München - In Nordrhein-Westfalen herrscht Derby-Fieber: Am 7. Spieltag der 2. Bundesliga empfängt der SC Paderborn die Arminia aus Bielefeld zum Ostwestfalen-Derby und im Ruhrgebiet trifft der MSV Duisburg auf Rot-Weiß Oberhausen. Außerdem stehen sich am Freitag (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) der FC Ingolstadt und der Karlsruher SC gegenüber.

Auch wenn der Saisonstart mit vier Punkten aus sechs Spielen nicht gerade glücklich verlief, sei bei den Spielern keine Verunsicherung zu erkennen, sagt Paderborns Coach Andre Schubert. "Angst ist immer ein ganz schlechter Begleiter. Wir wollen gegen Bielefeld unsere Stärken einbringen und orientieren uns nicht so sehr am Gegner", betonte er.

Mit einem Erfolg im Derby könnte der SCP der aktuellen Saison eine neue Richtung geben. Diese Chance will Schubert mit seinem Team nutzen: "Wir standen im zweiten Durchgang bei Alemannia Aachen zu tief. Gegen Bielefeld wollen wir uns nicht nur hinten kompakt präsentieren, sondern auch viel mehr den Weg nach vorn suchen."

Durch die Rückkehr von Rolf-Christel Guie-Mien (nach Gelb-Rot-Sperre) verfügt Schubert über eine zusätzliche Alternative, möglicherweise auch für die Startelf. Definitiv ausfallen werden dagegen Gaetano Manno (Meniskuseinriss im rechten Knie) und Sören Brandy (Rot-Sperre). Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Daniel Brückner, der sich seit Wochenbeginn mit einer leichten Grippe herumschlägt.

"Mit Respekt, aber ohne Angst"

Trotz der derzeitigen Tabellensituation (Bielefeld ist 17. der 2. Bundesliga) ist Schuberts Gegenüber Christian Ziege vor dem Ostwestfalen-Derby zuversichtlich: "Das Spiel kommt zur richtigen Zeit." Mit einem Sieg könne sein Team für eine bessere Grundstimmung sorgen.

Zum Gegner meinte Ziege, dass die Mannschaft bisher einige unglückliche Szenen gegen sich gehabt habe, die auch Punktverluste nach sich gezogen hätten: "Die Paderborner haben ähnlich wie wir nicht das umgesetzt, was sie sich vorgenommen haben." Dass sie es besser können, hätten sie letzte Saison bewiesen, als das Team Fünfter wurde. Daher fahren die Arminen am Freitag "mit Respekt, aber ohne Angst" nach Paderborn.

Neben den sieben Langzeitverletzten muss Ziege im Derby eventuell auch auf Markus Bollmann verzichten. Beim Training hatte sich der Innenverteidiger eine Zerrung in der Kniekehle zugezogen. "Wir werden alles daran setzen, dass er spielen kann."




MSV Duisburg - Rot-Weiß Oberhausen


"Oberhausen spielt schon lange zusammen, ist eingespielt", lobt Duisburgs Trainer Milan Sasic den Tabellendritten und verrät: "Ich habe Respekt vor dem, was RWO und mein Kollege Hans-Günter Bruns geleistet haben." Er freut sich auf das Nachbarschaftsduell. "Fußball", sagt er, "ist immer interessant - aber bei einem Derby natürlich immer noch einen Tick mehr." Der Übungsleiter erwartet daher einen großen Kampf: "Wir werden mindestens 50 Prozent der Zweikämpfe gewinnen müssen!"

Das glaubt auch Olivier Veigneau, der nach dem 2:2 in der vergangenen Saison und dem 1:1 im Jahr zuvor endlich ein Derby für seine Farben entscheiden will. Kevin Grund (Knie-OP) und Adam Bodzek (Reha) werden nicht dabei sein.

Luz könnte Lamidi ersetzen

Sasics Kollege Bruns hat weitaus mehr Ausfälle zu verkraften: Zu den Rekonvaleszenten Thomas Schlieter, Tim Kruse, Emmanuel Krontiris, Kevin Kolberg, Dominik Borutzki und Mike Tullberg, die definitiv fehlen, gesellt sich möglicherweise auch Angreifer Moses Lamidi. Er hatte sich gegen den VfL Bochum einen Muskelfaserriss zugezogen. Es ist noch unklar, ob er mitwirken kann.

