Frankfurt - Seinen Zeugwart will Hans-Jürgen Boysen bei taktischen Überlegungen vor dem Duell am Montag gegen Bochum außen vor lassen. Da hat er sich festgelegt. Er befürchte, dass die Vaterliebe die Vereinsliebe übertreffen könne, so Boysen.

Der Zeugwart der Frankfurter ist Mohamed Azaouagh, Vater des Bochumer Profis Mimoun. Zum ersten Mal treffen Vater und Sohn als Aktive im Innenraum aufeinander.

"Sollte Mo etwas an seinen Sohn weitergeben was uns schaden könnte, werde ich ihn einen Kopf kürzer machen", scherzte Boysen auf der PK vor dem Spiel (ab 20 Uhr im Live-Ticker).

"Wir müssen aufpassen"

Die Marschrichtung verriet der Trainer hingegen schon vor dem Duell: "Wir werden versuchen, Druck auszuüben. Aber wir müssen aufpassen: Gegen diese Mannschaft darf man nie sicher sein, sie nie aus den Augen lassen."

Der Übungsleiter muss eventuell auf vier Verletzte verzichten: Aziz Bouhaddouz zog sich beim Training an seinem 24. Geburtstag am Mittwoch einen Hexenschuss zu, Stefan Hickl rutschte nach dem Training aus und kämpft seither mit Problemen der Wadenmuskulatur. Bei beiden ist ein Einsatz fraglich.

Ausfallen werden weiterhin Kai-Fabian Schulz (Muskelfaserriss) und Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss/Quadrizepsmuskelriss). Andreas Dahlén sei (nach Bänderriss) wieder ein Thema und mit Sven Müller, Mario Fillinger und Momar N Diaye böten sich Spieler mit Nachdruck und engagierten Leistungen an, erklärte Boysen.

Warnende Worte von Funkel

Bochum-Coach Friedhelm Funkel hat für den Gegner trotz der jüngsten Durststrecke - aus den letzten neun Partien holten die Bornheimer vom FSV Frankfurt lediglich zwei Zähler - nur lobende Worte übrig. "Sie sind nicht mehr ganz so erfolgreich wie noch in der Hinrunde, aber immer noch sehr gefährlich", so Funkel, der vor allem das Auswärtsspiel des FSV bei Hertha BSC als mahnendes Beispiel heranzog. "Dort haben sie sehr gut gespielt, auf den Ausgleich gedrängt und nur durch einen Konter das 1:3 bekommen." Generell seien die Bornheimer eine spielstarke Mannschaft, die zudem bei Standards Gefahr versprühe.

Mit neun Zählern Vorsprung auf die bedrohte Zone kann der FSV beinahe schon den Klassenerhalt feiern, "und den haben sie sich redlich verdient", wie Funkel anmerkt. Dass die Frankfurter sich auch in ihrem dritten Jahr wohl in der 2. Bundesliga halten, nötigt den Bochumer Chefcoach größten Respekt ab: "Der FSV macht aus seinen Rahmenbedingungen das Allerbeste. Davor kann man nur den Hut ziehen." Insofern erscheint die Schlussfolgerung nur allzu konsequent: "Wir sind weit davon entfernt, den Gegner zu unterschätzen."

Es drohen einige Ausfälle

Verzichten muss Funkel auf Patrick Fabian. Der Innenverteidiger zog sich am vergangenen Mittwoch einen Kreuzbandriss zu und dürfte mindestens sechs Monate ausfallen. Angeschlagen sind derweil Anthar Yahia, Björn Kopplin und Ümit Korkmaz. Während der Algerier am Freitag, 1. April, zumindest das Lauftraining aufnehmen konnte, mussten Björn Kopplin (Hüftprobleme) und Ümit Korkmaz (Kapselverletzung) ganz aussetzen.

"Ich wäre froh, wenn Ümit wieder laufen könnte", so Funkel, der den Einsatz des dribbelstarken Flügelstürmers "am meisten gefährdet" glaubt. Außenverteidiger Kopplin könne wohl dabei sein, "wir haben ihn vorsorglich aus dem Training rausgenommen."

Vor seiner Rückkehr in den Kader steht derweil Mirkan Aydin. Für Slawo Freier käme ein Einsatz hingegen noch zu früh. "Er wird am Freitag kommender Woche bei der Regionalliga-Mannschaft gegen Trier spielen. Dann sehen wir weiter", sagte Funkel.