Bochum - Torhüter Michael Esser überzeugte in den letzten beiden Partien für den VfL Bochum als Vertreter des verletzten Andreas Luthe mit guten Leistungen.

Im Interview auf der Internetseite des Clubs spricht der langjährige Bochumer über die Integration der Neuzugänge, seine Rolle innerhalb der Mannschaft und wagte einen Blick ans Saisonende.

Frage: Michael Esser, vor der Saison hat Trainer Peter Neururer davon gesprochen, dass wohl keine Position in der Mannschaft so gut besetzt ist wie die des Torwarts. Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?

Esser: Ich versuche immer da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Im Endeffekt entscheidet ja immer der Trainer, wer spielt. Ich versuche nur immer mein Bestes zu geben, der Mannschaft zu helfen und mit guten Leistungen auf mich aufmerksam zu machen.

Frage: Simon Terodde schrieb den Erfolg gegen Eintracht Braunschweig zu großen Teilen Ihrer Leistung zu. Wie fühlt es sich an, so eine Wertschätzung zu erfahren?

Esser: Das ist natürlich ein super Gefühl! Es tut gut, den Rückhalt in der Mannschaft zu spüren. Dadurch fühlt man sich dann natürlich noch besser und tritt auf dem Platz sicherer auf. Allerdings sollte man auch die Kirche im Dorf lassen. Die Bälle, die ich in den beiden Spielen gehalten habe, musste ich auch halten. Es war also alles im Rahmen.

"Jetzt sind wir an der Reihe"

Frage: Torhüter an sich gelten ja landläufig eher als extrovertiert. Lassen Sie lieber Taten sprechen?

Esser: Um ehrlich zu sein: Am Ende des Tages ist entscheidend, wie man sich auf dem Platz präsentiert hat und ob man mit seiner Leistung der Mannschaft hilft. Das ganze Drumherum ist für mich zweitrangig. Ich weiß auch nicht, ob es einen zwingend weiterbringt, wenn man viel erzählt.

Frage: Der VfL hat mit dem erfreulichen Saisonstart für Euphorie gesorgt. Wie fällt Ihr Fazit nach den ersten fünf Spielen aus?

Esser: Natürlich positiv! Wir haben in den ersten Spielen durchaus guten Fußball gezeigt und es damit geschafft, die Fans mit ins Boot zu holen. Wenn es uns gelingt, den Fans etwas zurückzugeben und zunächst in Frankfurt etwas zu holen, um dann vor toller Kulisse gegen Fortuna Düsseldorf endlich mal wieder ein Heimspiel zu gewinnen, dann wäre das natürlich optimal. Unsere Fans haben uns überragend unterstützt, jetzt sind wir an der Reihe.

Frage: Sie haben es angesprochen: Die Fans warten sehnlichst auf den ersten Heimsieg der Saison in der 2. Bundesliga. Wo müssen Sie sich Ihrer Meinung nach auch zu Hause noch steigern und was funktioniert schon gut?

Esser: Meiner Meinung nach müssen wir hinten noch etwas mehr Kompaktheit zeigen und in der einen oder anderen Situation lernen, die Ruhe zu behalten. Für ein Tor sind wir aufgrund unserer starken Offensive sowieso immer gut. Es läuft ja schon recht ordentlich, wir sind immer noch ungeschlagen, brauchen nur auch mal einen Dreier zu Hause. Wenn wir weiter diese Mentalität an den Tag legen, dann wird es auch früher oder später klappen, da geht gar kein Weg dran vorbei.

"Müssen uns nicht verstecken"

Frage: Als nächstes geht es aber erstmal zum FSV Frankfurt. In der Tabelle trennen beide Clubs fünf Punkte. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Esser: Es ist immer schwer gegen Frankfurt zu spielen, zuletzt haben wir gegen den FSV kaum etwas geholt und eine Menge gutzumachen. Aber ich denke wir sollten ohnehin nur auf uns gucken. Also mutig, offensiv spielen, dabei aber unsere Ordnung und unsere Kompaktheit behalten.

Frage: Sie sind im siebten Jahr beim VfL. Was halten Sie von den Neuzugängen und wie schnell haben sie sich in die Mannschaft eingeführt?

Esser: Das ging schnell. Wobei es sicherlich die Integration von neuen Spielern erleichtert, wenn es sportlich gut läuft. Wir haben sicherlich an Qualität dazugewonnen, vor allem in der Offensive. Außerdem haben wir einige richtig gute Typen beisammen, alle machen ihre Sache gut und haben Spaß an dem, was sie tun.

Frage: Was ist in dieser Saison für den VfL drin?

Esser: Wir sind gut gestartet, natürlich möchte man dann auch so lange wie möglich oben dran bleiben. Am Ende wird man dann sehen, was daraus wird. Zumindest haben wir gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen und es offensichtlich schwierig ist, gegen uns zu gewinnen. Das sind schon mal sehr gute Voraussetzungen für eine Saison.