München - Am Freitagabend könnte die Spitze der 2. Bundesliga nochmal durcheinander gewürfelt werden, bevor es in die Winterpause geht. Gleich vier der ersten sechs Teams der Tabelle treten gegeneinander an - Fortuna Düsseldorf steht im Topspiel dem Überraschungsteam aus Paderborn gegenüber. Die Herbstmeisterschaft hat die Fortuna schon in der Tasche. Jetzt gilt es für die Düsseldorfer, den Drei-Punkte-Vorsprung über den Winter zu retten.

Auch der Tabellendritte Greuther Fürth rechnet sich im Aufstiegsrennen noch etwas aus - und muss jetzt gegen den Führenden der Formtabelle, Union Berlin, ran. Im Abstiegskampf kreuzen Aue und Ingolstadt die Klingen (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Fortuna Düsseldorf - SC Paderborn

Paderborn vor der Brust, während der Deutsche Meister schon seine Schatten vorauswirft - eine schwere Aufgabe für die Elf von Norbert Meier, die sich nach dem SCP-Spiel noch im DFB-Pokal mit Borussia Dortmund misst. Mit Paderborn kommt das Überraschungsteam der 2. Bundesliga nach Düsseldorf. Dass die Partie auch tabellarisch ein echtes Spitzenspiel ist, war vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten.

Das Tabellenbild spricht allerdings klar für die Fortuna. Denn mit 42 Zählern thront die Elf um Maximilian Beister (Foto) an der Tabellenspitze. Und auch das Gesetz der Serie haben die Flingeraner klar auf ihrer Seite: Seit 27 Pflichtspielen ist das Meier-Team ohne Niederlage (25 Ligaspiele, zwei Pokalspiele). Zudem kann der Klassenprimus in Bestbesetzung auflaufen. "Je länger die Serie anhält, umso heißer werden die anderen auf uns", warnt jedoch Torjäger Sascha Rösler. Und auch sein Trainer sagt: "Es freut mich, dass alle in der Stadt euphorisch sind. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben".

"Das ist der perfekte Abschluss für dieses Jahr", freut sich SCP-Trainer Roger Schmidt auf die Begegnung mit der Fortuna. Mit kräftiger Unterstützung durch rund 1.000 Fans reist der SCP zum Spitzenspiel. Doch die Ostwestfalen plagen Personalprobleme: Während Sören Gonther (Kapselverletzung am Sprunggelenk), Enis Alushi und Markus Krösche (beide Muskelprobleme) ihre Blessuren weitgehend ausgeheilt haben, stehen große Fragezeichen hinter Meha (Muskelverhärtung) und Jens Wemmer (Schleimbeutelentzündung an der Ferse). Definitiv nicht dabei sein wird Sören Brandy, der in den Schlussminuten der Begegnung gegen Hansa Rostock (2:0) am vergangenen Spieltag die fünfte Gelbe Karte kassiert hat.

Greuther Fürth - Union Berlin

Mit einem ähnlichen Szenario wie die Fortuna hat auch Fürth zu kämpfen: Nach dem letzten Ligaspiel gegen Union Berlin steht für Bernd Nehrig (Foto) & Co. im Pokal das fränkische Derby gegen den 1. FC Nürnberg auf dem Programm. Trainer Mike Büskens sagt aber klipp und klar: "Das Derby spielt in meinem Kopf derzeit keine Rolle. Wir müssen das Derby ausblenden". Zudem weiß Büskens um die Stärke der "Eisernen", die die Formtabelle der 2. Bundesliga anführen. "Die Aufgabe gegen Union wird schwer genug."

Fürth will unbedingt unter den Top-3 überwintern: "Wir wollen auf alle Fälle einen Dreier und unseren Platz da oben zementieren", sagt Büskens. Verzichten muss er allerdings auf Milorad Pekovic (5. Gelbe), Kinglsey Onuegbu und Sebastian Tyrala (beide Knie-OP). Auch Felix Klaus (Weisheitszähne) steht frühestens im Derby wieder zur Verfügung.

Union ist mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen das "Team der Stunde". Mit einem Sieg sind die Köpenicker der Spitzengruppe dicht auf den Fersen und wären nur noch vier Punkte hinter Fürth. "Die Konstellation ist so, dass die ersten sechs Mannschaften gegeneinander spielen und die Sieger Boden gut machen können. Das ist natürlich auch unser Ziel", sagt Trainer Uwe Neuhaus. Im Hinspiel setzte es allerdings ein deftiges 4:0 für Fürth. "das hat richtig wehgetan", sagt Marc Pfertzel. Erstmals seit drei Spielen wird die FCU-Startelf einer Veränderung unterzogen werden müssen. Den Umbau macht die Operation von Christoph Menz notwendig (Entfernung eines Neuroms im rechten Fuß). Ahmed Madouni wird wohl für ihn einspringen.

Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt

Aue-Coach Rico Schmitt will im letzten Spiel des Jahres zu alter Heimstärke zurückkehren: "Wir müssen wieder eine Heimmacht werden. Wir müssen wieder das Gefühl bei den Gegnern entwickeln, dass es hier in Aue unangenehm zu spielen ist und den Funke überspringen lassen." Nur acht von 24 möglichen Punkten holte der FCE im eigenen Stadion.

Mit der Gesamtsituation ist man bei den "Veilchen" aber dennoch nicht unzufrieden: "Jeder, der einen gewissen Fußball-Sachverstand hat, wusste, dass es für uns ein verdammt schweres Zweitligajahr wird. Wir sind im Kampf um den Klassenerhalt gut dabei, stehen auf Platz 13. Mehr kann und sollte man von einem Verein wie dem FC Erzgebirge nicht verlangen", meint Abwehrspieler Thomas Paulus (Foto). Gegen Mitkonkurrent Ingolstadt wäre ein Erfolg natürlich umso wichtiger, weiß auch Paulus: "Egal wie. Und wenn es ein dreckiger Sieg ist."

Die Ingolstädter um Trainer Tomas Oral wollen das mit allen Mitteln verhindern. "Wir dürfen keinen Millimeter nachlassen", fordert Oral nach dem Achtungserfolg gegen St. Pauli in der Vorwoche (1:0). Vor den Sachsen hat er Respekt: "Der Gegner hat nach einer sensationellen Vorsaison auch jetzt wieder 18 Punkte auf dem Konto", lobt Oral, auch wenn die Erzgebirgler zuletzt auch "das eine oder andere Problem hatten." Fehlen wird den "Schanzern" definitiv Moritz Hartmann, der nach Innenbandanriss (Knie) noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Fabian Gerber steht mit Rückenproblemen auf der Kippe.