Düsseldorf - Es waren keine sportlichen Leckerbissen, die Fortuna Düsseldorf seinen Fans beim diesjährigen Wintercup servierte. Die beiden müden und torlosen Auftritte des Gastgebers quittierten die zahlreich erschienenen Anhänger in der Esprit-Arena mit Pfiffen. Doch Fortuna-Trainer Norbert Meier ließ mildernde Umstände gelten.

"Die Frische hat gefehlt", urteilte der Düsseldorfer Coach gelassen. Dass seine Mannschaft zum ersten Mal den Wintercup nach zwei Niederlagen im Elfmeterschießen als Letzter beendete, interessierte den Trainer wenig. Die beiden komplett unterschiedlichen Formationen seines Teams haben ihm "wichtige Erkenntnisse" geliefert.

"Die Null muss erstmal stehen"

Immerhin, die Fortuna knüpfte in der Defensive nahtlos an ihre makellosen Auftritte der letzten fünf Heimsiege in Folge an, die vor der Winterpause allesamt ohne Gegentor realisiert werden konnten. Auch gegen die klassenhöheren Gegner aus St. Pauli und Kaiserslautern bestand die Fortuna-Abwehr ihre Prüfung mit Bravour.

"Das A und O wird sein, dass wir hinten bombensicher stehen", gibt Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz die Parole für die Rückrunde aus: "Die Null muss erst einmal stehen. Immer wenn wir das geschafft haben, haben wir gut ausgesehen, weil wir vorne immer zu unseren Möglichkeiten kommen und die Spiele dann gewinnen können."

Gerade gegen den kommenden Gegner Energie Cottbus muss sich die Fortuna auf viel Defensivarbeit einstellen, kommen die Lausitzer doch mit der Empfehlung der stärksten Offensive der Liga (bislang 35 Tore). Der Tabellendritte wird ein echter Prüfstein für die Fortuna, die sich nach einem katastrophalen Saisonstart mit sechs Niederlagen am Stück inzwischen mehr als berappelt hat.

Bodzek wohl in der Stammelf

Mit 22 Punkten aus den letzten elf Begegnungen haben sich die Rheinländer längst ins gesicherte Mittelfeld abgesetzt und dabei auch die Aufstiegsaspiranten aus Augsburg, Duisburg und Fürth daheim jeweils mit 1:0 geschlagen. "Wir haben auch gegen die Favoriten immer gute Leistungen gezeigt", ist "Lumpi" Lambertz optimistisch: "Wir brauchen uns keineswegs vor Cottbus zu verstecken."

Gegen den FC Energie dürfte auch Fortunas aus Duisburg gekommener Winterzugang Adam Bodzek zum Einsatz kommen. Der 25-Jährige hat sich bereits gut in die Truppe eingefügt. "Adam Bodzek hat bisher einen sehr guten Eindruck gemacht. Er stopft die Löcher sehr gut und kann einen guten Ball spielen", lobt Lambertz den Defensivmann.

"Das kann die Mannschaft nur weiterbringen. Jeder Spieler hilft uns weiter, weil wir einen kleinen Kader haben. Da ist der Konkurrenzkampf sehr wichtig", so Lambertz weiter. "Ich wurde gut aufgenommen. Menschlich passt es. Es ist eine homogene Mannschaft", gibt Bodzek die Komplimente zurück.

Angriff auf die obere Tabellenhälfte

Mit der Verpflichtung Bodzeks müssen Fortunas Personalplanungen aber noch nicht abgeschlossen sein. Speziell nach einer Verstärkung für die Offensive wird noch Ausschau gehalten, kein Wunder angesichts von nur 14 Fortuna-Toren in der Hinrunde. Weniger Treffer erzielte nur Schlusslicht Arminia Bielefeld.

Mit einem Sieg gegen Cottbus könnte die derzeit noch auf Platz 11 rangierende Fortuna so langsam die obere Tabellenhälfte in Angriff nehmen. "Wir müssen gegen Cottbus unsere Aggressivität wieder hochschrauben. Dann wird der Rest von alleine kommen", glaubt Lambertz: "Cottbus ist hochanzusiedeln. Im Hinspiel haben sie ordentlich gegen uns gespielt." Und 2:0 gewonnen. Es wird eine echte Herausforderung für die Fortuna.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski