Kaiserslautern - Die Stimmung sei top, sagt Kosta Runjaic, der Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Und das nicht nur, weil Comedian Matze Knoop letzte Woche auf der Weihnachtsfeier des FCK als Überraschungsgast ein paar gute Witze gerissen haben soll. Seit neun Pflichtspielen sind die Pfälzer ungeschlagen und reisen als Tabellenzweiter am Sonntag zum Spitzenspiel (ab 13:15 Uhr im Liveticker) beim FC Ingolstadt 04. "Wer über Monate gute Arbeit abliefert", sagt Runjaic, "für den gibt es keinen Grund, schlechte Stimmung zu haben."

Runjaic hat Ingolstadt am vergangenen Wochenende in Leipzig beobachtet und dort eine Mannschaft gesehen, die alles bestätigt habe, was eine Top-Mannschaft ausmache: physische Stärke, Teamgeist, schnelle Offensivkräfte und kompaktes Auftreten: "Ingolstadt ist derzeit die kompakteste Mannschaft der 2. Bundesliga." Mit einem Sieg könnte Ingolstadt mit dann 36 Punkten die Distanz auf den FCK auf acht Punkte ausbauen. Das sei kein Druck für Lautern, betont Runjaic und sagt: "Unser Anspruch ist es, möglichst drei Punkte mitzunehmen."

"Gute Mischung und gute Balance im Kader"

Dass das kein unrealistisches Ziel ist, hat die Mannschaft mit stabilen Leistungen zuletzt bewiesen. Zwar sind derzeit vor allem die Talente aus dem eigenen Nachwuchs in der Pfalz in aller Munde. Spieler wie die beiden Innenverteidiger Dominique Heintz und Willi Orban oder Wirbelwind Jean Zimmer spielen sich immer mehr in den Vordergrund und sorgen dafür, dass die Leute sich wieder stärker mit dem FCK identifizieren. Zuletzt, beim überzeugenden 3:0 gegen Schlusslicht Aue, gehörten die drei Eigengewächse ebenso zu den Besten wie der deutsche U21-Nationalspieler Amin Younes oder der türkische U21-Nationalspieler Kerem Demirbay.

Doch Sportdirektor Markus Schupp stellt auch die konstanten Leistungen der älteren Spieler wie Markus Karl, Srdjan Lakic, Tobias Sippel und Ruben Jenssen heraus. "Wir haben eine gute Mischung und eine gute Balance im Kader", sagt Schupp. Der ehemalige FCK-Profi erkennt deutliche Fortschritte in der Entwicklung der Mannschaft. Diese hat viele Phasen während der letzten Monate durchgemacht. Sie hat es geschafft, viele Spiele hinten zu Null zu spielen und auch die Mittelfeldspieler erzielten jetzt Tore.

Noch immer zu viele Gegentreffer

Dies alles gehöre zum Entwicklungsprozess dazu, bestätigt Trainer Runjaic. Jeder, der auf dem Platz stehe, sei angehalten, auch Tore zu machen, sagt der. Jetzt gelte es, weiterhin Stabilität zu zeigen. Die Mannschaft habe ein sehr gutes Gefühl für die zweite Bundesliga entwickelt, lobt Runjaic. Auch gegen Aue seien die Spieler über 120 Kilometer zusammen gelaufen. "Die Jungs wissen, dass es ohne einen hohen Aufwand nicht geht", erklärt der Trainer, der seiner Elf zutraut, künftig auch die Balance zwischen ruhigerem Spiel und dann plötzlich wieder schnellem Spiel nach vorne zu finden.

Runjaic fordert auch mehr Effizienz, nicht nur, aber auch in der Chancenverwertung. Und im Gegensatz zu Ingolstadt kassiere seine Mannschaft immer noch zu viele Gegentreffer - der Tabellenführer hat nach 16 Spieltagen nur elf Gegentore wegstecken müssen, der FCK schon 16; Runjaic: "Und das ist schon ein Unterschied. Es ist wichtig, dass die Null hinten so oft wie möglich steht." Der FCI hätte auch deshalb mehr Punkte als der letztjährige Aufsteiger 1. FC Köln zum selben Zeitpunkt in der vergangenen Saison.

Runjaic erwartet "Powerspiel"

Runjaic erwartet von den beiden zweikampfstärksten Teams der Liga am Sonntag ein "Powerspiel". Dass 3000 FCK-Fans mit nach Ingolstadt reisen, findet Runjaic "sehr schön". Sein Team wolle den Leuten diesen Monat weiter viel Spaß bereiten und den Dezember zum "Betzember" machen, wie im Internet von Fans gefordert.

Von Tobias Schächter