Peter Neururer war noch nie ein Mann der leisen Töne. Und der 54 Jahre alte Trainer des MSV Duisburg hasst deshalb auch nichts mehr als die zweite Geige, er will wieder im Konzert der Großen mitmischen.

"Ziel ist es nicht für uns, Dritter zu werden, sondern der Aufstieg in die Bundesliga. Das bedeutet Platz eins oder zwei", sagte Neururer. Sein MSV war nach dem 3:0 (1:0) im Nachbarschaftsduell der 2. Bundesliga gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf auf einen Relegationsplatz vorgerückt.

"Wichtig für unser Selbstwertgefühl"

"Es war Pflicht, dieses Spiel zu gewinnen. Wichtig war nicht nur ein Sieg, sondern ein klarer Sieg. Das war wichtig für die Fans und wichtig für unser Selbstwertgefühl", sagte Neururer nach dem Topspiel am Montagabend.

Am 16. November 2008 übernahm Peter Neururer den Trainerposten beim MSV und verpasste die Bundesliga-Rückkehr mit dem Team im Mai als Tabellensechster.

Dieses Jahr soll es nun klappen. Wenn auch die Leistung gegen die Fortuna nicht berauschend war, der Sieg durch die Tore von Mihaj Tararache (43.), Christian Tiffert (52.) und U-21-Europameister Sandro Wagner (61.) war verdient.

Gute Nachrichten vor dem Anpfiff

Gute Nachrichten hatte es für den MSV schon vor dem Anpfiff gegeben, als Sportdirektor Bruno Hübner die Leihgeschäfte mit Änis Ben-Hatira (Hamburger SV) und dem ehemaligen Schalker Stürmer Sören Larsen (FC Toulouse) verkündete.

"Mit den beiden Spielern haben wir die Qualität erhöht. Mit dieser Qualität können wir aufsteigen", sagte MSV-Torhüter Tom Starke.

"Müssen unsere Naivität ablegen"

Angesichts der Erfahrungen aus der vergangenen Saison hielt sich Tiffert aber betont zurück: "Nach dem 4. Spieltag ist noch nicht die Zeit für Prognosen. Am Ende steht ein 3:0 in einem nicht so guten Spiel. Wir haben außerdem ein Wahnsinnsauftaktprogramm", sagte der Torschütze. Am 5. Spieltag steht das Gastspiel beim Tabellenvierten 1. FC Kaiserslautern an.

Die Fortuna liegt mit sechs Punkten im Tabellenmittelfeld, ist auswärts aber weiterhin ohne Punkt - und ohne Tor. Andreas Lambertz und Neuzugang Dmitriy Bulykin kamen zwar durchaus zu Chancen, trafen jedoch nur Aluminium oder verpassten knapp.

"Wir müssen unsere Naivität ablegen und unsere Lehren aus einem solchen Spiel ziehen", sagte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier an seinem ehemaligen Arbeitsplatz.