Wir werden laufen, kämpfen und Fußball spielen, um den KSC zu schlagen." Er hat durchaus Respekt vor den Badenern. "Der KSC hat sich in der Winterpause personell verstärkt, ein paar neue Spieler hinzubekommen und zu seiner Spielweise gefunden", so Möhlmann: "Der KSC ist wieder zuversichtlich. Das ist schon ein Spiel auf Augenhöhe." Marcel Gaus (Gelb-Sperre), Mario Fillinger (Knöchelbruch), Sven Müller (Reizerguss im Knie) und Tufan Tosunoglu (Reha nach Kreuzbandriss/ Quadrizepsmuskelriss) fallen aus.

Die Gäste werden von mindestens 3000 Fans begleitet und wollen für eine Heimspielatmosphäre sorgen. KSC-Cheftrainer Jörn Andersen fordert seine Mannschaft auf, mit dem Rückenwind aus den letzten drei Spielen von Beginn an das Spiel zu machen. "Wir dürfen nicht den Fehler machen und abwartend spielen", so der 49-jährige Norweger: Es gelte, "aus einer geordneten Defensive und mit harter Arbeit gegen den Ball ins Spiel zu kommen". Weiterhin fehlen wird Angreifer Christian Timm aufgrund von Problemen am Oberschenkel. Für ihn könnten der zuletzt wieder treffsichere Klemen Lavric oder Simon Zoller, der im Testspiel gegen Offenbach unter der Woche beide KSC-Treffer erzielte, von Beginn an auflaufen. Zudem kehrt Matthias Cuntz nach abgesessener Gelb-Sperre zumindest wieder zurück in den Kader, Delron Buckley fehlt hingegen letztmals nach seiner Rot-Sperre.



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