Köln - Seit Jahresbeginn spielt Pascal Köpke für den FC Erzgebirge Aue. Mit zehn Toren in der Rückrunde gehörte er zu den Stützen des Aufsteigers, der nach nur einem Jahr Abstinenz die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga geschafft hat. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 20-jährige Stürmer über die Stärken der Veilchen, die Rolle von Trainer Pavel Dotchev und seine Ziele für die neue Saison.

bundesliga.de: Pascal Köpke, der FC Erzgebirge Aue hat das Training wieder aufgenommen. Wie sind die ersten Einheiten gelaufen?

Pascal Köpke: Wir hatten zwischendurch schon einmal eine Woche trainiert, damit die Unterbrechung durch den Urlaub nicht zu lange dauert und haben dann noch einmal sechs Tage frei gehabt. Jetzt geht es erst richtig los. Wir haben genug Zeit, um uns auf die 2. Bundesliga vorzubereiten. Wir werden jetzt eine super Vorbereitung absolvieren und dann für den Saisonstart vorbereitet sein.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung im Team? Ist die Aufstiegseuphorie noch da?

Köpke: Die Stimmung ist bei uns wie schon in der letzten Saison immer gut. Die Neuzugänge wurden prima aufgenommen. Wir freuen uns, dass es jetzt los geht.

"In Karlsruhe habe ich nie richtig meine Chance bekommen"

bundesliga.de: Vor einem halben Jahr gehörten Sie noch selbst zu den Neuzugängen. Nach einer tollen Rückrunde mit zehn Toren in 14 Spielen sind Sie beim FCE geblieben. Was hat den Ausschlag für Ihre Entscheidung gegeben, nicht wieder zurück nach Karlsruhe zu gehen?

Köpke: Nach dem Aufstieg und nachdem es für mich in der Rückrunde so super lief war es für mich das Beste, hier zu bleiben. Wenn ich zurück nach Karlsruhe gemusst hätte, wäre es sicher schwieriger gewesen, weil ich mich dort wieder neu hätte beweisen müssen. Ich habe hier in Aue große Lust darauf, mit der Mannschaft die Herausforderung 2. Bundesliga anzunehmen. Es wird eine geile Saison.

bundesliga.de: Sie haben in der 3. Liga eine herausragende Quote und in 50 Spielen 23 Mal getroffen. In dem halben Jahr in Karlsruhe hat es nicht so richtig funktioniert. Ist der Unterschied zwischen 2. und 3. Liga doch so groß?

Köpke: Das ist schwer auszumachen. Ich habe in der 2. Bundesliga nicht so viel Spiele, in denen ich mich hätte beweisen können. Ich habe in Karlsruhe nie richtig meine Chance bekommen. Trotzdem hat mir dieses halbe Jahr viel geholfen, jeder Spieler mus mal durch so eine Situation durch. Jetzt kann ich mich mit Aue in der 2. Liga beweisen und hoffe, dass die Torquote so gut bleibt.

bundesliga.de: Der FCE ist eine Mannschaft, die vor allem von ihrer Defensivstärke lebt. Macht dies die Aufgabe für einen Stürmer schwerer?

Köpke: Wir hatten in der vergangenen Saison viele Torchancen. Auch wenn wir wenig Gegentore bekommen haben, haben wir uns nicht auf die Defensive beschränkt, sondern trotzdem offensiv gespielt und früh gepresst. Wir haben hinten mit Martin Männel einen guten Torhüter und eine stabile Defensive. Wir haben uns aber auch vorne viele Tormöglichkeiten herausgespielt. Für mich war es einfach, in dieser Mannschaft meine Tore zu machen. Ich war im Angriff nicht alleine und hatte gute Mitspieler.

"Pavel Dotchev hat mir viel geholfen"

bundesliga.de: Was sind die Stärken der Veilchen?

Köpke: Der Teamgeist. Jeder versteht sich mit jedem. Wir haben keinen, der rumzickt, wenn er einmal nicht spielt. Wir haben uns immer gegenseitig gepusht. Das war ausschlaggebend dafür, dass wir aufgestiegen sind. Zudem waren wir sehr heimstark, wir haben zuhause kein Spiel verloren. Mit diesen Fans im Rücken ist es auch für die Gegner der 2. Bundesliga nicht einfach, bei uns zu bestehen. So müssen wir auch weitermachen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

bundesliga.de: Wie ist Ihr Verhältnis zu Trainer Pavel Dotchev?

Köpke: Das ist sehr gut. Er hat mir in dem halben Jahr viel geholfen. Ich musste am Anfang viel trainieren, um auf das gleiche Fitnesslevel zu kommen wie die anderen Mitspieler, weil ich in Karlsruhe nur wenig gespielt habe. Der Trainer ist super, er redet sehr viel mit mir. Ich verstehe mich großartig mit ihm. Auch das war ausschlaggebend dafür, dass ich in Aue geblieben bin.

bundesliga.de: Der FCE hat sich im Angriff mit dem Bulgaren Martin Toshev verstärkt. Der Konkurrenzkampf dürfte in der 2. Bundesliga für Sie größer werden.

Köpke: Es ist gut, wenn ein Konkurrenzkampf stattfindet. Dann muss man immer Gas geben. Ich werde versuchen, in der Vorbereitung gut zu spielen und mich für die Startelf zu empfehlen. Ich schaue auf mich, der Rest wird kommen.

"Wir können keine hohen Ansprüche stellen"

bundesliga.de: Wie sehr verfolgt Ihr Vater, der Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Ihre Entwicklung in Aue? Gibt er Ihnen viele Tipps? Wie ist der Kontakt?

Köpke: Wir telefonieren regelmäßig. Jetzt ist er gerade in Frankreich unterwegs, aber wir sprechen abends miteinander.

bundesliga.de: Warum sind Sie nicht selbst Torwart geworden?

Köpke: Ich bin erstens zu klein, zweitens war ich nicht gut im Tor. Und drittens habe ich lieber selbst die Tore geschossen. Das macht mehr Spaß.

bundesliga.de: Mit welchen Zielen geht Aue in die kommende Saison?

Köpke: Der Klassernerhalt ist das Ziel. Wir kommen aus der 3. Liga und können keine hohen Ansprüche stellen. Wir werden alle froh sein, wenn wir am Ende der Saison die Klasse gehalten haben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski