München - Vor dem letzten Spieltag der 2. Bundesliga sind nur zwei Entscheidungen in Stein gemeißelt: Hertha BSC steigt als Meister auf und Arminia Bielefeld muss in die 3. Liga. Der FC Augsburg benötigt allerdings nur noch theoretisch einen Punkt, da das Torverhältnis gegenüber dem VfL Bochum (+ 20) deutlich für die Schwaben spricht.

Um Platz 3, der zur Auftstiegsrelegation berechtigt, kämpft der VfL mit der besseren Ausgangsposition gegen Greuther Fürth. Beim Duell zwischen Meister Hertha BSC und dem FC Augsburg dürfte es ein Schaulaufen geben und bei Frankfurt gegen Aue geht es noch um die persönlichen Saisonziele (alle Sonntagsspiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

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VfL Bochum - MSV Duisburg

Für die Gastgeber geht es im Fernduell mit Greuther Fürth um Platz 3 und damit das Erreichen der Relegationsspiele. Am leichtesten könnten es sich die Bochumer machen, indem sie den MSV bezwingen - dann könnte der Konkurrent aus Franken gegen Fortuna Düsseldorf so hoch gewinnen, wie er will und doch nicht mehr am Team von Friedhelm Funkel vorbeiziehen. "Ich mache mir um das Nervenkostüm unserer Mannschaft keine Gedanken", so Bochums Sportdirektor Thomas Ernst im bundesliga.de-Interview. "Wir haben alles selbst in der Hand und geben es freiwillig auch nicht mehr her", sagt auch der frühere Nationalspieler Paul Freier. "Es ist sehr angenehm, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein", ergänzt VfL-Torwart Andreas Luthe.

Bei Bochum droht jedoch Mimoun Azaouagh auszufallen, der nach überstandenen Sprunggelenksproblemen bei seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining am Donnerstag erneut umknickte. Besser sieht es dafür bei Kapitän Christoph Dabrowski aus. Der 32-Jährige hat seine Zerrung auskuriert und dürfte im Saisonfinale wieder in der Startelf stehen.

Der MSV will sich mit einem guten Spiel für das DFB-Pokal-Finale gegen Schalke 04 am nächsten Samstag warmschießen. "Erfolge sind das beste Selbstvertrauen, das wir uns erarbeiten können', verdeutlicht Ivo Grlic vor dem Anpfiff. Der Routinier wird nach seiner Oberschenkelzerrung aus dem 3:1 gegen den SC Paderborn allerdings mit höchster Wahrscheinlichkeit für den Sonntag ausfallen, ebenso wie Jürgen Säumel (Oberschenkelverletzung). Zudem stehen auch die Langzeitverletzten Srdjan Baljak, Julian Koch und Stefan Maierhofer nicht zur Verfügung.




SpVgg Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf

Für die Franken zählt im Kampf um die Relegation gegen die Fortuna höchstwahrscheinlich nur ein Sieg. Falls Bochum nicht gegen Duisburg gewinnt, wäre Greuther Fürth bei einem Sieg auf Rang 3. "Am Sonntag gibt es ein Herzschlagfinale. In diesem einen Spiel müssen wir gewinnen und dann haben wir unsere Hausaufgaben gemacht", so Fürth-Präsident Helmut Hack im bundesliga.de-Interview. Zum mittlerweile sechsten Mal bietet sich der SpVgg Greuther Fürth am letzten Spieltag der 2. Bundesliga die Chance, einen Aufstiegsplatz zu erobern - geklappt hat es bisher nie. Nun wollen die Fürther das Glück beinahe schon herbeireden. "`Wir sind an der Reihe", sagt Manager Rachid Azzouzi vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

"Bochum hat viel mehr zu verlieren als wir", glaubt Cheftrainer Michael Büskens, der allerdings Verletzungssorgen hat Stephan Fürstner droht wegen anhaltender Rückenprobleme auszufallen und auch der Einsatz von Stürmer Kingsley Onuegbu ist aufgrund seiner Band-Verletzung am Sprunggelenk fraglich. Wegen seiner fünften Gelben Karte ist zudem der gerade wiedergenesene Stephan Schröck gesperrt.

