Eine große Tradition herrscht beim fränkischen Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!). Seit 1904 gibt es das Duell der beiden Städte, deren Stadien nur knapp 15 Kilometer auseinander liegen.

Seit der ersten Partie ist viel passiert, gerade in Nürnberg. Auf- und Abstiege, Trainerentlassungen, neun Deutsche Meisterschaften und vier Pokalsiege. Die Fürther hinken dem großen Nachbarn um fünf Meisterschaften hinterher und der Tatsache, dass man noch nie in der Bundesliga gespielt hat.

Driller sicherte letzten "Club"-Sieg

Das traditionsreichste deutsche Lokalderby zwischen "Club" und "Kleeblatt" hat so manche Anekdoten zu bieten. Ein Sieg über Fürth bescherte Nürnberg seinen ersten Meistertitel! Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft setzten sich die "Rot-Schwarzen" 1920 in Frankfurt mit 2:0 durch. Es wurden Rekordpreise von bis zu 200 Mark für einen Sitzplatz geboten.

Dieses Duell lockte schon immer die Massen ins Stadion. In der Saison 1996/97 kamen sogar 45.000 Zuschauer zum Aufeinandertreffen in der Regionalliga Süd. Der erste Derby-Fußballkampf stieg 1902. Der Club fegte die Fürther mit 15:0 aus dem Schießanger.

Acht Jahre später gelang den "Kleeblättern" der erste Sieg. Der letzte Erfolg der Nürnberger liegt schon elf Jahre zurück. Martin Driller erzielte am 6. Oktober 1997 das Siegtor zum 1:0-Auswärtssieg. Der letzte Heimsieg des FCN in der 2. Bundesliga war im März 1978 mit 2:1. Beim bislang letzten Derby um Punkte trennten sich die beiden Kontrahenten in Fürth am 7. März 2004 mit 2:2.

Gute Bilanz für Möhlmann

Auch das 252. Derby, in dem der Tabellenneunte den Vierten empfängt, hat bereits seine eigenen Geschichten. Nürnberg blieb zuletzt zwei Mal ohne Gegentor. Die seit fünf Begegnungen unbesiegten Fürther erzielten in jedem ihrer sechs Auswärtspartien mindestens einen Treffer. Bei der Spielvereinigung scheint es momentan zu laufen. Nach 13 Spieltagen haben die "Kleeblätter" bereits 30 Tore erzielt - das gab es bisher noch nie! Einen großen Anteil daran hat der Toptorjäger der 2. Bundesliga daran.

Sami Allagui traf bereits elf Mal ins Schwarze. Der Goalgetter stand am Mittwoch zum ersten Mal im Kader der tunesischen Nationalmannschaft. Auf der Bank der Gäste sitzt ein weiterer Triumph. Benno Möhlmann ist als Fürth-Trainer noch ungeschlagen gegen 1. FC Nürnberg. Ein Sieg und vier Niederlagen lautet die Bilanz des 54-Jährigen. Egal wie das Spiel am Sonntag endet, Fürth wird auch nach den 90 Minuten vor dem 1. FC Nürnberg in der Tabelle stehen.

Besonders heftigen "Streit" gab es meist, wenn ein Spieler von der einen zur anderen Seite wechselte. Als erster ging Loni Seiderer vom "Club" zu den "Kleeblättern". Er wurde in Fürth zu einem der großen Stars der 20er Jahre. Den umgekehrten Weg gingen Bumbes Schmidt und Hans Sutor. In den 50er Jahren sorgten die Wechsel von Torjäger Horst Schade und Reinhold Gettinger für Schlagzeilen.

"Wir müssen siegen"

1997/98 lockten die "Cluberer" Thomas Richter und Jochen Weigl vom Playmobil- ins Frankenstadion. Zuletzt wechselte Juri Judt zu Beginn der aktuellen Saison vom Ronhof an den Valznerweiher. "Es wird ein ganz besonderer Tag. Wir wollen jede Partie gewinnen. Doch in diesem Spiel müssen wir siegen", sagt der 22-Jährige.

Die ganz besondere Liebe dieser beiden Städte verdeutlicht, die Tatsache, dass Nürnberg und Fürth in den 1920er Jahren den Großteil der Nationalmannschaft bildeten und auf Auswärtsfahrten in zwei getrennten Zugabteilen reisten. Von einem Derby in der Bundesliga träumen beide Vereine und Fanlager aber sicherlich gerne gemeinsam.