Neun Spieler aus dem Profikader der SpVgg Greuther Fürth sind mit dabei und studieren am Kleeblatt-Campus
Neun Spieler aus dem Profikader der SpVgg Greuther Fürth sind mit dabei und studieren am Kleeblatt-Campus
2. Bundesliga

Kleeblatt Campus: Büffeln im V.I.P.-Raum

Fürth - Der Kleeblatt Campus der SpVgg Greuther Fürth ist die erste Hochschule auf dem Gelände eines Profivereins. Hier studieren junge Menschen aus ganz Deutschland - und gleich neun Spieler aus dem Profikader der Spielvereinigung.

Starker Praxisbezug

Es ist kalt geworden in Fürth. So kalt, dass Tobias Auer morgens die Scheiben freikratzen muss, wenn er sich auf den Weg zur nagelneuen Geschäftsstelle der Fürther macht. Auer, der aus einer Tasse mit Vereinssymbol und dem eigenen Namen trinkt, hat in Salzgitter Sportbusiness studiert. Bevor sein Knie kollabierte, steuerte der gebürtige Krefelder beim damaligen Bundesligisten KFC Uerdingen auf eine Karriere als Profi hin. Es ist also kein Zufall, dass der drahtige 32-Jährige ausgesucht wurde, als es darum ging, ein Projekt zu betreuen, das sich der Verzahnung von Theorie und Praxis im Profifußball verschrieben hat. Der "Kleeblatt-Campus", der ersten Hochschule auf dem Gelände eines Profivereins.

Im Auftrag der Münchner Sportbusiness Campus GmbH und der Steinbeis-Hochschule in Berlin können hier Abiturienten und Nicht-Abiturienten verschiedene Abschlüsse vom Bachelor bis zur einjährigen Weiterbildung erlangen. Neben den Inhalten, die Gastprofessoren und -dozenten übernehmen, gehört zum Studium ein starker Praxisbezug.

Wir sind mittlerweile am Stadion der Spielvereinigung angelangt. Nun, nach dem letzten Heimspiel der Vorrunde, ist der V.I.P.-Bereich verwaist: blankpolierte Bistrotische, ein Tresen, von dem aus die Hostessen am Freitagabend mit frisch gefüllten Gläsern aufbrechen werden, um den Durst der Kleeblatt-Fans zu stillen, die ein paar Euro mehr für ihr Ticket gezahlt haben. "Hier geht es familiärer als bei anderen Vereinen zu", sagt Auer, der auch schon bei anderen Profivereinen gearbeitet hat. Aber noch nie bei einem, in dessen V.I.P.-Bereich Vorlesungen für insgesamt knapp 40 Studierende stattfinden.

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