Genauso ungewöhnlich wie der Name der heutigen Trolli ARENA ist auch ihre Geschichte. Am 11. September 1910 wurde das Stadion unter dem Namen "Sportplatz am Ronhofer Weg gegenüber dem Zentral-Friedhof" eingeweiht.

Ein Jahr später erhielt die Spielstätte auch Duschen und Umkleideräume, zudem wurde die Zuschauerkapazität von 8000 auf 10.000 erhöht. Zu dieser Zeit war die Anlage der größte Fußballplatz Deutschlands.

Im Jahre 1919 verdiente sich der Sportplatz am Ronhofer Weg nun endgültig den Namen Stadion. Dank aufwendiger Baumaßnahmen konnten sich nun bis zu 25.000 Fans die Spiele und die drei Deutschen Meisterschaften (1914 / 1926 / 1929) der SpVgg Fürth anschauen.

Tribüne völlig zerstört

Doch der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos am Fürther Schmuckkästchen vorbei. Im April 1945 wurde die Tribüne bei einem Fliegerangriff getroffen und brannte vollständig aus.

Nachdem eine nicht überdachte Behelfstribüne 1951 durch die bis heute nur geringfügig veränderte Haupttribüne ersetzt wurde, erlebte der mittlerweile Ronhofer Sportpark genannte Spielort seinen bis dato größten Moment: Am 3. Februar 1952 strömten im Derby gegen den 1. FC Nürnberg (3:3) 32 000 Menschen ins völlig überfüllte Stadion - ein bis heute gültiger Zuschauerrekord.

Verkauf an Playmobil-Erfinder

Aufgrund massiver finanzieller Probleme wurde die Fürther Spielstätte 1983 an den Unternehmer Horst Brandstätter verkauft, dessen Firma durch die Erfindung des "Hula-Hoop-Reifens" und später des "Playmobils" zu großem Erfolg kam. Einher mit dem Verkauf des Stadions ging für die SpVgg der Zwangsabstieg in die Oberliga, später sogar in die Landesliga.

Der Wendepunkt kam für Spieler und Fans gleichermaßen überraschend und war zweifelsohne eine der Sternstunden für die von den Fans nur "Ronhof" genannte Spielstätte. In der ersten DFB-Pokalrunde 1990 siegte Fürth gegen Borussia Dortmund in einer dramatischen Partie mit 3:1.

"La Ola" kommt nach Fürth

Die damaligen Landesliga-Amateure der SpVgg mussten bei 35 Grad Celsius gegen den haushohen Favoriten aus der Bundesliga antreten und sie gewannen auch trotz 88-minütigen Unterzahlspiels noch hochverdient gegen Spieler wie Helmer, Zorc und Rummenigge. Der Überlieferung nach wurde an diesem Nachmittag das erste Mal eine "La Ola" in Fürth beobachtet.

Unter dem Namen SpVgg Greuther Fürth wurde 1997 auch endlich wieder der Sprung in den Profi-Bereich geschafft, was auch zur Folge hatte, dass der Ronhofer Sportpark modernisiert werden musste, um den Anforderungen der 2. Bundesliga zu genügen. Zum Zeitpunkt des Aufstieges verfügte er über keine Blockunterteilungen, kein Flutlicht und keinen separaten Gästefan-Bereich.

Löwen kommen zur Einweihung

Dank der Unterstützung der Stadt und unter der Schirmherrschaft Brandstätters wurde das neue Playmobil-Stadion rechtzeitig zu Beginn der Zweitliga-Saison 1997/98 fertiggestellt und bei der Partie gegen 1860 München erfolgreich mit 1:0 eingeweiht.

Zwar wurden die notwendigen Modernisierungen umgesetzt und auch eine Videoleinwand installiert, jedoch sank das Fassungsvermögen aufgrund der einzuhaltenden Vorschriften von 30.000 Zuschauern im "Ronhof" auf 15.500 im Playmobilstadion. Bis zum heutigen Tag wird immer wieder am Spielort gebaut, zuletzt wurde ein Gebäude für VIP-Fans errichtet.

Ronhof "Spiegelbild des SpVgg-Erfolges"

Anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Stadions im Jahr 2000 sagte Fürths damaliger regierender Bürgermeister Wilhelm Wennig: "Wie kein anderer Ort in Fürth ist der Ronhof mit Auf- und Abstieg der SpVgg verbunden."

Seit dem 1. Juli 2010 trägt das Stadion den Namen Trolli ARENA. Durch die Partnerschaft mit der Mederer Süßwarenvertriebs GmbH und der Umbenennung des Stadions machte der Club einen weiteren wichtigen Schritt zur Sicherung der Konkurrenzfähigkeit.

Von den Deutschen Meisterschaften in den Jahren 1914, 1926 und 1929 bis zum Abstieg in die Landesliga in der Saison 1986/87, die Entwicklung des Stadions war immer das Spiegelbild von Erfolg und Misserfolg des "Kleeblatts".