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Beim Auswärtsspiel in Kiel braucht der FC Schalke 04 wieder die Tore von Edin Džeko, der hier gegen Dynamo Dresden jubelt
Beim Auswärtsspiel in Kiel braucht der FC Schalke 04 wieder die Tore von Edin Džeko, der hier gegen Dynamo Dresden jubelt - © IMAGO/KROEGER/RHR-FOTO
Beim Auswärtsspiel in Kiel braucht der FC Schalke 04 wieder die Tore von Edin Džeko, der hier gegen Dynamo Dresden jubelt - © IMAGO/KROEGER/RHR-FOTO
2. Bundesliga

"Das wird in den nächsten Wochen besser": Darum schafft Schalke den Turnaround

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Am 22. Spieltag reist der FC Schalke 04 zu Holstein Kiel, kämpft am Sonntag ab 13:30 Uhr um die ersten drei Punkte seit dem 16. Spieltag. Mit einem Sieg würden die Königsblauen ihre Ergebniskrise überwinden und sich im Aufstiegsrennen so richtig zurückmelden.

"Dieses Mal empfinden wir das Gegenteil", zeigte sich Trainer Miron Muslić nach dem 2:2 – wohlgemerkt nach 2:0-Führung – gegen Dynamo Dresden ernüchtert. Am 19. Spieltag hatte der FC Schalke 04 an gleicher Stelle einen 0:2-Rückstand gegen den 1. FC Kaiserslautern vor heimischer Kulisse in ein 2:2 umgemünzt. "Vor zwei Wochen hat sich der Punkt gegen Kaiserslautern nach unseren späten Toren so angefühlt wie ein Sieg", so Muslić. Die Gelsenkirchener durchlaufen nun zum ersten Mal in dieser Saison eine Ergebniskrise.

Diese begann mit dem 1:2 kurz vor Weihnachten in Braunschweig und setzte sich nach der Winterpause mit dem schmeichelhaften 0:0 bei Hertha, dem Unentschieden gegen Lautern, einer 0:2-Niederlage im Lokalduell in Bochum sowie der jüngsten Punkteteilung gegen Dynamo fort. Schalke ist seit fünf Spielen ohne Sieg und musste dennoch erst am vergangenen 21. Spieltag nach sieben Spieltagen an der Spitze die Tabellenführung an den SV Darmstadt 98 abtreten.

Aufstiegsrennen spitzt sich zu

Die "Knappen" hatten bis zu fünf Punkte Vorsprung auf die Plätze drei und vier, jetzt ist wieder alles eng beieinander. Nun folgen vier Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte (Holstein Kiel, Magdeburg, Greuther Fürth und Arminia Bielefeld). Doch Achtung: In der Hinrunde verlor Schalke das Heimspiel gegen Kiel mit 0:1. Seit vier Spielen ist S04 gegen die Störche ohne Sieg (drei Niederlagen, ein Unentschieden). Andererseits: Nach der damaligen 0:1-Niederlage gewann der Ruhrpott-Club fünfmal in Serie.

Am Sonntagmittag (13:30 Uhr, live bei Sky) sind die Mannen von Miron Muslić gefordert, die Trendwende einzuleiten. Gegen den Bundesliga-Absteiger müssen endlich drei Punkte her, um im Aufstiegskampf ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz zu senden. Im Winter wurde der Kader mit Stars wie Edin Džeko, dessen furioser Doppelpack nicht zum Sieg gegen Dresden reichte, Adil Aouchiche und dem Ex-Kölner Dejan Ljubičić für die nicht öffentlich ausgesprochene Mission Aufstieg aufgemotzt.

Trainer Miron Muslić beim Training vor dem Spiel in Kiel: Cool bleiben ist beim FC Schalke 04 angesagt - IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

Offensive findet sich allmählich

Was macht den Schalkern Hoffnung, dass die Sieglosserie reißt? Zum einen die Offensive, wie auch Kapitän Kenan Karaman nach dem Dresden-Unentschieden richtig erkannte: "Heute waren wir nach vorne wieder aktiver, auch die Neuzugänge haben sich hervorragend ins Spiel eingefügt. Wir hatten deutlich mehr Offensivaktionen und Torschüsse als zuletzt. Mit Edin haben wir einen Zielspieler, der die Bälle festmachen und ablegen kann. Zudem haben wir vorne gute Jungs in den Halbräumen, die die Tiefe suchen können. Das wird in den nächsten Wochen noch besser."

Nach einer zunächst mauen ersten Halbzeit hatte Königsblau in den 30 Minuten nach der Pause ein Offensivfeuerwerk entfacht, das – garniert mit den beiden Džeko-Toren – die Veltins-Arena zum Kochen brachte. Besonders Aouchiche war nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit ein belebendes Element im Spiel nach vorne, Ljubičić zeigte mit seiner Dynamik gute Ansätze. Einige ansehnliche Ballstafetten deuten daraufhin, dass die im Winter modifizierte Abteilung Attacke noch besser in Schwung kommt.

Gegner agieren eiskalt

Eine Herausforderung stellt aktuell eher die Defensive dar, die in der Hinrunde noch das Erfolgsrezept schlechthin war. Trotz der sechs Gegentore in den letzten drei Spielen kann S04 noch auf die beste Abwehr in den ersten drei Ligen verweisen. Dabei ließ Schalke in diesem Zeitraum gar nicht viel mehr zu als davor, doch die Gegner agierten kaltschnäuziger (Abschluss-Effizienz +2,6, davor -8,2).

Für die in der Hinrunde so entschlossenen und kämpferischen Schalker gilt es also, noch konsequenter das eigene Tor zu verteidigen und Selbstverständnis zurückzuerlangen. Mut macht auch die Verpflichtung von Moussa Ndiaye, mit dem der Ausfall von Vitalie Becker auf der linken Schiene dem ersten Anschein nach kompensiert werden konnte. Der Senegalese war gegen Dresden einer der Besten aufseiten von S04. Mit Schlussmann Loris Karius steht zudem einer der besten Keeper der 2. Bundesliga im Tor: 75 Prozent der Bälle auf seinen Kasten parierte der 32-Jährige.

"Wir bleiben ruhig"

Auf Schalke bewahren sie weiter die Contenance, sehen das Positive und blicken von Spiel zu Spiel. Das hat auch Džeko nach seiner Ankunft im Wintertransferfenster schnell verinnerlicht. "Wir müssen weiter hart arbeiten", erklärt der Stürmerstar, der an einen erfolgreichen Auftritt im hohen Norden glaubt. "Wir bleiben ruhig und konzentrieren uns auf die nächste Aufgabe."

Mit dem Unentschieden gegen Dresden hat Schalke die 40-Punkte-Marke erreicht. Nach unten braucht man sich keine Sorgen machen. Die Königsblauen wollen das Maximum in dieser Saison erreichen. Dafür müssen sie schnell wieder in den Aufstiegsmodus zurückkehren. Dann kann sie auch eine steife Brise im hohen Norden nicht umwerfen.

Philipp Pachollek