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2. Bundesliga

Macht Edin Džeko auf Schalke den Raúl 2.0?

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Der Sensationstransfer von Edin Džeko bringt die Schalker Fans ins Schwärmen – und lässt nostalgische Gefühle wieder aufleben: 2010 wechselte schon mal ein Weltklassestürmer im Herbst seiner Karriere in den Pott ...

"Unfassbar, surreal – ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll." Und weiter: "Als ich die Nachricht gehört habe, habe ich Gänsehaut bekommen." So ging es hunderten Fans, die sich vergangene Woche auf zum Ernst-Kuzorra-Weg gemacht hatten.

Dort wollten die glühenden Anhänger des FC Schalke 04 die erste Trainingseinheit eines sensationellen Neuzugangs begutachten: Edin Džeko ist ein Knappe! Dass der 39 Jahre alte Stürmerstar überhaupt in die 2. Bundesliga wechselt, klingt ja schon fast zu kitschig um wahr zu sein.

Dass der Rekordtorschütze der bosnischen Nationalmannschaft aber selbst die Initiative ergriff, um nach Gelsenkirchen zu wechseln, toppt das Ganze nochmals. Und dass der Angreifer im ersten Spiel als Knappe dann auch noch sofort einnetzt, rundet das moderne Märchen in Königsblau ab.

Džeko als zweiter Raúl?

Viele Anhänger von S04 dürften sich ins Jahr 2010 zurückversetzt fühlen. Damals gelang den Königsblauen nämlich ein vergleichbarer Coup: Ein gewisser Raúl González Blanco wechselte in den Pott.

Raúl verzauberte nicht nur die Fans von Schalke, sondern die gesamte Bundesliga: In 66 Bundesliga-Partien erzielte der gealterte, aber nicht minder technisch begabte wie treffsichere "Señor" 28 Tore für Schalke. Zudem legte er noch elf Treffer in dieser Zeit auf. 2011 gewann er mit S04 den Pokal, 2012 ballerte und dirigierte er Schalke in die Champions League.

Nicht wenige dieser Scorerpunkte waren eine regelrechte Augenweide: Wie beispielsweise das Tor des Jahres 2011, das Raúl per Lupfer gegen den 1. FC Köln erzielte. Doch auch Džeko sorgte schon für Szenen, die auch neutrale Zuschauer zum Zungeschnalzen bringen.

Džeko kann's immer noch

Beim 2:2 gegen Kaiserslautern bewies der 39 Jahre alte Angreifer nämlich, dass er nichts von seiner immensen individuellen Klasse eingebüßt hat: Der Bosnier pflückte einen langen Ball gefühlvoll mit der Brust aus der Luft und beförderte das Rund trotz hohem Raum- und Gegnerdrucks in einer fließenden Bewegung mit rechts sehenswert ins Netz.

"Ich bin glücklich über das Tor, aber nicht mit dem Unentschieden", sagte die neue Angriffshoffnung der Königsblauen nach dem 2:2 gegen den FCK. "Aber es war wichtig, dass wir nicht aufgegeben haben nach dem 0:2-Rückstand."

"In meinem Kopf war nie: 'Du gehst jetzt in die 2. Liga, um Fußball zu spielen.' Bei mir war nur: 'Du gehst zu Schalke!'", sagte der Stürmer bei seiner Vorstellungs-PK. Und vielleicht führt der gemeinsame königsblaue Weg Džeko und Schalke im Sommer zurück in die Bundesliga. Das wäre nach dem Beinahe-Abstieg in die 3. Liga im vergangenen Jahr wirklich einfach unfassbar und surreal.

Patrick Dirrigl