2. Bundesliga

Abschied wie im Traum beim VfB Stuttgart: Mario Gomez geht - und bleibt doch

Mario Gomez war aufgewühlt, er war bewegt, er war erleichtert. Und einen Scherz gestattete sich der ehemalige Nationalspieler auch noch. Karriereende? Nicht so schnell, sagte er: "Ich bin in Verhandlungen mit Real und Barca." Und erst, "wenn das nichts wird, hör ich auf". Gomez grinste, Gomez lachte, dann betonte er an seinem letzten Tag als Fußballer mit einem leichten Beben in der Stimme: "Es war immer mein Traum, hier meine Karriere zu beenden."

Hier, das ist Stuttgart, das ist der VfB. Und für Gomez war klar: Hier, wo alles begann, sollte es nun auch zu Ende gehen. Und dass es mit dem Aufstieg zu Ende ging, trotz des 1:3 am letzten Spieltag gegen Darmstadt 98 nach einem Tor von Gomez zum zwischenzeitlichen 1:1, entsprach allem, was er sich erträumt hatte. "Das war auch mein Antrieb in diesem Jahr, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen", sagte Mario Gomez dem SID bei einem Termin von Mercedes-Benz.

>>> Hol dir jetzt die Corona-Warn-App!

Mario Gomez erzielte in seinem letzten Spiel für den VfB noch ein Tor - Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Poo/Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Poo

Titelsammlung mit dem FC Bayern

Nun also ist gelungen, was dem 78-maligen Nationalspieler (31 Tore) ein dringendes Bedürfnis war. Er habe, sagte Gomez, dem VfB Stuttgart "noch mal etwas zurückgeben wollen", hatte gutmachen wollen, was er vor langer Zeit angerichtet hatte. "Ich habe damals als junger Kerl, als ich aufstrebend war, die Welt erobern und Titel gewinnen wollte, viele VfB-Herzen enttäuscht", sagte er bei Sky. Gemeint war sein Wechsel zum FC Bayern 2009 - zwei Jahre, nachdem er mit dem VfB Deutscher Meister geworden war.

Mit den Münchnern gewann Gomez 2010 erneut den Titel, 2011 mit 28 Toren die Torjägerkanone, 2013 sogar das Triple. Doch weil er dabei nur noch eine Nebenrolle spielte, landete er zunächst in Florenz und über die Umwege Besiktas und VfL Wolfsburg im Januar 2018 wieder in Stuttgart.

"Es war immer mein Anliegen als Spieler, den Leuten zu zeigen, dass es für mich im Fußball noch eine gewisse Romantik gibt. Für mich war die Romantik, hier, wo alles angefangen hat, aufzuhören", sagte Gomez.

VfB-Chef Hitzlsperger will Gomez einbinden

Es ist freilich nicht so, dass er demnächst nicht mehr im Roten Haus in Bad Cannstatt auftauchen wird. Tatsächlich soll er seinem Herzensverein erhalten bleiben, soll mithelfen, dass dieser nun möglichst dauerhaft erstklassig bleibt. "Wir als Verein sind es ihm schuldig", sagte Clubchef Thomas Hitzlsperger dem SID, und er betonte: "Es würde mich freuen, wenn jemand mit seiner Erfahrung und seiner Ausstrahlung dem VfB Stuttgart wieder hilft." Gomez hat das gerne vernommen.

"Dass ich im Fußball weiter tätig sein werde, ist keine Frage. Die Frage ist wo, und die Frage kann ich noch nicht beantworten", sagte er. Der VfB sei sein erster Ansprechpartner, ergänzte der demnächst 35 Jahre alte gebürtige Schwabe. Als Fußballer werde es ihn freilich nicht mehr geben, es sei denn, der FC Barcelona, für den er seit Kindestagen schwärmt, riefe an. "Da würde ich noch mal ein Jahr dranhängen", sagte Gomez. Und grinste.