Dresden - Dynamo Dresden ist zum Siegen verdammt: Der sächsische Drittliga-Dritte steht vor dem Relegations-Hinspiel zur 2. Bundesliga am Freitag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) gegen den VfL Osnabrück gewaltig unter Druck.

Der Traditionsverein ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und muss sogar um die Lizenz bangen, sollte es mit dem Aufstieg nicht klappen.

Verpatzte Generalprobe mit der B-Elf

Sportlich wollen sich die Dresdner davon aber nicht beeindrucken lassen. Immerhin erkämpfte sich das Team von Trainer Ralf Loose in einem packenden Vierkampf im Saisonfinale gegen Rot-Weiß Erfurt, Kickers Offenbach und den SV Wehen Wiesbaden den begehrten Relegationsplatz. Mit einer B-Elf verlor der ehemalige Bundesligist am Mittwoch jedoch die Generalprobe im Landespokal-Halbfinale gegen Viertligist RB Leipzig (1:2).

Mehr als 60.000 Zuschauer wollten das Duell mit dem Drittletzten der 2. Bundesliga verfolgen - aber nur gut 30.000 passen in die Arena. Bereits elf Stunden vor dem Vorverkaufsstart standen die Fans nach Tickets an, am Montagmorgen bildete sich vor den Kassenhäuschen eine über 200 Meter lange Schlange.

Doch nicht nur die Fans sind heiß auf das Spiel, sondern auch die Mannschaft. Cristian Fiel erklärte kurz und knapp: "Die Situation ist einfach geil!" Der Mittelfeldakteur verspricht, dass "die Post abgehen wird. Das Kribbeln, die Spannung und die Freude vor dem Spiel überwiegen einfach." Sein Wunschergebnis für das Hinspiel wäre "ein 3:0. Aber auch mit einem knappen Sieg wären wir zufrieden".

Verletzungssorgen bei Dynamo

Chefcoach Loose glaubt ebenfalls an sein Team: "Die Mannschaft muss wissen, dass sie nach der Aufholjagd in der Liga auch die Chance hat, gegen Osnabrück zu gewinnen."

Die Situation im Dynamo-Kader sieht hingegen weniger gut aus. So konnten Thomas Hübener, Gerrit Müller und Dani Schahin nur angeschlagen mittrainieren. Florian Grossert fällt verletzungsbedingt ganz aus. Auch Sebastian Schuppan wird für das Hinspiel fehlen, da er im letzten Spiel seine fünfte gelbe Karte erhielt.

Enochs gibt sich zuversichtlich

Von der Euphorie in Sachsen lassen sich die Osnabrücker nicht beeindrucken. "Wir haben einen Plan, und der ist auf Sieg ausgerichtet. Wir wollen mit voller Überzeugung nach vorn spielen", sagte VfL-Trainer Heiko Flottmann und machte deutlich: "Nach unserem Sieg in Ingolstadt sind in der Mannschaft Lockerheit, aber auch Entschlossenheit und Selbstvertrauen zu spüren."

Die Niedersachsen gehen nach dem 1:0 am letzten Spieltag in Ingolstadt mit einem guten Gefühl in die Entscheidungsspiele. "Wir sind auch in dem zu erwartenden Hexenkessel in der Lage, Druck auf Dynamo auszuüben", sagte Assistenztrainer und VfL-Rekordspieler Joe Enochs, "sie sind eine sehr offensiv- und kampfstarke Truppe. Aber wir haben die Qualität, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen."

Bricht Osnabrück den "Relegationsfluch"?

Die Osnabrücker, die Dresden am Dienstag (20.30 Uhr) zum Rückspiel empfangen, treten zum zweiten Mal in der Relegation an. 2009 stiegen die "Lila-Weißen" gegen Paderborn aus der 2. Bundesliga ab, um im vergangenen Jahr als Drittligameister die Rückkehr zu feiern.

Gegen Dynamo soll der erneute Absturz nach nur einer Saison verhindert werden. Seit der Einführung der Relegation war jedoch mit Paderborn und Ingolstadt bisher jeweils der Drittligist siegreich. In vier Spielen schoss der Zweitligist außerdem noch kein einziges Tor.

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