Der TSV 1860 München hat den Imtech Blitzcup 2010 gewonnen.

Im Finale besiegte das Team von Trainer Reiner Maurer den österreichischen Erstligisten Sturm Graz im Elfmeterschießen. Nach zwei von Philipp Tschauner gehaltenen Strafstößen verwandelte Kai Bülow den entscheidenden Elfmeter zum 5:4-Endstand vor 2.000 Zuschauern.

Im ersten Halbfinale hatte Sturm Graz in dem 45-minütigen Match die Offenbacher Kickers mit 2:1 besiegt. Anschließend trafen die Löwen-Profis in der Scholz-Arena im zweiten Halbfinale auf den gastgebenden VfR Aalen. Gegen das Team von der Ostalb hatte Trainer Reiner Maurer aus diversen Gründen auf Mathieu Beda, Aleksandar Ignjovski, Alexander Ludwig und Kushtrim Lushtaku (alle Muskelprobleme) sowie Benjamin Schwarz (Aufbautraining), Kenny Cooper (Außenknöchelbruch) und Antonio Rukavina (Urlaub nach WM-Teilnahme) verzichtet.

Ausgleich kurz vor dem Ende

Vom Anpfiff weg waren die "Löwen" das dominierende Team, besaßen mehr Spielanteile als der Gegner. Trotzdem dauerte es bis zur 37. Minute, ehe die "Weiß-Blauen" in Führung gingen. Florin Lovin hatte auf rechts zu Christopher Schindler gepasst. Der 19-Jährige legte quer in die Mitte auf den mitgelaufenen Markus Ziereis, der in bester Torjägermanier trotz seiner erst 17 Jahre cool und abgeklärt vom Elfmeterpunkt zur Führung vollendete.

Doch kurz vor Spielende mussten die "Löwen" nach einem Missverständnis zwischen Kai Bülow und Keeper Gabor Kiraly den Ausgleich hinnehmen. Thomas Brechler sprintete am Strafraum zwischen den Torhüter und den Verteidiger, traf zum 1:1 (44.). So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen, das die Sechziger sicher mit 4:2 für sich entscheiden konnten.

Bülow verwandelt entscheidenden Elfer

Mit Graz präsentiert sich im anschließenden Finale den "Löwen" ein ganz anderes Kaliber. Das Team aus der Steiermark startet bereits in zehn Tagen in die Saison, entsprechend weit sind die Mannen um den ehemaligen FCK-Profi Franco Foda in ihrer Vorbereitung. Trotzdem waren die Mannen von Trainer Maurer die aktivere Mannschaft, ohne sich aber klare Torchancen herauszuspielen.

So musste erneut das Elfmeterschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Nach anfänglichem Rückstand brachte Torhüter Philipp Tschauner mit zwei parierten Strafstößen hintereinander die "Löwen" zurück ins Spiel. Kai Bülow sorgte dann als insgesamt 12. Schütze für die Entscheidung. Neben dem Pokal (Kommentar Teammanager Robert Hettich: "Der ist riesig, größer als der DFB-Pokal!") gab's obendrein noch eine Siegprämie von 4.000 Euro.

1. Halbfinale: Sturm Graz - Offenbacher Kickers 2:1

2. Halbfinale: VfR Aalen - 1860 München 3:5 (1:1) n.E.

1860: 1 Kiraly - 32 Schindler, 4 Bülow, 19 Ghvinianidze, 14 Holebas - 24 Lovin, 22 Uzoma(30. Stahl) - 15 Aigner (25. Camdal) , 7 Bierofka (25. Nsereko) - 8 Volland (39. Schäffler), 11 Lauth (30. Zeireis).

Tore: 0:1 Ziereis (37.), 1:1 Brechler (1:1).

Elfmeterschießen: 0:1 Lovin, Bentele schießt an die Latte, Schäffler vorbei, Kiraly pariert gegen Dausch, 0:2 Holebas, 1:2 Brechler, 1:3 Schindler, 2:3 Lechleiter, 2:4 Ziereis.

Finale: 1860 München - Sturm Graz 5:4 (0:0) n.E.

1860: 12 Tschauner - 3 Hofstetter (45. Schindler), 4 Bülow, 19 Ghvinianidze, 14 Holebas - 16 Stahl, 22 Uzoma (28. Lovin) - 21 Kaiser (32. Aigner), 10 Nsereko (23. Halfar) - 8 Volland (28. Biancucchi), 11 Lauth (32. Ziereis).

Elfmeterschießen: 0:1 Haas, 0:1 Aigner an den Pfosten, 0:2 Beichler, 1:2 Biancucchi, 1:3 Salmutter, 2:3 Lovin, 2:4 Standfest, 3:4 Schindler, 3:4 Tschauner pariert gegen Hasler, 4:4 Ziereis, 4:4 Tschauner pariert gegen Kainz, 5:4 Bülow.