Das Saisonziel war unmissverständlich: auf direktem Weg zurück in die Bundesliga. Doch nach dem letztjährigen Abstieg aus der Bundesliga ging die Talfahrt für Hansa Rostock und seine große Fangemeinde auch in der 2. Bundesliga ungebremst weiter. Erst Andreas Zachhuber, der dritte Trainer nach Frank Pagelsdorf und Dieter Eilts, hat den freien Fall vorerst gestoppt.

"Der Sieg gegen Frankfurt tat sehr, sehr gut. Einige Fans waren total aufgelöst und hatten nach dem zweiten Tor Freudentränen in den Augen", erzählt Saskia Pohl, die für die Fanbetreuung von Hansa arbeitet.

Denn seit Sonntag sind die Rostocker Chancen auf den Klassenerhalt erheblich gestiegen. Zwei Punkte Rückstand sind es für den Vorletzten bis zum Relegationsplatz, vier bis zum rettenden 15. Rang. "Die Hoffnung ist bei den Fans jetzt wieder viel größer geworden, die Stimmung im Stadion war sehr gut im Vergleich zu vielen Spielen vorher", sagt Pohl.

Gemeinsame Treffen und Gespräche

Sicher auch ein Ergebnis von gemeinsamen Gesprächen, die im Vorfeld zwischen Fans, Trainer Zachhuber, Hansa-Profis und Rostocker Verantwortlichen stattgefunden haben. "Das waren wirklich gute Aktionen, die den Fans und Spielern etwas gebracht haben.

Alle sind sich einig, dass wir es nur gemeinsam schaffen können. Wenn wir Fans sehen, dass die Spieler den Kampf annehmen und den Rasen umpflügen, dann wird auch nicht gepfiffen, dann kann man auch mal mit einer Niederlage leben", liegt die Fanbetreuerin mit vielen anderen Hansa-Fans auf einer Linie.

"Jetzt gehts weiter so"

"Alles geil, gewonnen - endlich- tolle Stimmung im Stadion & jetzt gehts weiter so, egal gegen wen wir spielen, die Jungs haben jetzt gesehen, dass sie gewinnen können", jubelt User "ADFCH" im Forum von Hansa Rostock. 17.000 Fans waren gegen den FSV Frankfurt in die DKB-Arena gekommen, so viele wie lange nicht mehr.

Unter Zachhuber hat Hansa noch nicht verloren, vor dem 2:0-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt teilten die Hanseaten zwei Mal die Punkte. "Zachhuber ist von den Fans mit offenen Armen empfangen worden", sagt Pohl, zumal der 46-Jährige sowohl als Spieler als auch als Trainer schon jahrelang in Diensten von Hansa gestanden hat.

Entscheidung in Wiesbaden?

"Ja, dieser verdammte Knoten ist hoffentlich endlich geplatzt, jetzt sind drei Auswärtspunkte fällig! Mit 'nem Punkt wäre ich auch nicht ganz unzufrieden, kommt halt immer auf das Spiel an! Eine Niederlage scheidet komplett als Option aus!", richtet User "Oberlausitzer" jetzt den Blick auf das nächste Auswärtsspiel am Donnerstag gegen Fürth.

"Wir merken, dass die Nachfrage für Karten für die letzten Auswärtsspiele wieder größer geworden ist", bestätigt Pohl. "Nun muß auch mal auswärts gewonnen werden", fordert User "torritt" wie viele andere Fans einen "Dreier" in der Fremde.

Nicht auszuschließen, dass auswärts am letzten Spieltag beim SV Wehen Wiesbaden die Entscheidung um den (Nicht-) Abstieg fallen wird. Beste Erfahrung in Sachen Klassenerhalt kann der Trainer jedenfalls vorweisen. 1999 rette Zachhuber Hansa am letzten Spieltag mit einem 3:2-Sieg in Bochum vor dem Bundesligaabstieg.