München - Hohen Besuch bekommt der 1. FC Union Berlin am 8. Spieltag. Die Truppe von Uwe Neuhaus empfängt den aktuellen Tabellenzweiten Energie Cottbus, der mit 17 Punkten aus sieben Spielen so gut wie noch nie in eine Zweitligasaison gestartet ist.

Mit einem Sieg im Berlin-Brandenburg-Derby könnten die "Eisernen", die vier Punkte aus den beiden vergangenen Spielen gegen den 1. FC Köln (2:1) und Ergebirge Aue (1:1) holten, die Englische Woche vergolden und den Sprung ins Tabellenmittelfeld schaffen. Im zweiten Samstagsspiel haben die "Löwen" im Wiesn-Heimspiel Aufsteiger SV Sandhausen zu Gast (ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Das letzte Aufeinandertreffen von Union und Energie ist noch nicht lange her. Vor gut vier Monaten standen sich die beiden Rivalen das letzte Mal gegenüber. Am 34. Spieltag der vergangenen Saison ging es für Cottbus um das Überleben in der 2. Bundesliga - und durch einen 2:1-Heimsieg machten die Lausitzer den Klassenerhalt in letzter Sekunde perfekt. Nun reist die Truppe von Rudi Bommer als Tabellenzweiter an.

Aber nicht nur deshalb ist der Respekt bei Union-Trainer Uwe Neuhaus groß. "Cottbus hat da einen, der schon fünf Tore geschossen hat. So einen hätte ich auch gerne", gesteht Neuhaus und spielt damit natürlich auf Gästestürmer Boubacar Sanogo an. Neuhaus plagen vor dem Derby große Verletzungssorgen. Neben Felipe Gallegos (Mittelfußbruch), Michael Parensen (Haarriss in der Wade), Patrick Zoundi (Muskelfaserriss) und Björn Kopplin (Schambeinentzündung) muss nun auch noch Patrick Kohlmann (Innenbanddehnung im rechten Knie) passen.

"Über den gewonnenen Zweikampf wird das Spiel eröffnet." Was wie eine Phrase aus dem Fußball-Lehrbuch klingt, ist für Gästetrainer Rudi Bommer die Basis für das Derby am Sonnabend zwischen dem 1. FC Union und dem FC Energie Cottbus. Bommer stellt sein Team auf einen "heißen Tanz" An der Alten Försterei ein. Vor allem dürfe man sich bei den "Eisernen" keine Nachlässigkeiten erlauben. "Ich habe mir das Gegentor gegen Paderborn noch einmal angeschaut. Das war unnötig und nachlässig", analysierte der 55-Jährige. Das seien die kleinen, aber wichtigen Erkenntnisse, die es selbst nach Siegen anzusprechen und zu verbessern gilt. Gegen die Ost-Berliner werden Daniel Brinkmann, Markus Brzenska (beide Reha) und Marco Stiepermann (Innen- und Kreuzbanddehnung) nicht im Energie-Kader stehen.



Schiedsrichteransetzungen

Zum letzten Wiesn-Heimspiel empfangen die "Löwen" in der Allianz Arena Aufsteiger SV Sandhausen. "Es ist doppelt wichtig, dass wir uns mit einem Sieg eine gute Ausgangsposition schaffen", sagt 1860-Trainer Reiner Maurer. Dabei hat der 52-Jährige bereits die schwere Auswärtsaufgabe nächste Woche bei Hertha BSC im Hinterkopf. "Mit einem Erfolg über Sandhausen lässt es sich leichter nach Berlin reisen", lautet seine Maxime. Deshalb fordert der 52-Jährige "vollste Konzentration" auf die vermeintlich leichte Aufgabe: "Wir müssen den Gegner von der ersten Minute an dominieren. Dabei dürfen wie Sandhausen nicht unterschätzen." Bis auf Grigorios Makos (Aufbau nach Syndesmoseriss) kann Maurer auf alle Spieler zurückgreifen.

Nach der Niederlage in Paderborn hatte sich der SV Sandhausen vorgenommen, am vergangenen Spieltag sofort das Punktekonto wieder zurecht zu rücken, "wir haben jedoch versäumt, trotz schlechtem Spiel die wenigen Möglichkeiten zu verwerten", bemängelte Trainer Gerd Dais: "Deshalb müssen den Worten jetzt in München Taten folgen." Gegen die Sechziger ist unbedingt die hohe Fehlerquote "zurückzufahren, damit wir vielleicht das Unmögliche gegen eine Spitzenmannschaft möglich machen und nicht mit leeren Händen nach Hause fahren".

Die Personalsituation hat sich beim Zweitliganeuling noch etwas verschlechtert. Neben Nicky Adler, Nico Klotz (beide Muskelfaserriss), Alexander Riemann (Nebenhöhlenentzündung), Regis Dorn, Tim Danneberg (beide Reha) fällt zusätzlich Julian Schauerte aus, der gegen Regensburg wegen einer Knochenprellung im Knie bereits nach sieben Minuten ausgewechselt werden musste. Trotzdem freut sich Dais auf die Partie in der Allianz Arena: "Zu Wies'n-Zeiten sind bei 1860 meist 30.000 im Stadion und das dürfte weiteren Ansporn hervorrufen."



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