Nicht nur in der Bundesliga bestimmt Hamburg das Geschehen. Auch in der 2. Bundesliga regiert eine Mannschaft von der Elbe. Der FC St. Pauli grüßt nach fünf Spieltagen überraschend von der Tabellenspitze.

Mit mutigem und offensivem Fußball begeistern die Kicker vom Kiez. Einer der Leistungsträger in dieser noch jungen Saison ist Neuzugang Matthias Lehmann. Mit vier Treffern gehört der Mittelfeldakteur zudem zu den gefährlichsten Spielern des FC St. Pauli.

Mit bundesliga.de spricht Lehmann über den gelungenen Saisonstart der Hamburger und über seine tolle Frühform. Darüber hinaus geht er auf das Spitzenspiel gegen Kaiserslautern ein. Sollten die Mannen vom Millerntor weiterhin so erfolgreich spielen, schließt Lehmann selbst ganz große Ziele nicht mehr aus.

bundesliga.de: Herr Lehmann, herzlichen Glückwunsch zum Superstart mit dem FC St. Pauli. Hatten Sie vor Saisonbeginn solch einen Beginn erwartet?

Matthias Lehmann: Ich hatte auf jeden Fall mit einem guten Start gerechnet, dass er dann so gut sein wird, hätten wir nicht erwartet.

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft bislang aus?

Lehmann: Eine klare Zielvorgabe, einfacher Fußball. Mut und Risiko nach vorne zu spielen und die Tatsache, dass wir uns durch Rückschläge nicht aus der Ruhe bringen lassen.

bundesliga.de: Sie selbst waren schon vier Mal erfolgreich. In Ihrer Profilaufbahn haben Sie nie mehr als sechs Saisontore erzielt. Sind Sie in der Form Ihres Lebens?

Lehmann: Ob ich mich in der Form meines Lebens befinde, wird man nach der Saison sehen. Aber wenn es so weiter geht, bin ich auf einem guten Weg.

bundesliga.de: Sie sind im Sommer neu nach Hamburg gekommen. Warum haben Sie sich für den FC St. Pauli entschieden?

Lehmann: Weil die Gespräche mit dem Trainer und Helmut Schulte sehr gut liefen und der Verein eine gute Entwicklung macht.

bundesliga.de: Nach Aachen erleben Sie auf St. Pauli wieder eine ganz eigene Fankultur. Was ist das Besondere an den Anhängern der Kiezkicker?

Lehmann: Die Fans sind noch näher an der Mannschaft. Kultur und Tradition sind noch intensiver als in Aachen. Die Fans stehen bedingungslos für die Mannschaft ein, aber das war in Aachen genauso.

bundesliga.de: Holger Stanislawski möchte sich ja von Jahr zu Jahr verbessern. Nun steht die Mannschaft ganz oben. Was sind denn die Ziele des FC St. Pauli in dieser Saison?

Lehmann: Unser Ziel ist es, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Wir denken immer nur von Woche zu Woche. Sollten wir am Ende der Saison besser dastehen als erhofft, werden die Ziele sicherlich noch einmal korrigiert.

bundesliga.de: Sie haben ja schon mit den Münchener "Löwen" und der Alemannia in der Bundesliga gespielt. Und sicher möchten Sie da auch wieder hin. Hat St. Pauli das Potenzial, in dieser Saison oder näherer Zukunft wieder ins Oberhaus zurückzukehren?

Lehmann: Die Qualität ist vorhanden. Wenn wir weiter diesen Weg gehen, stehen die Chancen gut. Ob es gelingt, ist eine Frage der Konstanz.

bundesliga.de: St. Pauli hat zwölf der 16 Saisontore auswärts erzielt. Warum drückt die Elf auswärts noch mehr auf die Tube als daheim?

Lehmann: Es macht keinen Unterschied, wenn wir zuhause oder auswärts spielen. Am Millerntor stellt sich die gegnerische Mannschaft meist in die eigene Hälfte. Auswärts haben wir vielleicht mehr Möglichkeiten aufzuspielen.

bundesliga.de: Nun kommt es auf dem Kiez zum Spitzenspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Vor allem in der Defensive steht der FCK wie eine Eins. Wie wollen Sie das Pfälzer Abwehrbollwerk
überwinden?

Lehmann: Mit harter Arbeit. Der Trainer wird sich schon etwas einfallen lassen und wir werden versuchen es so gut wie möglich umzusetzen und ebenfalls ein Tor zu erzielen. Solange wir ein Tor mehr schießen, sind wir auf der sicheren Seite.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz