Es sind Spiele, in denen Taten gefordert sind, nicht Worte: Zwei "Endspiele", von denen eine ganze Saison abhängt, zwei Mal 90 Minuten mit garantiertem Thrill-Faktor und zwei quälend langen Tagen dazwischen, in denen Hoffen, Bangen und Beten auf der Tagesordnung steht.

Wohl deshalb hat Marco Kostmann, Trainer von Hansa Rostock, seinen Schützlingen schon vorsorglich einen Maulkorb verpasst. Seine Truppe ist in der Relegation zur 2. Bundesliga gegen den FC Ingolstadt gefordert. Entscheidend, das wusste schon "Adi" Preißler, ist auf dem Platz - und das beherzigen die Handlungsträger beider Seiten, indem sie sich vor dem Hinspiel mit gewagten Prognosen zurückhalten.

Wiesinger ist "sehr zuversichtlich"

Der erste Showdown findet am Freitagabend statt, Anpfiff um 20:30 im Tuja-Stadion in Ingolstadt (die letzten Infos ab 20:15 Uhr im Live-Ticker), das Rückspiel steigt dann am kommenden Montag. Der Sieger des Duells spielt in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga.

"Wir müssen den Fokus jetzt voll auf diese beiden Spiele legen", fordert Rostocks Trainer Kostmann vor dem Duell mit dem Drittplatzierten der 3. Liga. "Ich bin sehr zuversichtlich", verriet Ingolstadts Coach Michael Wiesinger. Und das Befinden seiner Mannen? "Ich habe das Gefühl, dass auch die Mannschaft zuversichtlich ist", so der ehemalige Bayern-Star.

Der Aufstieg wäre für Wiesinger der krönende Abschluss einer Saison, die für den FCI schlecht begann und sich nach Wiesingers Beförderung zum Chefcoach zum Positiven wendete.

Der 37-Jährige, der beim FCI auf Horst Köppel folgte, startete in dieser Woche seinen Trainerlehrgang an der Sporthochschule Köln, kehrte aber pünktlich zur Trainingseinheit am Mittwoch zurück nach Oberbayern, wo er Erfreuliches von der Personalfront vernahm. Wiesinger muss lediglich auf den verletzten Markus Karl verzichten, Andreas Buchner und Mathias Wittek trainierten zuletzt wieder schmerzfrei, hinter dem Einsatz von Fabian Gerber (Leistenprobleme) steht hingegen noch ein Fragezeichen.

Retov gesperrt

Die Partie bei den "Schanzern" wird für Hansa Rostock zur echten Nagelprobe. Ingolstadt stellte mit 72 erzielten Toren die mit Abstand treffsicherste Offensive der Liga, in der Moritz Hartmann mit 21 Treffern und Stefan Leitl die Stars sind. Hinzu kommt, dass der Hansa-Fanblock im Hinspiel leer bleiben wird - eine Sanktion des DFB-Sportgerichts nach den Ausschreitungen im Hansa-Block am 34. Spieltag in Düsseldorf.

Kostmann muss außerdem auf Innenverteidiger Orestes verzichten, Mittelfeldspieler Martin Retov darf nach seiner Sperre erst im Rückspiel wieder mitwirken. "Wir müssen uns in Ingolstadt eine gute Ausgangsposition erkämpfen und dann am Montag in Rostock die Liga halten", so der Plan von Übungsleiter Kostmann, der eine defensive Ausrichtung ankündigte.

Der Ausgang der Relegation im vergangenen Jahr dürfte Hansa allerdings Warnung genug sein. Damals setzte sich der SC Paderborn gegen den VfL Osnabrück durch.

FCI-Coach Wiesinger war sich einer Sache jedenfalls ganz sicher: "Wir werden unsere Chancen bekommen." Relegationstage sind nicht die Tage der gewagten Prognosen.

Andreas Messmer