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Edin Džeko brauchte bei seinem ersten Auftritt in Königsblau nur 20 Minuten für seinen ersten Treffer
Edin Džeko brauchte bei seinem ersten Auftritt in Königsblau nur 20 Minuten für seinen ersten Treffer - © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Edin Džeko brauchte bei seinem ersten Auftritt in Königsblau nur 20 Minuten für seinen ersten Treffer - © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
2. Bundesliga

Geliefert wie bestellt - Džeko bringt auf Schalke die Hoffnung zurück

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Nur 20 Minuten hat der neue Stürmerstar des FC Schalke 04 gebraucht, um seine ganze Klasse ein erstes Mal aufblitzen zu lassen. Nach seiner Einwechslung sorgte der jetzt älteste Torschütze der 2. Bundesliga mit seinem Premierentreffer für neue Hoffnung auf Schalke.

Kein Thema beherrschte die Schlagzeilen rund um den FC Schalke 04 in der jüngeren Vergangenheit so sehr wie die Verpflichtung von Edin Džeko. Der Stürmer sollte in erster Linie die Abschlussschwäche des Tabellenführers, der in der Hinrunde lediglich 22 Treffer erzielt hatte, beheben. In seinem ersten Einsatz brauchte der Bosnier dafür nur rund 20 Minuten. Gegen den 1. FC Kaiserslautern lagen die Königsblauen zurück, als der Hoffnungsträger in der 67. Minute von der Bank kam.

"Geplant waren 15 Minuten, aber wir haben ihn heute früher gebraucht", verriet S04-Trainer Miron Muslić nach der Partie. Zunächst musste Džeko allerdings mit ansehen, wie die Gäste aus der Pfalz den zweiten Treffer erzielten. Doch Schalke gab nicht auf und der Neuzugang tat das, wofür man ihn verpflichtet hat: Tore erzielen. Einen langen Ball pflückte Džeko mit dem Rücken zum Tor mit der Brust herunter, gewann den Zweikampf mit Gegenspieler Maxwell Gyamfi und blieb vor FCK-Keeper Julian Krahl eiskalt. 

Miron Muslić freut sich über den Premierentreffer seines Landsmannes - IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Terodde: "Das ist Weltklasse"

Verdientes Lob gab es im Nachhinein vom ehemaligen Schalke-Torjäger Simon Terodde: "Er bringt alles rein, was wir von ihm erwartet haben. Wie er sich reinlegt, mit dem Rücken zum Tor den Ball mitnimmt und abschließt, das ist Weltklasse", schwärmte sein Vorgänger. Mit seinem Tor legte Schalkes neue Sturmhoffnung den Grundstein für einen fulminanten Schlussspurt. "Er hat die Bude angezündet, vorher war nicht viel los. Er holt das Spiel wieder zurück, normal fällt da ja kein Tor", so Terodde weiter.

Auch für seinen Trainer war Džekos Treffer in der 87. Minute der entscheidende Moment. "Edin wusste, was wir brauchen, und Edin hat geliefert. Seine Klasse bringt uns zurück ins Spiel, bringt das ganze Stadion zurück, bringt die Hoffnung zurück", freute sich Muslić über den Premierentreffer seines neuen Starstürmers. Beflügelt vom Anschlusstreffer und angestachelt von der lautstarken Unterstützung des eigenen Anhangs gelang Schalke sogar der späte Ausgleich durch Kenan Karaman in der 90. Minute. Wieder hatte Džeko mit seiner Präsenz im Strafraum einen gewissen Anteil.

Auch mit 39 Jahren hat Edin Džeko das Toreschießen nicht verlernt - IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Džeko: "Habe nicht auf das Geld geschaut"

Der Stürmer selbst hätte die Aufholjagd gerne noch mit einem dritten Treffer gekrönt, zeigte sich aufgrund des Spielverlaufs nach Abpfiff aber versöhnlich: "Ich wollte nach dieser überragenden Woche drei Punkte holen, das haben wir leider nicht geschafft, aber die Mannschaft hat einen sehr guten Charakter gezeigt, das fühlt sich ein bisschen wie ein Sieg an."

Mit seinem Treffer knackte der 39-Jährige zudem den Rekord als ältester Torschütze der 2. Bundesliga, den die damals 95 Tage jüngere Fußballlegende Helmut Haller seit der Saison 1978/79 inne hatte. "Er hat Klasse und Klasse ist wie guter Wein", erklärte Muslić angesprochen auf Džekos Alter und freute sich zudem darüber, wieder einen Zielspieler im Kader zu haben, der Bälle festmachen und Spiele mit wenigen Aktionen entscheiden kann: "Das hat uns in den letzten sieben Monaten gefehlt."

Der Bosnier trägt zwar erst wenige Tage Königsblau, hat sich aber schon außerordentlich gut eingelebt. "Von Anfang an wollte ich hierher kommen, habe nicht auf das Geld geschaut, möchte der Mannschaft helfen und vor diesem Publikum spielen. Ich bin sehr glücklich dass das geklappt hat mit dem Tor und ich hoffe, dass wir nächste Woche gewinnen", so Džeko, der nach einer halben Stunde Spielzeit schon absoluter Publikumsliebling auf Schalke ist.

Christian Kühlborn