2. Bundesliga

Simon Terodde: Der König der 2. Bundesliga

Mit nunmehr 154 Toren ist Simon Terodde vom FC Schalke 04 seit dem 14. Spieltag 2021/22 der alleinige Rekordtorschütze der 2. Bundesliga. Eine Bestmarke, die vor allem deshalb so spektakulär ist, weil der Mittelstürmer auf dem Weg dorthin für sechs verschiedene Clubs auflief.

Kaum ein Tor könnte das Phänomen Simon Terodde besser beschreiben als jenes, was den 33-Jährigen endgültig zur großen Legende der 2. Bundesliga gemacht hat: Bei der Partie gegen den SV Werder Bremen am 14. Spieltag schlich sich der Stürmer des FC Schalke 04 im Rücken von Ömer Toprak davon, lauerte auf den zweiten Ball und stand schließlich exakt dort, wo die Kugel nach der Parade von Jiri Pavlenka hinsprang. Terodde vollstreckte mustergültig per Flugkopfball.

Es ist die Aktion eines Instinktstürmers, der seinen Gegenspielern immer einen Schritt voraus ist. Manche sagen, das könne man nicht lernen. Terodde hat dieses Gespür über die Jahre hinweg perfektioniert. Er ist kein besonders begnadeter Techniker, er gehört nicht zu den schnellsten Spielern seiner Zunft, er hat auch keine außergewöhnliche Schusstechnik. Aber er trifft wie kaum ein Zweiter im deutschen Profifußball. Und das über viele Jahre hinweg sehr konstant. Sein Hoheitsgebiet ist der Strafraum, nur in den seltensten Fällen trifft er von außerhalb der Box. Er netzt regelmäßig mit rechts, mit links und mit dem Kopf und gilt außerdem als sicherer Elfmeterschütze.

Wandervogel Terodde überall erfolgreich

>>> Terodde ist neuer Rekord-Torschütze der 2. Bundesliga

Anders als der bisherige Zweitliga-Rekordtorjäger Dieter Schatzschneider, der seine Tore in den späten 1970er- und 80er-Jahren ausschließlich für Hannover 96 und Fortuna Köln erzielte, war Terodde in den letzten zehn Jahren ein regelrechter Wandervogel.

Seine 154 Tore in der 2. Bundesliga verteilen sich relativ ausgewogen auf den 1. FC Union Berlin (23), den VfL Bochum (41), den VfB Stuttgart (25), den 1. FC Köln (29), den Hamburger SV (24) und den FC Schalke 04 (12). Und so kurios sich das anhören mag: Vier dieser sechs Clubs spielen - auch dank Terodde - heute in der Bundesliga, wohingegen der Stürmer selbst seine Tore nach wie vor in der 2. Bundesliga schießt.

Ladehemmung in der Bundesliga - 200 Tore im Visier

Dabei gab es immer wieder mal Versuche, eine Etage höher so richtig anzugreifen. Der dreifache Zweitliga-Torschützenkönig weckte natürlich Begehrlichkeiten aus der Bundesliga. Zweimal stieg Terodde sogar selbst auf, zunächst 2017 mit dem VfB Stuttgart und schließlich 2019 mit dem 1. FC Köln. Warum der Knipser in der Beletage des deutschen Fußballs aber nicht mehr an die Torquote aus der 2. Bundesliga anknüpfen konnte (10 Tore in 58 Einsätzen), bleibt ein Rätsel.

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Terodde, so scheint es, hat sich längst damit angefunden. Er wird seinen Legenden-Status in den nächsten Jahren gewiss noch ausbauen. Die 200-Tore-Marke zu knacken, das dürfte das nächste ambitionierte, aber absolut realistische Ziel des 33-Jährigen sein. Da könnte ihm eigentlich nur noch ein Schalker Aufstieg einen Strich durch die Rechnung machen.