Köln - Am Freitag hat Peter Stöger seinen Dienst beim 1. FC Köln angetreten. Der Österreicher hat ein klares Saisonziel ausgegeben: Er will mit dem dreimaligen Meister zurück in die Bundesliga.

Sein erstes Kölsch hat Peter Stöger schon mal geschmeckt, den Geißbock hat er bereits gestreichelt und ins Herz geschlossen. Nur den Dom hat er noch nicht gesehen. "Dafür war noch keine Zeit", sagte der 47 Jahre alte Österreicher bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer des dreimaligen Deutschen Meisters 1. FC Köln.

"Ich starte einen neuen Lebensabschnitt"



Seine volle Konzentration gelte nun der Kaderzusammenstellung und der Arbeit mit der bei weitem noch nicht kompletten Mannschaft. "Die Stadt kann ich mir später noch anschauen. Ich starte in einen neuen Lebensabschnitt - und dies mit großem Enthusiasmus", sagte er.

Bevor Stöger, der beim FC einen Zweijahresvertrag erhalten hat, am Nachmittag sein erstes Training bei seinem neuen Club leitete, philosophierte er vor einem Dutzend Fotografen, zehn Kamerateams und rund 40 schreibenden Journalisten aus Deutschland und seiner Heimat im Geißbockheim über den Fußball im Allgemeinen und den 1. FC Köln im Besonderen.

Der Aufstieg ist das erklärte Ziel



"Mahlzeit, ich fühle mich geehrt und geschmeichelt", lauteten seine ersten offiziellen Worte als FC-Coach, ehe er ans Eingemachte ging. "Ich bin vielleicht der ideale Mann für schwierige Situationen", sagte er im blütenweißen Hemd und dunkelblauen Sakko schmunzelnd, als er auf die vielen Probleme der Kölner auf und außerhalb des Platzes in der jüngeren Vergangenheit angesprochen wurde.

Auch die Tatsache, dass der FC seit 2009 sechs Trainer verschlissen hat, konnte seine gute Laune nicht trüben: "Ich bin hier angetreten, um länger zu arbeiten." Das Saisonziel ist dabei klar formuliert. "Wir wollen aufsteigen. Ob das schon in dieser Saison klappt, oder erst später, muss man abwarten", sagte er realistisch.

"Ganz andere Dimensionen als in Wien"



Wichtig für ihn sei, dass die Mannschaft seine Philosophie verinnerliche. "Ich verstehe mich als Fußball-Lehrer, ich will den Spielern etwas beibringen und sie besser machen", sagte Stöger, der "Geschlossenheit im Team und den respektvollen Umgang miteinander" als Voraussetzungen für den Erfolg nannte.

Erst am Donnerstag war der Meistermacher von Austria Wien, der dem Club finanziell entgegengekommen ist, in Köln eingeschwebt, drei Tage nach dem offiziellen Trainingsstart und zwei Tage nach Ende des Transfertheaters zwischen dem FC und seinem alten Arbeitgeber. Nachdem er am Vortag noch den Medien entwischt war und den Köln-Bonner Flughafen durch den Hinterausgang verlassen hatte, wurde Stöger am Freitag mit einem Blitzlichtgewitter und von vielen FC-Fans empfangen, als er per Taxi am Vereinsheim vorfuhr. "Das sind hier ganz andere Dimensionen als in Wien", kommentierte er.

"Werde mich in Köln sicher wohlfühlen"



Flankiert von Geschäftsführer Andreas Wehrle und Vize-Präsident Toni Schumacher, der von seinem neuem Coach "total begeistert" ist, lobte Stöger nicht nur seinen neuen Arbeitgeber, sondern auch die "weltoffene Stadt" Köln, "in der ich mich als einigermaßen kommunikativer Mensch sicher wohlfühlen werde". Kundig gemacht hatte er sich zuvor bei seinen Landsleuten Hans Krankl und Toni Polster, die ja ebenfalls schon in Köln gearbeitet haben.

"Ich freue mich auf den Karneval", sagte der gebürtige Wiener Stöger, der zunächst mal eine Weile im Hotel wohnen wird. So bald wie möglich will er aber eine Wohnung oder ein Häuschen beziehen. Vielleicht ja sogar in der Nähe vom Wiener Platz in Köln-Mülheim oder direkt im Zentrum bei der Wiener Steffie, dem Partylokal Nr. 1 in Köln. Nicht zuletzt seine Lebensgefährtin Ulrike Krieger wird bei dieser Entscheidung ein Wörtchen mitreden. Derzeit tritt die Künstlerin mit ihrem Comedy-Programm "Himmel, Arsch und Titten" in Wien auf. Das würde bestimmt auch gut nach Köln passen.