Köln - Kurz vor Ende der Transferperiode wechselte der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig Rouwen Hennings vom FC Burnley zu Fortuna Düsseldorf. Dort hat sich der 29-Jährige inzwischen prima eingelebt und mit drei Treffern in den letzten vier Partien gezeigt, dass er von seinen Torjägerqualitäten nichts eingebüßt hat. Im Interview mit bundesliga.de spricht Hennings über seine Ziele mit der Fortuna.

bundesliga.de: Rouwen Hennings, seit rund acht Wochen sind Sie bei Fortuna Düsseldorf. Wie leicht wurde Ihnen die Eingewöhnung gemacht? Wie fällt Ihr Fazit der ersten zwei Monate aus?

Hennings: Ich wurde in der Mannschaft und im Verein sehr gut aufgenommen. Wir haben mit der Familie auch schnell ein schönes Haus gefunden, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Die Bedingungen haben gepasst. Auch sportlich ist es bisher ganz ordentlich gelaufen.

bundesliga.de: Sie haben in den letzten vier Spielen dreimal getroffen. Es sieht so aus, als würden Sie mit der Mannschaft schon gut harmonieren.

Hennings: Ja, die 2. Bundesliga kenne ich natürlich schon ganz gut. Die neuen Mitspieler musste ich zwar erst kennen lernen, aber ich wusste schon, worauf es ankommen würde. Das hat mir der Trainer in den Gesprächen auch vorher schon gesagt. Die Fortuna hatte ein klares Anforderungsprofil, in das ich gepasst habe. Ich war derjenige, den sie gerne haben wollten. Und ich konnte wieder den Fußball spielen, den ich gerne spiele.

"Glücklich im Hier und Jetzt bei der Fortuna"

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bundesliga.de: Vorher waren Sie ein Jahr in England. Warum wollten Sie wieder zurück nach Deutschland? Was haben Sie auf der Insel vermisst?

Hennings: Vor allem die Spielzeit. Ich habe im letzten Teil der vergangenen Saison nur wenig gespielt. Ich denke, dass meine Rolle in dieser Saison auch nicht großartig anders gewesen wäre. Das war mir aber zu wenig, ich wollte wieder spielen. Außerdem wollte ich mit meiner Familie auch keine weiteren Experimente machen. Für meine Kinder war es schon schwer genug mit der neuen Sprache und der neuen Umgebung. Deshalb wollten wir zurück nach Deutschland.

bundesliga.de: In Düsseldorf haben Sie nun Friedhelm Funkel wieder getroffen, dem Sie vor zweieinhalb Jahren als Stürmer des Karlsruher SC mit einem Dreierpack den Job als Coach bei 1860 München gekostet haben. Haben Sie darüber schon mit ihm geflachst?

Hennings: Das kam schon mal zur Sprache. (lacht) In jedem Trainerleben gibt es sicher mal einen Spieler, der einem den Job gekostet hat. Aber wir sind jetzt beide glücklich im Hier und Jetzt bei Fortuna.

"Wir sind auf einem guten Weg"

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bundesliga.de: Bei Fortuna sieht die sportliche Situation nach zwei wenig befriedigenden Spielzeiten wieder viel besser aus. Wie stabil ist die Mannschaft bereits?

Hennings: Wir wissen, dass wir eine wirklich gute Mannschaft mit Qualität haben. Wir wissen aber auch, dass wir in jedem Spiel an die Grenzen gehen müssen, um Punkte und Siege zu holen, weil die 2. Bundesliga sehr ausgeglichen ist. Wir haben einige junge Spieler in der Truppe, die in Zukunft noch Großes erreichen können. Sie sind technisch und fußballerisch auf einem sehr hohen Niveau. Es macht Spaß, mit diesen Jungs zusammen zu spielen.

bundesliga.de: Fortuna Düsseldorf hat in dieser Saison nur zwei von neun Partien verloren und zwar die Auswärtsspiele in Heidenheim und Braunschweig, also bei den derzeit beiden besten Mannschaften der 2. Bundesliga. Das spricht für eine positive Entwicklung. Wie sehen die Ziele der Fortuna aus?

Hennings: Der Verein möchte nach zwei unruhigen Jahren wieder eine ruhige Saison erleben. Dafür sind wir auf einem guten Weg. Aber es ist noch ein langer Weg. Mein Ziel ist es, verletzungsfrei zu bleiben und so viel wie möglich zu spielen. Ich will der Mannschaft dabei helfen, guten Fußball zu spielen. Wir fahren gut damit, von Spiel zu Spiel zu schauen. Es nützt nichts, eine bestimmte Punktzahl bis zur Winterpause als Ziel auszurufen.

"Kann mir vorstellen, länger hier zu bleiben"

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bundesliga.de: Sie sind vom FC Burnley bis zum Saisonende an die Fortuna ausgeliehen. Wie soll es danach weitergehen?

Hennings: Ich kann mir vorstellen, länger hier zu bleiben. Ich habe mir extra keinen Verein nur für ein Jahr ausgesucht. Aber letztendlich entscheiden bei der Sache viele Leute mit. Noch haben wir ja ein bisschen Zeit, bis wir das Angriff nehmen.

bundesliga.de: Am Freitag empfängt Düsseldorf den Vorletzten Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen haben noch kein Spiel gewonnen, aber auch nie hoch verloren. Wie schätzen Sie die Arminia ein?

Hennings: Die Arminia hat viele erfahrene und qualitativ gute Spieler in ihren Reihen. Wir müssen wieder alles in die Waagschale schmeißen, um die drei Punkte zu holen. Man kann gegen jede Mannschaft der Liga gewinnen, aber auch verlieren. Ich hoffe, dass wir unser Ding durchziehen und uns auf unsere Stärken konzentrieren. Wenn uns das gelingt, denke ich, dass wir das Spiel gewinnen werden.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski