Köln - Die Erinnerungen beim FC St.Pauli an das letzte Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf sind noch allgegenwärtig. Mit einem furiosen 4:0-Sieg gegen die ambitionierten Rheinländer läuteten die Schützlinge von Ewald Lienen im Abstiegskampf der vergangenen Saison eine wahnsinnige Aufhojagd ein, die am letzten Spieltag mit dem Klassenerhalt belohnt wurde.

Vor dem heutigen Spiel sind die Vorzeichen jedoch komplett anders. Während Pauli mit einem Sieg sogar Zweiter werden kann, braucht die Fortuna auf dem Relegationsplatz jeden Zähler. “Tabellarisch ist der FC St. Pauli in der Favoritenrolle. Sie sind Dritter, wir stehen auf Platz 16“, erklärte Fortuna-Coach Frank Kramer vor der Partie. “Nichtsdestotrotz fahren wir nach St. Pauli, um was mitzunehmen. Die Ausgangslage ist für uns eine tolle Herausforderung, der man sich gerne stellt.“

 "Es ist brutal schwer gegen uns"

Wie groß die Herausforderung tatsächlich wird, zeigen auch die letzten acht Spiele. Nur einmal mussten die Boys in Brown den Rasen als Verlierer verlassen. Das Erfolgsgeheimnis der Lienen-Elf ist die gute Grundordnung, aus der sie das Spiel angehen. "Wir stehen in der 2. Bundesliga richtig gut da, weil es brutal schwer ist, gegen uns ein Tor zu erzielen", so Christopher Buchtmann. Mit erst elf Gegentoren stellt Pauli gemeinsam mit Heidenheim und Braunschweig die beste Abwehr der Liga.

Dass es am Ende aber mehr als Tabellenplätze und Statistiken braucht, um den Dreier am Millerntor zu behalten, weiß Lienen nur zu gut. Immerhin zeigt die Tendenz bei Düsseldorf nach zwei Siegen aus drei Partien klar nach oben. “Es wäre vermessen und arrogant, überhaupt eine Mannschaft in dieser ausgeglichenen Liga als Abstiegskandidat zu bezeichnen. Man muss nur den Kader von Fortuna Düsseldorf anschauen. Dieser ist mit sehr vielen und hochkarätigen Spielern besetzt“, so der 61-Jährige.

Kramer weiß, wie es geht

Nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth fordert Kramer von eben diesem Kader auch in der Hansestadt eine emotionale Vorstellung. “Wir müssen ein gutes Maß an Aufwand und Aggressivität hinbekommen. Aus der Rolle, die wir in diesem Spiel einnehmen, müssen wir viel rausziehen. Wir müssen und werden es dem Gegner so schwer wie möglich machen“, stellte er unmissverständlich klar.

Und Kramer weiß, wie man auf dem Kiez jubelt. In der vergangenen Saison gelang ihm dort ein 1:0 mit Greuther Fürth. Dieses Wissen könnte für die Gäste Gold wert sein, denn von 17 Pflichtspielen am Millerntor konnten sie überhaupt erst zwei für sich entscheiden. Ohne Gegentor blieben sie dabei allerdings nie.

Die Duell-Vorschau