"Es macht nur Sinn, wenn Moses soweit fit ist, dass er von Beginn an auflaufen kann. Einen Spieler, der Muskelprobleme hat, auf die Bank zu setzen, macht eben keinen Sinn", erklärt Bruns. Sollte Lamidi ausfallen, nimmt vielleicht Felix Luz erstmals in dieser Saison auf der Bank Platz.

Dass RWO dank Rang 3 in der Tabelle nun bundesweite Aufmerksamkeit zuteil wird, nimmt Bruns gelassen hin. "Wir lassen uns davon nicht verrückt machen", verspricht er. "Und eine gewisse Euphorie bei den Spielern und im Umfeld ist gut, so lange wir sie im richtigen Maße mitnehmen. Wir dürfen nur nicht über das Ziel hinausschießen."




FC Ingolstadt - Karlsruher SC

Beim FC Ingolstadt sehnt man schon die Länderspielpause herbei: Nur ein Sieg aus den ersten sechs Spielen steht beim Aufsteiger zu Buche, derzeit belegt er Tabellenrang 16. Vereinsboss Peter Jackwerth hofft, dass die Mannschaft gegen den KSC noch einmal punkten kann und setzt auf die Rückkehr der Verletzten: "Da sind ja auch Neuzugänge dabei, die wir fest eingeplant haben. Uns fehlt diese Qualität."

Gegen den KSC werden allerdings immer noch Manuel Hartmann , Patrick Mölzl (beide Sprunggelenk), Stefan Leitl (Muskelfaserriss), Fabian Gerber (Fersenentzündung), Ronald Gercaliu (Knie-OP) und Amaechi Igwe (Knieverletzung) nicht dabei sein. Mit Sebastian Hofmann, Steffen Wohlfarth, Marko Futacs und Moritz Hartmann stehen nun immerhin vier Stürmer zur Verfügung. Trainer Michael Wiesinger: "Da gibt es einen intensiven Konkurrenzkampf um die zwei Positionen im Angriff."

Dedola zeigt gute Ansätze

Andreas Görlitz, der vor der Saison von den Bayern kam und einst für Karlsruhe kickte, ist trotz der knappen Niederlage zuletzt in Fürth optimistisch. "Natürlich bin ich nicht zufrieden, denn wir haben in Fürth mindestens einen Punkt liegenlassen. Aber unsere Fehlerquote reduzieren wir konsequent, sind auf einem guten Weg", glaubt er.

Zum Hoffnungsträger könnte sich derweil Romain Dedola entwickeln. Der 21-jährige Franzose spielte in Fürth zum zweiten Mal über 90 Minuten und zeigte als Spielmacher gute Ansätze. "Er kann eine wichtige Figur werden. Aber er muss noch selbstbewusster werden und vor allem besser Deutsch lernen", sagt Wiesinger.

KSC: Iashvili und Chrisantus fraglich

Karlsruhe wiederum will drei Punkte aus Ingolstadt mitnehmen und endlich mal wieder ohne Gegentor bleiben. "Dazu müssen wir aber eine ganz andere Mentalität als zuletzt an den Tag legen", fordert Cheftrainer Markus Schupp und kündigt an, "dass wir von der ersten Minute an bissig sein werden".

Der KSC wird ohne Godfried Aduobe (Hüftprobleme), Serhat Akin, Christian Timm (beide Knieprobleme) und Niklas Tarvajärvi (Achillessehnen-OP) bei den "Schanzern" gastieren. Auch der Einsatz von Kapitän Alexander Iashvili (leichte Zerrung) und Torjäger Macaulay Chrisantus (Viruserkrankung) ist ungewiss. Unabhängig von der Formation nimmt Schupp die Stürmer für die Defensive in die Verantwortung. "Die Stürmer sind in erster Linie dazu da, um Tore zu erzielen", sagt er. "Sie sind aber auch die ersten Verteidiger."