1860 München feierte mit Lionel Messis Cousin den Sieg, Arminia Bielefeld jubelte über die Tabellenführung und einen Vereinsrekord: Am 9. Spieltag der 2. Bundesliga herrschte in der bayerischen Landeshauptstadt und in Ostwestfalen Hochstimmung.

Während die Arminen nach dem sechsten Sieg in Folge die Tabellenspitze erfolgreich gegen den punktgleichen 1. FC Kaiserslautern verteidigten, stoppten die "Löwen" den Abwärtstrend - und Emanuel Biancucchi half mit.

Lienen lobt Messi-Cousin

Bei 1860 stand beim 3:1 gegen den MSV Duisburg nach zuvor drei Spielen ohne Sieg der 21 Jahre alte Cousin von Superstar Lionel Messi im Mittelpunkt. Biancucchi erhielt für seine Zweitliga-Premiere viel Lob. "Es ist gut, dass er den Ball immer fordert", sagte Trainer Ewald Lienen. "Er hat frech aufgespielt", sagte Benjamin Lauth, der mit seinem Treffer den Sieg besiegelte. Zuvor hatten Jose Holebas und Peniel Mlapa getroffen.

Bis zur 70. Minute durfte der Argentinier Biancucchi, der eigentlich für die Amateurmannschaft geholt wurde, mitwirken. Dann wurde er unter dem Beifall der Zuschauer ausgewechselt. Erste Berühmtheit hatte der Mittelfeldspieler erlangt, als Messi im April nach dem Champions-League-Spiel mit dem FC Barcelona bei Bayern München (1:1) vor laufenden Kameras auf seinen Cousin zugelaufen war und ihm das Trikot geschenkt hatte.

"Ergebnis ist eine Katastrophe"

Duisburg rutschte nach der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen weiter ab. "Die Leistung war okay, das Ergebnis eine Katastrophe", sagte Peter Neururer. Angesichts der "guten Einstellung" seiner Spieler wollte der Coach sein Bleiben aber nicht wieder in Frage stellen. "Wir haben uns am Sonntag zusammengesetzt und eine gute Analyse gemacht. Wenn die Mannschaft so mitzieht, stehe ich zu 100 Prozent hinter ihr", sagte Neururer.

Den Platz an der Tabellenspitze hatte Arminia Bielefeld am Freitag beim 1:0 gegen Alemannia Aachen mit dem sechsten Sieg in Folge erfolgreich verteidigt. Zlatko Janjic machte mit seinem dritten Saisontreffer den Erfolg perfekt. Der Bundesliga-Absteiger ist seit 491 Minuten ohne Gegentor und verbesserte den Vereinsrekord.

Lautern-Fans dürfen träumen

Auch beim 1. FC Kaiserslautern glaubt man wieder an die Rückkehr ins Oberhaus. Beim 2:1-Sieg in Cottbus nach Toren von Ivo Ilicevic und Dragan Paljic blieben die Pfälzer im neunten Saisonspiel ungeschlagen. "Die Fans dürfen träumen - wir müssen arbeiten", sagte Vorstandschef Stefan Kuntz.

Bei Energie Cottbus verstärkt sich mehr und mehr der Eindruck, als sollte das neue Konzept von Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz nicht aufgehen. Das Team von Wollitz, der viele Wunschspieler in die Lausitz holen durfte, ist mit elf Punkten nur Mittelmaß und verliert den Wiederaufstieg allmählich aus den Augen.

Punktgewinn bei Hock-Einstand

Der FC St. Pauli bleibt durch das 3:1 (0:1) bei Rot-Weiß Oberhausen in Lauerstellung. Die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski zeigte Moral und drehte das Spiel nach 0:1-Rückstand durch Tore von Marius Ebbers, Florian Bruns und Max Kruse. Hansa Rostock musste nach zuvor zwei Erfolgen beim 1: 2 gegen Aufsteiger SC Paderborn einen schmerzhaften Rückschlag einstecken.

Im Tabellenkeller kam die TuS Koblenz gegen Rot Weiss Ahlen nicht über ein 1:1 hinaus und wartet auch unter dem neuen Trainer Christian Hock auf den ersten Saisonsieg. Der Karlsruher SC erreichte beim FC Augsburg ein 1:1 und steckt mit elf Punkten weiter in der Gefahrenzone.

Der FSV Frankfurt verpasste beim 1:4 in Düsseldorf den ersten Saisonsieg. Die Fortuna kletterte mit 14 Punkten auf den 6. Tabellenplatz.