
Relegation-Rückspiel: "Wir wissen alle, um was es geht"
Am Dienstagabend geht es im Sportpark Ronhof um alles! Die SpVgg Greuther Fürth und Rot-Weiss Essen kämpfen um die Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga in der neuen Saison. Gastgeber Fürth muss einen 0:1-Rückstand aufholen. Wie wollen beide Mannschaften das Relegations-Rückspiel angehen?
Rot-Weiss Essen nimmt den Vorsprung von der Hafenstraße mit nach Franken – getragen von Leidenschaft, Wucht und diesem Freistoßhammer von Torben Müsel, der das Hinspiel endgültig kippen ließ. RWE träumt vom sechsten Aufstieg in die 2. Bundesliga – dem ersten seit 20 Jahren. Doch entschieden ist gar nichts. Die SpVgg Greuther Fürth braucht zuhause nur ein Tor und der Ronhof wird brennen!
Doch für Essen kommt Verwalten nicht infrage. Trainer Uwe Koschinat macht deutlich: "Der schlechteste Ratgeber wäre, nur defensiv zu agieren." Statt den Vorsprung zu sichern, hat der RWE-Coach "eine sehr, sehr klare Idee" und will mutig bleiben: "Wir werden absolut bestrebt sein, möglichst schnell auch selbst in Führung zu gehen."

"Alles andere wäre fehl am Platz!"
Auf der anderen Seite steht Greuther Fürth – Spitzenreiter der ewigen 2BL-Tabelle und das Team mit den meisten Zweitliga-Spielen. Abgestiegen ist das Kleeblatt bisher nur 1983 als SpVgg Fürth – der nächste Abstieg würde das Ende einer Ära bedeuten. Trainer Heiko Vogel kennt die Dimension dieses Abends: "Wir wissen alle, um was es geht."
Vogel fordert die richtige Mentalität: "Wenn man eine gewisse Nervosität aufgebaut hat, gehört das dazu – alles andere wäre fehl am Platz." Nach vorne müsse seine Mannschaft aber deutlich mehr entwickeln als noch im Hinspiel. Für die Treffer soll dabei vor allem Noel Futkeu sorgen. Der Torschützenkönig der 2. Bundesliga blieb im Hinspiel gegen seinen Jugendverein bei nur 15 Ballkontakten blass.
Jetzt wird es doppelt emotional: es ist sein letzter Auftritt im Fürther Trikot, Eintracht Frankfurt hat die Rückkaufoption gezogen. Das gleiche gilt für Branimir Hrgota, Rekordtorschütze des Vereins in der 2. Bundesliga, ein Spieler für große Momente. Genau so einen braucht das Kleeblatt jetzt. Denn bislang hat erst ein einziges Zweitliga-Team eine Relegation nach einer Hinspiel-Niederlage noch gedreht.
Vorfreude und Kampfansagen
Neben seinen Führungsspielern setzt Fürth nun auf den Ronhof. "Unser Stadion kann extrem laut sein. Unsere Fans haben die Fähigkeit, eine Superpower zu sein", schwärmt Heiko Vogel und ergänzt: "Ich freue mich, dass wir so ein Spiel zu Hause bestreiten dürfen."
“Ich glaube, an die Hafenstraße wird Fürth nicht herankommen“, konterte Koschinat und versprach: "Die Fans werden die Hafenstraße nach Fürth tragen." Auch auf Töne aus dem Kleeblatt-Lager reagierte der RWE-Coach: "Ein Klassenerhalts-Versprechen wie das von Hrgota ist kühn – aber das ist normal. Der eine oder andere Spieler war möglicherweise von der Hafenstraße beeindruckt."
Schon nach dem Hinspiel gerieten Koschinat und Vogel verbal aneinander. Und auch im Rückspiel ist also alles angerichtet für einen hitzigen Abend, denn für beide steht alles auf dem Spiel. Die Halbzeit ist vorbei – jetzt kommt das Finale!