Fortuna-Coach Norbert Meier will auf keinen Fall abschenken: "Auch für uns geht es natürlich noch um einiges! Drei Mannschaften sind noch vor uns platziert. Zwei davon sind punktgleich mit uns, die dritte ist einen Zähler voraus. Wir können uns also noch weiter verbessern. Unsere Truppe wird richtig heiß sein." Patrick Zoundi und Andreas Lambertz fallen Gelb-gesperrt aus.




Hertha BSC - FC Augsburg

Feierstimmung in der Hauptstadt: Nachdem der FCA am vergangenen Spieltag den Aufstieg (so gut wie) sicher eingetütet hat, dürfen sich beide Teams auf ein unbeschwertes Fußballspiel freuen. Die Übergabe der Meister-Trophäe durch Harald Strutz und Christian Seifert soll nur einer der Highlights an diesem Nachmittag werden. "Das ist ein toller Abschluss einer großartigen Saison für beide Mannschaften. Auch wenn die Meisterschaft entschieden ist, wollen wir das Spiel noch gewinnen. Danach können wir dann gemeinsam feiern", freut sich auch Augsburgs Torjäger Michael Thurk auf die Partie.

Bevor die "Blau-Weißen" die Schale überreicht bekommen, hat bereits ein Ur-Herthaner seine verdiente Ehre erhalten: Pal Dardai läuft zum letzten Mal im Hertha-Trikot auf und feiert damit vor ausverkauftem Haus im Olympiastadion seinen verdienten Abschied.

Auf Kontiniuität statt Abschied stehen die Zeichen hingegen bei Jos Luhukay, der wie sein komplettes Trainerteam vor dem Saisonabschluss seinen Vertrag bei den Fuggerstädtern verlängerte. Der FCA-Coach muss auf Uwe Möhrle (Gelb-Sperre), Daniel Framberger (Reha nach Knie-OP) und Nando Rafael (Muskelfaserriss) verzichten, während auf Berliner Seite lediglich Peter Niemeyer wegen eines Infekts passen muss.




FSV Frankfurt - Erzgebirge Aue

Bereits vor dem letzten Spiel der Saison 2010/11 steht fest: Der FSV Frankfurt spielt aktuell seine beste Zweitligasaison seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga und wird die Spielzeit auf einem Tabellenrang zwischen 12 und 14 abschließen. Mit einem Remis am Sonntag würde FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen seinen persönlichen 100. Zweitligapunkt als Trainer sammeln.

"102 wären mir lieber", stellte der Übungsleiter in der Pressekonferenz vor dem Spiel klar: "Wir haben noch eine Chance, die 38-Punkte-Marke zu verbessern. 41 Punkte sind ein lohnendes Ziel. Der letzte Eindruck ist der, der am längsten haften bleibt. Wir möchten ein gutes Spiel abliefern und ein gutes Ergebnis erzielen." Fraglich ist der Einsatz des angeschlagenen Gledson (muskuläre Probleme) sowie der erkrankten Ugur Albayrak und Cidimar. Zudem fehlen Andreas Dahlén (Gelb-Sperre), Mike Wunderlich (Fitnessrückstand) und Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss /Quadrizepsmuskelriss).

Aues Cheftrainer Rico Schmitt, der auf Tomasz Kos und Jörn-Andreas Wemmer (beide Sprunggelenksverletzung) verzichten muss, hofft darauf, die hervorragende Saison der Sachsen mit einem Erfolgserlebnis abzurunden: "Wir wollen alles rauskitzeln und mobilisieren, damit wir die 53 Punkte noch ausbauen."




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