Fortuna Düsseldorf hat seiner ruhmreichen Pokalgeschichte ein weiteres spektakuläres Kapitel hinzugefügt. Allerdings ohne Happy End. Im Elfmeterschießen versagten den Schützen des siebenmaligen Pokalfinalisten gegen den Hamburger SV die Nerven.

Nach dem 3:3 nach 120 Minuten inklusive Last-Minute-Augleich mussten sich die wackeren Fortunen mit 1:4 geschlagen geben.

Auch spielerisch überzeugt

Doch Trübsal blasen war nicht angesagt. Im Gegenteil. "Unser Selbstvertrauen ist durch dieses Spiel gewachsen", meinte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz. "Ich hoffe, dass wir das in die Saison mitnehmen. Wenn wir diese kämpferische Einstellung und Leistung mitnehmen, bin ich sehr guter Dinge."

Erstaunlich war, dass der Underdog gegen den großen Favoriten nicht nur kämpferisch mithalten konnte, sondern auch spielerische Akzente setzte. "Für die Leistung nehme ich Glückwünsche gerne entgegen", freute sich Fortuna-Coach Norbert Meier über die Vorstellung seiner Truppe.

"Wir haben uns gewünscht, dem HSV einen heißen Pokalfight zu liefern. Das ist uns gelungen. Nicht nur einen Fight, sondern auch eine spielerisch gute Leistung. Insgesamt hat sich Fortuna sehr gut verkauft", so Meier weiter: "Wir haben auch gute Fußballer in unseren Reihen. Wir waren mutig genug, nach vorne zu spielen. Aber letztendlich müssen wir es nehmen, wie es gekommen ist. Ich denke, das war ein sehr ansprechendes Spiel. Alle sind zufrieden nach Hause gegangen."

Konzentration auf Paderborn

Fünf Jahre nach dem letzten Auftritt (bei einem 1:3 gegen den VfL Bochum) im DFB-Pokal hat sich der zweimalige Pokalsieger bereits wieder aus dem Wettbewerb verabschiedet. Jetzt gilt alle Konzentration dem Saisonstart in die 2. Bundesliga, Fortunas erstem Zweitliga-Spiel seit zehn Jahren.

Am kommenden Samstag gastiert der Mitaufsteiger SC Paderborn in der Düsseldorfer ESPRIT-Arena. So lautete auch die Auftaktpartie vor genau einem Jahr in der 3. Liga. Damals verloren die Rheinländer mit 1:4. Die Fortuna ist also gewarnt.

"Wir dürfen uns vom guten Spiel gegen den HSV nicht blenden lassen", mahnte Fortuna-Keeper Michael Melka: "Das Spiel hatte mit der 2. Bundesliga gar nichts zu tun. Am Samstag gegen Paderborn weht ein anderer Wind." Das sieht auch Norbert Meier so: "Wir haben viele positive Dinge umgesetzt. Andererseits erwartet uns am Samstag im ersten Spiel der 2. Bundesliga ein ganz anderer Gegner und ein ganz anderes Spiel."

Fünf Neuzugänge auf dem Platz

Allerdings dürfte auch eine ganz andere Fortuna-Elf auf dem Platz stehen als noch vor zwölf Monaten. Gegen den HSV brachte Norbert Meier mit Christian Weber, Oliver Fink, Dmitriy Bulykin, Anderson und Johannes van den Bergh gleich fünf Neuzugänge in der Startelf. Fink führte sich als Torschütze direkt gut ein, Stürmer Bulykin fiel bei seinem Debüt als einziger etwas ab, ihm fehlte noch die Bindung.

Doch auf der grandiosen Leistung gegen den HSV lässt sich aufbauen. Während Paderborn daheim gegen den Ligakonkurrenten 1860 München ausschied, brachten die Düsseldorfer den vorjährigen UEFA-Cup-Halbfinalisten vor allem in der ersten Spielhälfte an den Rand der Niederlage.

"Wichtig in der Liga ist jetzt, dass wir von Beginn an ein paar Punkte sammeln und dass wir dann so wenig wie möglich mit dem Abstiegskampf zu tun haben", blickt Andreas "Lumpi" Lambertz voraus.


Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski