
Edin Džeko über Schalke-Wechsel: "Braucht ihr noch einen Stürmer?"
Starstürmer Edin Džeko berichtet über den spektakulären Winter-Transfer zum FC Schalke 04 und ein Schlüsselerlebnis in Italien.
Dieser Transfer könnte sich als einer der genialsten Schachzüge in der Historie der 2. Bundesliga erweisen: Mit Edin Džeko hat der FC Schalke 04 womöglich das entscheidende Puzzleteil dazugeholt, um im Sommer nach drei Jahren in die Bundesliga zurückzukehren. In nur fünf Einsätzen hat der Weltklasse-Stürmer bereits vier Tore und drei Assists beigesteuert!
Nicht wenige sind der Meinung, dass Džeko trotz seiner fast 40 Jahre (Geburtstag am 17. März) zu gut für die 2. Bundesliga ist. Doch der Bosnier hatte große Lust auf die Herausforderung Schalke, will mit dem Traditionsverein unbedingt aufsteigen und die Atmosphäre dieses speziellen Clubs aufsaugen. Nun ist der frühere Stürmer des VfL Wolfsburg, Manchester City, AC Florenz und Co. auf die Hintergründe seines Wechsels noch mal detailliert eingegangen.

"Da kam mir plötzlich Schalke in den Kopf"
Kurz vor dem Jahreswechsel spielte Džeko mit der Fiorentina in Parma, der 146-fache bosnische Nationalspieler kam trotz eines 0:1-Rückstandes nicht zum Zug, musste auf der Bank schmoren. Ein klares Zeichen für den 39-Jährigen, dass seine Station in Italien enden und ein neues Abenteuer her muss.
Im Interview mit der Sport Bild erklärt Džeko: "Am Tag nach dem Spiel haben wir mit der Mannschaft zusammen Mittag gegessen. Ich bin nach dem Essen allein in dem Raum sitzen geblieben und habe nachgedacht. Ich habe mich gefragt: Was will ich? Was brauche ich? Ich kam zu der Antwort: Ein emotionales Stadion mit lauten Fans. Einen Verein, der mich noch einmal mitreißt. Da kam mir plötzlich Schalke in den Kopf. In dem Moment habe ich sofort mein Handy in die Hand genommen und Nikola (Nikola Katić, Anm. d. Red.) geschrieben."

"Brate" Nikola Katić stellt den Kontakt her
"Braucht ihr noch einen Stürmer?", schrieb Džeko seinem bosnischen Freund. Und "Brate" Katić, wie sich die beiden herzlich rufen, meldete sich natürlich umgehend zurück. Der S04-Abwehrchef stellte den Kontakt zu Trainer Miron Muslić her.
"Ich habe ihm von Anfang an klar gesagt: Geld ist mir nicht wichtig. Ich hatte andere Angebote, die deutlich lukrativer waren. Aber darum ging es mir überhaupt nicht. Ich habe für diesen Verein gerne auf Geld verzichtet", schildert Džeko das Gespräch mit Muslić. Knapp einen Monat später war der Sensations-Transfer perfekt.
Hängt Džeko noch ein Jahr dran?
Bis heute kann Königsblau sein Glück kaum fassen, einen Stürmer dieses Formats im Aufstiegskampf auf seiner Seite zu wissen. Und das mindestens bis zum Saisonende. Eine Fortsetzung der Karriere über den Sommer hinaus ist für Džeko keineswegs ausgeschlossen.
"Ich bin kein Typ, der einige Monate vorher schon sagen kann, dass er aufhören wird. Ich plane nicht so weit in die Zukunft. Ich werde im Sommer auf meinen Körper hören, und momentan fühle ich mich noch sehr gut. Und ich habe immer noch Ziele", so Džeko, den ein Jahr Bundesliga sicher noch mal reizen dürfte.
Nach dem Heimspektakel gegen gegen Magdeburg (5:3), bei dem der Routinier mit zwei Scorerpunkten (ein Tor, ein Assists), einen maßgeblichen Anteil am Sieg hatte, sind Schalke Džeko elf Spieltage vor Schluss auf dem besten Weg, die großartige Story gemeinsam rundzumachen.
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