München - Herzschlagfinale um Relegationsplatz 3, Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um den Klassenerhalt: Nachdem am der 2. Bundesliga lediglich der Abstieg von Hansa Rostock besiegelt wurde, wurden die restlichen Entscheidungen der Saison auf die Schlussrunde am kommenden Sonntag vertagt.

Im Dreikampf um den Relegationsplatz behauptete Fortuna Düsseldorf durch ein die Pole Position vor dem punktgleichen SC Paderborn (beide 61 Punkte), der sich durch ein auf Platz 4 verbesserte. Bundesligaabsteiger FC St. Pauli (59) fiel durch das vor dem Showdown am 34. Spieltag auf Platz 5 zurück.

St. Pauli auf Schützenhilfe angewiesen



Während die Fortuna gegen den MSV Duisburg aus eigener Kraft die beiden Relegationsspiele am 11. und 15. Mai erreichen kann, müssen die Hamburger bzw. die Ostwestfalen im direkten Duell nicht nur gewinnen, sondern auch auf einen Ausrutscher der Düsseldorfer hoffen.

In Fürth geriet die Fortuna trotz der Unterstützung von rund 4.000 Fans, darunter auch Campino, Frontmann der Toten Hosen, zunächst durch Christopher Nöthe (33.) verdient in Rückstand. Ken Ilsö (60.) ließ dann die Gäste jubeln, die zwischenzeitlich den dritten Platz an Paderborn verloren hatten, nachdem Mehmet Kara (49.) für die Ostwestfalen getroffen. Düsseldorf spielte nach der Gelb-Roten Karte gegen Stephan Fürstner (82.) in der Schlussphase noch in Unterzahl. Robert Koch (54.) besiegelte in Dresden die Pleite von St. Pauli.

"Ich habe mich selten über ein Unentschieden so gefreut", sagte Campino bei "Sky" und Fortuna-Trainer Norbert Meier war vor dem Treffen mit seinem Ex-Club MSV ebenso zufrieden: "Es ist doch ein Highlight, wenn man am letzten Spieltag zuhause spielt und den Relegationsplatz aus eigener Kraft schaffen kann."

Schmidt: "Fahren erhobenen Hauptes nach Hamburg"



Auch sein Paderborner Kollege Roger Schmidt hatte gute Laune: "Wir haben geduldig auf Sieg gespielt und einen traumhaften Tag erlebt. Jetzt fahren wir erhobenen Hauptes nach Hamburg, da wollen wir noch einmal alles raushauen." Dagegen herrschte bei Pauli-Coach Andre Schubert vor dem Saisonfinale gegen seinen Ex-Club Frust: "Wir haben alles versucht, haben aber trotz vieler gute Chancen den Ball nicht reinbekommen. Uns fehlte heute das nötige Quäntchen Glück."

Unterdessen muss Hansa Rostock zum zweiten Mal nach 2010 aus dem Unterhaus absteigen. Das Team von Trainer Wolfgang Wolf unterlag in einer verrückten Partie und kann mit nur 26 Punkten das rettende Ufer nicht mehr erreichen.

Aufstiegsfete in Fürth



In Fürth startete nach dem Schlusspfiff die große Aufstiegsfete mit Autokorso und Ehrung auf dem Rathausbalkon. Tausende von Fans feierten ihre Helden ebenso euphorisch wie vor 14 Tagen, als der erstmalige Einzug der "Kleeblätter" in die Bundesliga perfekt gemacht wurde.

"Wenn man so weit gegangen ist, möchte man die Saison mit dem Meistertitel krönen", sagte der Fürther Trainer Mike Büskens, der dieses Ziel bei Hansa Rostock nach dem 0:2 (0:2) von Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt gegen 1860 München ohne Schützenhilfe erreichen kann.

Rostock steigt ab, vier Teams bangen



Wer neben Rostock den Gang in die 3. Liga antreten muss, wird ebenfalls erst am 34. und letzten Spieltag entschieden. Im Kampf um den Klassenverbleib darf sich der Vorletzte Alemannia Aachen nach einem mit 28 Punkten weiter an den letzten Strohhalm klammern. Auch der KSC, der mit zwei Zählern mehr auf dem Relegationsplatz steht, darf sich noch Hoffnungen auf den direkten Klassenverbleib machen.

Mit je 32 Zählern sind Erzgebirge Aue nach dem 1:2 (0:2) beim MSV Duisburg und Energie Cottbus nach dem 0:1 (0:0) beim FC Ingolstadt ebenfalls noch stark gefährdet. Zudem gewann der VfL Bochum 2:0 (1:0) gegen Eintracht Braunschweig und feierte damit nach einer verkorksten Saison immerhin noch ebenso wie Ingolstadt und Duisburg vorzeitig den Klassenverbleib.