Motiviert bis in die Haarspitzen und dennoch ein Nervenbündel: Claus-Dieter Wollitz dürfte in dieser Woche unter absoluter Hochspannung stehen. Der sowieso schon als impulsiv bekannte Trainer des VfL Osnabrück muss mit seiner Mannschaft am Freitag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) zum Relegations-Hinspiel beim SC Paderborn antreten - verlieren verboten!

Vor dem richtungweisenden Duell in der paragon arena blickt bundesliga.de auf die Stärken und Schwächen der Niedersachsen.

Knackpunkt Abschlussschwäche

In der Offensive verdienten sich die "Veilchen" in dieser Saison durchaus den ein oder anderen Fleißpunkt. Durchschnittlich suchte man 14,4 Mal pro Partie den Abschluss - und rangiert damit ligaweit auf Platz 6.

Unter dem Strich sprang dabei jedoch zu wenig heraus: Der VfL nutzte nur 10,4 Prozent seiner Torchancen, das ist der zweitschwächste Wert der 2. Bundesliga. Dennoch kam man auf insgesamt 41 Saisontore.

Allerdings fällt Regisseur Pierre de Wit ausgerechnet jetzt - vor der "Woche der Wahrheit" - aufgrund eines Kreuzbandrisses aus. Die "Abteilung Attacke" muss sich also umstellen.

"Schießbude" der 2. Bundesliga

Die Achillesferse der Osnabrücker liegt indessen in der Abwehr: Kein Team kassierte mehr Gegentreffer (60), vor allem in der Anfangsviertelstunde (neun). Anfällig sind die Männer von der Bremer Brücke jedoch in erster Linie aus dem Spiel heraus.

Bei Standards steht die Defensive dagegen gut: Nach ruhenden Bällen klingelte es nur elf Mal im Kasten der Niedersachsen, das entspricht einem Anteil von 18 Prozent - und ist Liga-Spitze!

Hoffen auf die Heimstärke

Rechnet man die Abschluss- und die Abwehrschwäche zusammen, wird klar, warum der VfL sieben seiner acht "Dreier" in dieser Spielzeit mit nur einem Tor Differenz über die Bühne brachte. Knapp könnte die Sache darum auch am Freitag ausgehen.

Die Hoffnungen der "Lila-Weißen" dürften deshalb hauptsächlich auf dem Rückspiel am Montag in der osnatel Arena liegen. Immerhin gelangen dort sechs von acht Saisonsiegen. Das "eherne Gesetz" des Fußballs gilt wohl auch für den VfL: Wer die Klasse halten will, muss seine Heimspiele gewinnen!