Nürnberg - Enrico Valentini spielt beim Karlsruher SC auf der rechten Abwehrseite. Für den Bruder der Nürnberger Pressesprecherin war das Spiel beim 1. FC Nürnberg ein ganz besonderes, schließlich ist er seit Kindesbeinen Club-Fan.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Wahl-Karlsruher über ein besonderes Spiel und die Aufstiegschancen seines Teams.

bundesliga.de: Hallo, Herr Valentini, Sie haben mit dem KSC an alter Wirkungsstätte einen Punkt geholt. Hätte schlimmer kommen können, oder?

Enrico Valentini: Ja, das hätte deutlich blöder laufen können. Auswärts einen Punkt zu holen ist ja in der Regel nie schlimm, Insofern sind wir hier auch alle ganz zufrieden.

bundesliga.de: Kann man auch deshalb von einem verdienten Remis sprechen, weil der KSC spielerisch besser war, der Club aber die klareren Möglichkeiten hatte?

Valentini: Definitiv, das kann man so unterschreiben.

"Wir sind schon dominant aufgetreten"

bundesliga.de: Wenn man in der vierten Minute zurückliegt, bricht das mancher Mannschaft das Genick. Der KSC hat aber nach dem Rückstand weiter einen sauberen Spielaufbau hinbekommen und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Zufall?

Valentini: Ich glaube nicht. Wir wissen mittlerweile auch wirklich, was wir können, vor allem spielerisch. Speziell über die rechte Seite haben wir heute viel Druck gemacht. Wir hätten vielleicht noch klarere Chancen herausspielen müssen, aber wir sind insgesamt schon dominant aufgetreten. Zumal für eine Auswärtsmannschaft, die in Nürnberg ran muss. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man da besteht.

bundesliga.de: In der zweiten Halbzeit sind Sie dreimal kurz hintereinander an der Außenlinie gefoult worden. Mancher Club-Fan fing da an zu pfeifen...

Valentini: Ich hatte halt immer Bälle in Drucksituationen, die musste ich klären oder das Foul ziehen, wenn sie mich so angreifen. Ich finde, das waren drei klare Fouls, ich bin niemand, der Freistöße schindet.

bundesliga.de: So haben wir das auch gesehen. Es fiel auch auf, dass Club-Coach René Weiler sich anfangs aufregte, ihnen dann aber die Hand gegeben hat.

Valentini: Er meinte nur, ich solle mich nicht vom Eifer des Gefechts anstecken lassen und einfach ruhig bleiben. Das fand ich prima von ihm.

"...da ist noch alles offen"

bundesliga.de: Wie ist der heutige Punkt sportlich einzuschätzen?

Valentini: Die Nürnberger sind fünf Punkte weg, wir haben zwei Punkte Rückstand auf den 2. Platz, da ist noch alles offen.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Valentini: Darmstadt hat 41 Punkte, das spricht für sie. Das ist auf jeden Fall ein Konkurrent. Leipzig...

bundesliga.de: .. der kommende KSC-Gegner...

Valentini: .. müsste jetzt eine Serie starten, aber auch ohne Serie sind die ein wirklich schwerer Gegner.

bundesliga.de: Ihre Familie wohnt hier in Nürnberg. Meinen Sie, Sie dürfen heute Abend hier bleiben?

Valentini: Ich habe den Trainer gerade gefragt, er hat es mir erlaubt...

Die Fragen stellte Christoph Ruf