München - Der dritte Spieltag in der 2. Bundesliga ist angebrochen und noch immer warten zwei Vereine auf ihren ersten Saisontreffer. Doch schon am Freitag Abend könnte sich das Blatt für die torlosen Teams FC Ingolstadt und Alemannia Aachen wenden. Ingolstadt braucht Zielwasser gegen Fortuna Düsseldorf, Aachen will beim FC St. Pauli einlochen.

Zur gleichen Zeit kommt es in der Hauptstadt noch zum Zweikampf zwischen dem FC Union Berlin und dem SC Paderborn (Alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

FC St. Pauli - Alemannia Aachen

26 Mal duellierten sich der FC St. Pauli und Alemannia Aachen bereits. Die Statistik ist für die zuletzt so glücklosen Aachener nicht besonders ermutigend. Sechs gewonnen Partien stehen neun verlorene gegenüber. Aber nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge muss für die "Schwarz-Gelben" endlich wieder ein Sieg her.

Nach fast drei Monaten ist es am Millerntor endlich wieder so weit. Der FC St. Pauli lädt zum Heimspiel. Die letzte Partie der "Kiezkicker" auf heimischem Rasen fand am 7. Mai gegen den FC Bayern München statt. Damals besiegelte die 1:8-Niederlage der Norddeutschen den Abstieg in die 2. Bundesliga. Aus seiner letzten Zweitligasaison 2009/10 jedenfalls hat St. Pauli noch gute Erinnerungen an die Freitagabend-Heimspiele: Vier von fünf Begegnungen entschieden die Hamburger für sich, nur das Spiel gegen den FSV Frankfurt brachte damals ein torloses Remis. Der Ex-Aachener Marius Ebbers zeigt sich im Vorfeld willensstark: "Wir haben am Freitag ein wichtiges Spiel gegen Alemannia Aachen und da wollen wir gemeinsam mit unseren Fans drei Punkte holen. Darauf müssen wir unsere volle Konzentration lenken."

Alemannia Aachen verfügt über den jüngsten Kader der 2. Bundesliga. Die bisher eingesetzten Spieler waren im Schnitt 23,6 Jahre alt. In der noch mindestens ebenso jungen Saison zeigten sich allerdings schon die ersten Schwachstellen, die zwei ersten Spiele gegen Erzgebirge Aue und Eintracht Braunschweig gingen verloren. Am letzten Wochenende verabschiedete man sich zu allem Übel auch noch aus dem DFB-Pokal. Als Krisenherde wurden danach die Chancenverwertung und die Abwehr identifiziert. "Ein überdurchschnittlich guter Abwehrspieler würde uns weiterhelfen", formuliert Coach Peter Hyballa seine Bedürfnisse. Dafür will er mit seiner Elf als Außenseiter durchstarten: "Auf uns setzt ja keiner, wir sind doch derzeit eine brotlose Mannschaft." Im Moment haben die Rheinländer jedoch keinen Spielraum auf dem Transfermarkt, Hyballa muss mit dem vorhandenen Kader planen.



Fortuna Düsseldorf - FC Ingolstadt 04

Sie kennen sich noch nicht besonders lange: Nach dem Wiederaufstieg des FC Ingolstadt in die 2. Bundesliga 2010 bestritten die Oberbayern erst zwei Spiele gegen Fortuna Düsseldorf. Dabei war jeweils die Heimmannschaft siegreich.

In Düsseldorf kann man zufrieden mit der eigenen Leistung sein, seit neun Spielen ist man saisonübergreifend ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert zurück auf den 18. März, das ist die längste niederlagenfreie Serie der 2. Bundesliga. Dennoch mahnt Linksverteidiger Johannes van den Bergh vor der Partie gegen Ingolstadt: "Wir müssen wachsam sein und dürfen nicht den Fehler machen und denken, dass es von alleine geht, weil es ein Heimspiel ist." Sein Kollege Christian Weber stimmt zu: "Die Ingolstädter haben in der Rückrunde der letzten Spielzeit gezeigt, was in ihnen steckt. Außerdem haben sie mit Benno Möhlmann einen hervorragenden Trainer."

Der hat im Moment trotzdem einige Probleme am Hals. In Ingolstadt hatte man sich einen besseren Saisonstart erhofft, nur ein Pünktchen konnte man an den ersten beiden Spieltagen erhaschen. Saisonübergreifend wartet man seit sechs Partien auf den erlösenden Sieg. Und auch vor dem neuen Gegner Düsseldorf ist Respekt geboten. "Sie haben in der Esprit-Arena die nötige Griffigkeit und spielen sehr selbstbewusst. Dadurch sind sie sehr erfolgreich. Zudem stimmt das Verhältnis zwischen Team und Fans. Wir brauchen eine überragende Leistung, um etwas mitzunehmen", analysiert Trainer Benno Möhlmann. Vor kurzem erst wurde in der Audistadt mit Ahmed Akaichi der sechste Neuzugang vermeldet, doch der Tunesier muss wegen einer Oberschenkelverhärtung erst noch eine Weile pausieren.



1. FC Union Berlin - SC Paderborn 07

Die Statistik der Begegnung zwischen dem FC Union Berlin und dem SC Paderborn spricht für die Gäste aus Westfalen. Von acht Pflichtspielen gegen die "Eisernen" konnten sie sechs für sich entscheiden.

Was den FC Union momentan aber am heftigsten bewegt, sind seine verletzten Torhüter. Das Training am Dienstag mussten Marcel Höttecke und sein Ersatzmann Jan Glinker nach einer Sprintübung vorzeitig abbrechen. "Natürlich wird der Körper bei Sprints etwas mehr belastet. Aber dass gleich beide Torhüter sich dabei verletzen, ist ein herber Rückschlag", sagt Uwe Neuhaus, der geknickte Trainer der Berliner. Glinker, der sich weniger schwer verletzt hat, könnte eventuell am Freitag zum Einsatz kommen. So hätte der ehemalige Stammkeeper noch einmal die Chance, sein Potenzial zu zeigen. Sollte er aber auch ausfallen, könnte Kilian Pruschke schon an diesem Spieltag sein Debüt in der 2. Bundesliga geben.

In Paderborn vermutet man derweil bei den Berlinern eine gestiegene Motivation durch den verhaltenen Saisonstart und das frühe Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen Rot-Weiss Essen. "Das ist nur eine Momentaufnahme. Gerade nach dem Pokal-Aus wird Union besonders motiviert sein, vor eigenem Publikum erfolgreich zu sein", bewertet Paderborns Trainer Roger Schmidt die Situation der "Eisernen". Dennoch will Schmidt die eigenen Stärken nicht unterschätzen: "Wir haben viel Selbstvertrauen getankt und fahren mit dem festen Willen nach Berlin, auch dort etwas mitzunehmen." Passend zur positiven Grundstimmung sind auch zwei von zuletzt sechs maladen Ostwestfalen wieder fit: Jens Wemmer und Thomas Bartels werden mit in die Hauptstadt reisen.