Die Leidenszeit ist zu Ende. Peter Neururer ist zurück auf seinem geliebten Trainerstuhl.

Am Sonntag einigte er sich mit dem MSV Duisburg, am Montag wurde Neururer vorgestellt.

Seit August 2006 bekleidete der 53-Jährige keinen Trainer-Job mehr. Für den fußballverrückten Neururer eine Ewigkeit. "Ich leide, nein, ich durchleide eine wirklich schwere Zeit", sagte er im August dieses Jahres in einem Interview.

Es machte "Klick"

Angebote, die in aller Regelmäßigkeit hinterlegt wurden, entsprachen nicht den Ansprüchen und Vorstellungen des Fußball-Lehrers. Besonders im Ausland wurde der berühmteste Schnurbart der Bundesliga gehandelt.

Dieser winkte jedesmal ab. Als der MSV Duisburg anklopfte, machte es aber "Klick": "Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich dahin zurückzukommen, wo ich hingehöre und das ist die erste Liga. Zum Glück hat der MSV die gleiche Vorgabe." Der Vertrag gilt zunächst bis Saisonende.

Kein Golfen

Ungewöhnlich ist die Vertragslänge nicht. Bei Peter Neururer, dem Prototypen des Feuerwehrmanns, sogar Normalität. Geschichten von Clubs, die befürchten ihre gesteckten Ziele nicht erreichen zu können und über Ursachen und Lösungen nachdenken, endeten in der Vergangenheit meist mit der Verpflichtung Peter Neururers.

In Aachen war dies so; aber auch u.a. auf Schalke und in Berlin, Hannover, Köln oder Düsseldorf. Und auch in Duisburg erhoffen sich die sportlichen Verantwortlichen viel von Neururer, der sich nach seiner Entlassung in Hannover 2006 keineswegs seinem Hobby Golfen gewidmet hat, sondern fleißig auf Spiel- und Spielersichtung war.

"Nur noch Fußballbücher"

"Ich bin da, wo der Fußball rollt - keine Frage!", sagt er, "ich will als Trainer einfach auf dem neuesten Stand bleiben, dafür schaue ich mir eben so viele Spiele wie möglich an." Alternativ widmete er seine Zeit der Literatur: "Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballbücher."

Die Erfahrung und Kenntnisse des Vollbluttrainers sollen nun dem MSV Duisburg helfen, um das Projekt "Wiederaufstieg" erfolgreich zu gestalten. "Fest steht, dass das sportliche Potenzial vorhanden ist. Aber wir können es nur gemeinsam schaffen."

Sollte Duisburg den Aufstieg schaffen, will Neururer auf die Prämie verzichten. "Daran sieht man, dass Peter mit dem Herzen bei der Sache ist", sagt Präsident Walter Hellmich. Was anderes kann man sich bei einem Fußballverrückten auch nicht vorstellen….

Fatih Demireli