Mike Sergio Terranova macht in jedem Zweitligaspiel ordentlich Kilometer. Kämpfen und Rackern gehört für den 33 Jahre alten Angreifer als Teil des Malocherteams von Rot-Weiß Oberhausen ganz selbstverständlich zum Alltag.

"Es geht nicht um mich, sondern um die Mannschaft. Auch wenn ich pro Spiel weniger Torchancen bekomme und viel defensiv arbeiten muss. Es bringt ja nichts, wenn ich vorne rumlaufe und pro Spiel zwei Tore mache, wir aber 2:3 verlieren", sagte er und stellt sich ganz in den Dienst der Mannschaft.

Terranova-Tore für den Aufstieg

Hauptziel bleibt nämlich der Klassenerhalt mit RWO und der einstellige Tabellenplatz am Saisonende ("Das ist gut für das Ansehen des Vereins"). Dafür bleibt Terranova flexibel. Wie mit Anfang 20, als er bei seinem damaligen Club auch in der Vierer-Abwehrkette zum Einsatz kam.

An den beiden Aufstiegen von Rot-Weiß Oberhausen aus der Oberliga zurück in die 2. Bundesliga hatte Terranova in den vergangenen drei Jahren durch viele Tore erheblichen Anteil: "So ein Durchmarsch ist natürlich ein absoluter Traum."

"Ich dachte nur: Mike, viel Glück"

Mit dem Höhepunkt beim entscheidenden Regionalligaspiel auswärts bei Union Berlin Ende Mai 2008, das Oberhausen mit 3:0 für sich entschied. "Da hatte ich zum ersten Mal in meiner Karriere richtig Bammel. Als wir durch den Kabinengang rauskamen, die aufgeheizte Atmosphäre in der Alten Försterei, gefühlte 50 Grad und dazu diese ganzen unrasierten und körperlich starken Berliner Spieler neben mir. Ich dachte nur: Mike, viel Glück", berichtete er. Der Routinier behauptete sich aber auch dort und ist einer der Publikumslieblinge bei RWO.

"Fußballgott" - so nennen ihn die Oberhausener Fans schon seit dem Oberligaspiel gegen den GFC Düren im Jahr 2006. Da hatte der gebürtige Wattenscheider mit italienischer Nationalität einen Sololauf über die linke Angriffsseite mit einem Tor erfolgreich abgeschlossen: "Das vergesse ich nie. Fußballgott ist eine schöne Anerkennung."

RWO für Terranova "ein echter Glücksfall"

Vor dem Wechsel zu RWO hätte er woanders durchaus mehr Geld verdienen können, betont der Angreifer. "Aber ich wollte hier in der Nähe wohnen bleiben und aus heutiger Sicht ist RWO ein echter Glücksfall. Weil ich hier viel Spaß habe und die Leute ehrlich und in Ordnung sind. Da ist es egal, wenn man weniger verdient. Und als es dann auch noch anfing, sportlich gut zu laufen, war das natürlich überragend", äußert er.

Terranovas aktueller Vertrag bei RWO ist bis zum Ende der Saison 2009/2010 datiert. Was danach kommt? "Wenn der Verein mit mir verlängern möchte, dann bleibe ich sehr gerne hier. Ich fühle mich hier sehr, sehr wohl und kann mir vorstellen, nach der Karriere im Club zu bleiben. Vorher will ich aber noch auf dem Spielfeld Gas geben."