Nach dem Schlusspffif gab der "Böse Bube" Thomas von Heesen mehr Gas als seine Profis vom 1. FC Nürnberg während des gesamten Spiels.

"Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern richtig erbost. In der Kabine war ich der Bad Boy. So eine erste Halbzeit lasse ich mir nicht bieten", erklärte der Trainer des 1. FC Nürnberg im Anschluss an das 1:2 (0:2) beim 1. FC Kaiserslautern und ließ seinem Ärger über die schwache Vorstellung des Aufstiegsfavoriten am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga freien Lauf.

Schwache Vorstellung

Die schlechte Laune des Club-Trainers kam nicht von ungefähr. Wenige Minuten zuvor hatten sich neben von Heesen im Fritz-Walter-Stadion verwundert die Augen gerieben. Denn nicht der Bundesliga-Rekordabsteiger stellte die überlegene Mannschaft.

Es waren die in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entgangenen Gastgeber, die das Spiel dominierten, durch den Erfolg gemeinsam mit dem FSV Mainz 05 die Tabellenführung übernahmen und in dieser Verfassung selbst als Anwärter auf die Rückkehr in die Eliteklasse gelten dürfen.

Sasic tritt auf die Bremse

"Ich habe von Februar bis Mai gegen die Tabelle gekämpft und wollte sie nicht sehen. Das will ich jetzt auch nicht. Die Tabelle hat noch keine Aussagekraft", meinte FCK-Trainer Milan Sasic und bremste die bei den Anhängern bereits aufkommende Euphorie.

Dennoch kam der Kroate nicht umhin, seinen Profis, die sich nach den Toren von Florian Dick (22.) und Erik Jendrisek (36.) auch nicht durch den Anschlusstreffer von Isaac Boakye (47.) aus der Ruhe bringen ließen, ein großes Lob auszusprechen: "Die erste Hälfte war das Optimum."

Was zählt ist am Ende

Sasic wird allerdings alle Hände voll zu tun haben, um seine Schützlinge auf dem Teppich zu halten. Denn während der Coach nach außen Bescheidenheit predigt, haben die Spieler intern ganz offensichtlich andere Ziele vereinbart. "Wir müssen am Ende da oben in der Tabelle stehen, dann sind die Leute zufrieden", verriet Torwart Tobias Sippel die Ambitionen des viermaligen Deutschen Meisters.