Auf einmal ging alles ganz schnell: Eigentlich sollten Jos Luhukay und Stefan Emmerling ihre neuen Jobs in Augsburg und Ahlen erst nach Saisonende antreten. Doch in der heißen Schlussphase der 2. Bundesliga überschlugen sich die Dinge und so kamen beide Übungsleiter bereits am vergangenen Spieltag zu ihrem ersten Einsatz - und bedankten sich dafür gleich mit Punkten.

Besonders beeindruckend fiel der Einstand des ehemaligen Coaches von Paderborn und Mönchengladbach aus: Jos Luhukay beendete bei seinem ersten Einsatz beim FC Augsburg die Serie von zehn sieglosen Spielen in Folge mit einem imposanten 3:0-Erfolg gegen den VfL Osnabrück.

Mit vier Trainingseinheiten zum Erfolg

Dabei genügten Luhukay gerade mal vier Trainingseinheiten, um seinem neuen Team frisches Selbstvertrauen einzuhauchen. Zudem zündeten die drei Neulinge in der Startaufstellung, Jens Hegeler, Lars Müller und Patrick Mölzl. Sie trugen ihren Teil dazu bei, dass Stürmer Michael Thurk wie entfesselt aufspielen konnte und den VfL mit seinem Dreierpack souverän abfertigte.

"Das war ein perfekter Einstand, weil wir - und das ist wichtig - den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößern konnten", sagte der Nachfolger von Holger Fach nach der Partie. Doch Luhukay fand auch gleich mahnende Worte: "Wir brauchen jetzt keine Schulterklopfer, sondern die Mannschaft muss diese Leistung nun in den nächsten Wochen bestätigen."

Punkte vom Aufstiegsaspiranten

Stefan Emmerling hatte Ende vergangener Woche gerade noch Zeit, sich von seinen Kickers aus Emden zu verabschieden, bevor er auch schon Richtung Mainz aufbrach. Dort holte er mit Rot Weiss Ahlen einen Punkt gegen den Aufstiegsaspiranten und verschaffte dem Tabellen-Dreizehnten zumindest etwas Luft im Abstiegskampf.

Taktisch hatte der Nachfolger von Christian Wück gleich sein eigenes System durchgesetzt und mit Lars Toborg und Rene Müller zwei Sturmspitzen aufgestellt - mit Erfolg. "Jetzt bin ich überglücklich, dass wir diesen Punkt erkämpft haben", sagte ein rundum zufriedener Stefan Emmerling nach der Partie. "Ob das verdient war oder glücklich, interessiert mich nicht. Es war einfach ein Bonuspunkt für uns."

Kurzfristige Freigabe durch Emden

Möglich wurde Emmerlings kurzfristiger Wechsel, weil das Präsidium der Kickers Emden dem Trainer vorzeitig die Freigabe erteilt hatte. Das Thema Aufstieg ist beim Drittligsten bei neun Punkten Rückstand sechs Spieltage vor Saisonschluss wohl bereits abgehakt.

Für das Saisonfinale gilt für beide Trainer nun höchste Konzentration: Rot Weiss Ahlen trennen nur fünf Punkte vom Relegationsplatz, und auch der FC Augsburg kann sich mit sieben Punkten Vorsprung noch nicht endgültig in Sicherheit wiegen.

Norbert Obkircher